Knieverletzungen können deinen Fortschritt in deinem fitness schema zunichtemachen. Leider kommen sie relativ häufig vor. In diesem Artikel gehe ich deshalb auf die häufigsten Knieverletzungen ein, wie sie eventuell verhindert werden können, wie sie entstehen, behandelt werden und wie du möglichst schnell rehabilitierst.
Inhaltsverzeichnis
- Anatomie des Knies
- Vorbeugung von Knieverletzungen
- Häufige Knieverletzungen
- Überdehntes, angerissenes und vollständig gerissenes vorderes Kreuzband
- Symptome eines gerissenen vorderen Kreuzbands
- Diagnose eines gerissenen vorderen Kreuzbands
- Heilung und Rehabilitation bei angerissenem oder vollständig gerissenem vorderem Kreuzband
- Gerissener Meniskus
- Symptome eines gerissenen Meniskus
- Diagnose eines gerissenen Meniskus
- Behandlung eines gerissenen Meniskus
- Heilung und Rehabilitation eines gerissenen Meniskus
- Entzündete Patellasehne, jumpers knee
- Symptome jumpers knee
- Diagnose jumpers knee
- Heilung und Rehabilitation jumpers knee
- Vorbeugung jumpers knee
- Gerissene Patellasehne
- Symptome einer gerissenen Patellasehne
- Diagnose einer gerissenen Patellasehne
- Behandlung einer gerissenen Patellasehne
- Heilung/Rehabilitation einer gerissenen Patellasehne
- Gerissenes mediales/laterales Seitenband
- Symptome eines gerissenen Seitenbands
- Diagnose eines gerissenen Seitenbands
- Behandlung und Heilung eines gerissenen Seitenbands
- Zum Schluss
Anatomie des Knies
Wie in allen Artikeln über Verletzungen beginne ich zuerst mit der Anatomie. Das Knie ist das größte Gelenk des Körpers. Dieses Gelenk, die Verbindung zwischen Femur (Oberschenkelknochen), Tibia (Schienbein) und Fibula (Wadenbein), wird durch verschiedene Ligamente (Bindegewebsbänder) stabilisiert. Diese Bänder halten die einzelnen Strukturen zusammen und sorgen dafür, dass sie sich unter normalen Umständen nur in die gewünschte Richtung zueinander bewegen können. Das Kniegelenk besteht aus den folgenden Bestandteilen, deren Funktion ich zunächst beschreibe, um anschließend mögliche Probleme pro Bestandteil zu erläutern:
- Kniescheibe (Patella): Die Kniescheibe hat 3 Funktionen: 1. Sie sorgt für die optimale Hebelwirkung der Sehne (Quadrizepssehne, die in die Patellasehne übergeht), die den Quadrizeps mit dem Schienbein verbindet. 2. Schutz/Verringerung der Reibung im Kniegelenk. Die Kniescheibe schützt das innere Kniegelenk. Reibung wird reduziert, weil sowohl die Rückseite der Kniescheibe als auch der Teil des Oberschenkelknochens (Femur), an dem sie entlanggleitet (zusammen der patellofemorale Mechanismus), mit hyalinem Knorpel bedeckt sind (enthält viele kollagene und elastische Fasern). 3. Bremsen und Verlangsamen der Vorwärtsbewegung, indem sie Kräfte des Quadrizeps und der Kniebeugesehnen am Oberschenkel übernimmt.
- Die Quadrizepssehne und Patellasehne. Dies ist die große Sehne (ein Ansatz), die den Quadrizeps mit dem Schienbein (Tibia) verbindet. Der Abschnitt oberhalb der Kniescheibe heißt Quadrizepssehne, der Abschnitt darunter Patellasehne oder Kniescheibensehne. Ihre Funktion ist das Strecken des Beins aus gebeugter Position (Extension), indem sie die Kraft des Quadrizeps überträgt. Der Unterschied zwischen einem Ansatz und einem Ligament besteht darin, dass ein Ansatz Muskel mit Knochen verbindet, während ein Ligament zwei Knochen miteinander verbindet, wie die unten beschriebenen Kreuzbänder und Seitenbänder.
- Die Kreuzbänder. Die Kreuzbänder sorgen dafür, dass der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberschenkel nicht nach vorne (vorderes Kreuzband) oder nach hinten (hinteres Kreuzband) gleiten kann. Sie dienen daher als Stabilisatoren.
- Das mediale und laterale Seitenband. Das mediale Seitenband befindet sich an der Innenseite des Knies und verläuft vom Oberschenkel über das Kniegelenk zum Schienbein. Das laterale Seitenband befindet sich an der Außenseite und verläuft vom Oberschenkel zum Wadenbein. So wie die Kreuzbänder verhindern, dass der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberschenkel nach vorne oder hinten verschiebt, sorgen Seitenbänder dafür, dass er nicht nach innen oder außen verschiebt.
- Die Menisken. Das Kniegelenk enthält zwei Menisken, den inneren und den äußeren Meniskus. Die Menisken sind Knorpelscheiben, die die Kraft verteilen, die der Oberschenkel auf das Schienbein ausübt. Sie bilden gewissermaßen eine Schale, wodurch der Oberschenkel besser auf dem Schienbein aufliegt. Außerdem verhindern sie Verschleiß der Knochen, indem sie Reibung zwischen diesen Knochen vermeiden.
- Sonstiges: Die oben genannten Strukturen verursachen die meisten Beschwerden. Auf den Rest der Anatomie des Knies gehe ich daher nicht weiter ein. Nützlich ist aber zu wissen, dass die Hamstrings aus 3 Muskeln bestehen, dem Musculus biceps femoris, dem Musculus semitendinosus und dem Musculus semimembranosus, deren Ansätze am Schienbein und Wadenbein alle am Knie entlanglaufen. Sie sorgen für Flexion (Beugen des Knies), Endorotation (Einwärtsdrehen: Musculus semitendinosus und Musculus semimembranosus) und Exorotation (Auswärtsdrehen: Biceps femoris).
Vorbeugung von Knieverletzungen
Die richtige Vorbeugung von Knieverletzungen hängt teilweise vom Niveau und von der Art der Aktivitäten ab, die du machst oder machen möchtest. Spielst du zum Beispiel Basketball oder Volleyball, sind sportspezifische Übungen empfehlenswert. Dabei geht es um die richtige Technik beim Springen, Landen, Wegdrehen usw. Diese Übungen hängen von der jeweiligen Sportart ab und sind zu zahlreich, um sie hier alle zu behandeln. Für Fitness und Krafttraining ist Prävention im Prinzip einfacher, weil seltener unerwartete Bewegungen entstehen. Knieverletzungen durch Fitness und Krafttraining beugst du vor durch:
- Ein gutes Warm-up. Acht bis zehn Minuten bei 60-70 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz (220-Alter). Indem du deinen Körper auf Temperatur bringst, wird in den Gelenken Synovialflüssigkeit zur Schmierung gebildet. Dadurch entsteht weniger Reibung. Radfahren oder ein Crosstrainer belasten das Knie dabei weniger als Laufen auf dem Laufband und sind deshalb zu empfehlen.
- Steigere die Belastung langsam, sowohl während des Trainings als auch von Training zu Training. Also nicht ins Fitnessstudio gehen und sofort möglichst schwer squatten, nur weil zufällig ein hübsches Mädchen neben dem Squat Rack steht. Beginne deine ersten Sätze der ersten Übung für eine Muskelgruppe immer mit einem Gewicht, das du mindestens 15-20 Mal wiederholen kannst. Das erhöht die neuromuskuläre Aktivierung und bereitet die Muskeln auf die größere Belastung vor.
- Trainiere alle großen Beinmuskeln. Dysbalancen können zu Verletzungen führen. Zu schwache Gesäßmuskeln sorgen zum Beispiel dafür, dass das Knie nach innen einknicken kann. Zu starke Quadrizeps im Verhältnis zu den Hamstrings erzeugen viel Druck auf das vordere Kreuzband.
- Achte auf die richtige Technik bei der Ausführung von Kraftübungen. Es wäre schade, dir im Fitnessstudio mehr zu schaden als zu nutzen, nur weil du eine Übung falsch ausführst.
- Trage gute Schuhe, besonders bei explosiven Sportarten auf hartem Untergrund wie Hallenfußball, Basketball und Volleyball. Das sorgt für Dämpfung und die richtige Druckverteilung.
- Ein häufig genannter Tipp zur Vorbeugung von Knieverletzungen ist das Vermeiden von Übergewicht (mehr Gewicht auf dem Knie bedeutet mehr Verletzungsrisiko). Wenn du jedoch durch zu viel Fett übergewichtig bist, sind Kniebeschwerden wahrscheinlich nicht der erste Grund, warum du abnehmen möchtest. Auch wenn du "Übergewicht" hast wie massige Bodybuilder mit 120 Kilo und mehr bei einem Körperfettanteil unter 5%, ist die Vermeidung von Kniebeschwerden vermutlich kein schneller Grund, die mit viel Mühe aufgebaute Muskelmasse wieder verlieren zu wollen.
- Vorsicht mit Leg Extensions. Sie setzen das Knie stark unter Druck. Sie können ein Risiko darstellen, wenn du sie zu schnell oder zu schwer ausführst, sind mit leichtem Gewicht aber auch eine gute Übung zum Warm-up. Beginne dein Beintraining mit legextensions mit einem leichten Gewicht, mit dem du 20-30 Wiederholungen schaffst.
Häufige Knieverletzungen
Hier gehe ich auf die häufig vorkommenden Knieverletzungen ein. Pro Verletzung beschreibe ich, was im Kniegelenk passiert, mögliche Ursachen, Folgen (Symptome), wie die Diagnose gestellt wird, welche Behandlung erfolgt und wie du rehabilitieren kannst.
Überdehntes, angerissenes und vollständig gerissenes vorderes Kreuzband
Bei einer Knieverrenkung (Luxation des Knies) bewegt sich der Unterschenkel aus seiner üblichen Position. Je nachdem, wie und in welche Richtung dies geschieht, können bestimmte Bänder beschädigt werden. Kommt der Unterschenkel zu weit nach vorne (Überstreckung) oder wird er zu stark gedreht, kann das vordere Kreuzband überdehnen (Grad 1), anreißen (Grad 2) oder sogar vollständig reißen (Grad 3). Letzteres ist oft mit einem Knackgeräusch zu hören. Das passiert häufig bei Sportarten wie Fußball und Basketball, bei denen der Fuß noch stillsteht und Position und Richtung schnell verändert werden. Auch beim Skifahren kommt es häufig vor, weil hohe Skischuhe die Kräfte auf das Knie übertragen.
Ein gerissenes vorderes Kreuzband geht häufig mit einem gerissenen Meniskus einher (siehe unten). Der Unterschied zwischen einem angerissenen (teilweise gerissenen) und einem vollständig gerissenen Kreuzband ist wichtig, weil ein angerissenes Band von selbst heilen kann, während ein vollständig gerissenes Band nicht wieder zusammenwächst. Weil die Verbindung bei einem vollständig gerissenen Kreuzband unterbrochen ist und also nicht mehr genutzt werden kann, verliert es seine Funktion. Dadurch sterben die losen Enden ab. Bei Frauen ist das Risiko für einen Riss des vorderen Kreuzbands zwei- bis achtmal so hoch wie bei Männern. Das unterscheidet sich je nach Sportart. Beim Fußball ist die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel doppelt so hoch, beim Basketball viermal. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen, etwa:
- Mehr Spiel im Gelenk, weniger Raum in der Furche, durch die das vordere Kreuzband läuft, wodurch es schneller eingeklemmt werden kann (Impingement),
- Vorhandensein von Östrogen- und Progesteronrezeptoren, die eine katabole (abbauende) Wirkung haben,
- Die Dominanz des Quadrizeps gegenüber den Hamstrings, wodurch durch mehr Druck der Unterschenkel gewissermaßen nach vorne gezogen wird und bereits mehr Druck auf dem vorderen Kreuzband liegt. Außerdem können Männer durch größere Muskelkraft viermal so viel Stabilität im Kniegelenk haben wie Frauen.
Symptome eines gerissenen vorderen Kreuzbands
Symptome eines gerissenen vorderen Kreuzbands sind:
- Das knackende/ploppende Geräusch beim Reißen
- Sofortiger und anhaltender Schmerz
- Häufig innerhalb einer Stunde eine Schwellung, verursacht durch beschädigte Blutgefäße im gerissenen Band. Diese Schwellung und die Schmerzen können einige Wochen anhalten (etwa 2-4).
- Es fühlt sich unsicher an, das Knie vollständig zu belasten, weil die Stabilität vermindert ist. Dauert diese Instabilität zu lange, können Knorpel und Menisken beschädigt werden und es kann Osteoarthritis auftreten, eine Gelenkentzündung (siehe Abbildung: Osteoarthritis).
Diagnose eines gerissenen vorderen Kreuzbands
Ein Arzt oder Orthopäde wird zunächst fragen, wie und wann die Kniebeschwerden entstanden sind und ob sie bereits etwas nachgelassen haben. Sind die Beschwerden aktuell, prüft er, ob eine Schwellung vorliegt, ob noch Schmerzen bestehen und wie die Muskelfunktion ist. Ist die Schwellung innerhalb von zwei Stunden nach der falschen Bewegung entstanden, liegt dies wahrscheinlich am gerissenen vorderen Kreuzband und an Blutungen aus beschädigten Blutgefäßen. Entsteht die Schwellung erst am nächsten Tag, handelt es sich wahrscheinlich um eine Entzündung. Daneben gibt es Tests, um festzustellen, ob das vordere Kreuzband gerissen ist, wie:
- Der Lachman-Test. Wie gesagt verhindert das vordere Kreuzband, dass der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberschenkel nach vorne gleiten kann. Ist es gerissen, ist das möglich. Beim Lachman-Test beugt der Orthopäde das Knie deshalb bis 20 Grad und prüft, ob der Unterschenkel auf Kniehöhe nach vorne gezogen werden kann.
- Der vordere Schubladentest (Video). Gleich wie der Lachman-Test, aber das Knie wird bis 90 Grad gebeugt. In beiden Fällen ist es wichtig, dass die Hamstrings entspannt sind, weil dies sonst das Ergebnis beeinflussen kann.
- Der Pivot-Shift-Test (Video). Beim Pivot-Shift-Test wird das Knie bis etwa 30 Grad gebeugt, es erfolgt eine Endorotation (Unterschenkel nach innen gedreht) und der Unterschenkel wird in Valgusposition gebracht. Valgus bedeutet, dass der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberschenkel von der Achse abweicht wie bei "X-Beinen" (im Gegensatz zu Varus, zur Körperachse hin, "O-Beine"). Bei einem gerissenen vorderen Kreuzband verschiebt sich der Unterschenkel nach außen aus dem Gelenk.
Neben den Tests kann auch Flüssigkeit aus dem Knie entnommen werden. Enthält diese Flüssigkeit Blut, weist das auf beschädigte Blutgefäße und damit auf ein gerissenes Band hin (70% Wahrscheinlichkeit für ein gerissenes vorderes Kreuzband). Eine andere Ursache der Blutung kann eine Fraktur (Knochenbruch) oder gelöste Knochenstücke sein. Das kann durch ein Röntgenbild ausgeschlossen werden. Auch eine Arthroskopie (siehe Abbildung: Arthroskopie) kann durchgeführt werden, bei der eine kleine Kamera ins Knie eingebracht wird. Der Vorteil ist, dass sie ein genaues Bild liefert und direkt kleinere Reparaturen vorgenommen werden können, etwa das Entfernen gerissener Gewebeteile und frei schwimmender Meniskus- und Knorpelstücke und/oder das Glätten von rauem Knorpel/Meniskus.
Eine weitere Option ist ein MRT. Während ein Röntgenbild nur die Knochen zeigt, stellt ein MRT die Bänder und einen möglichen Unterschied zwischen gerissenem und normalem Band klar dar. Da ein MRT-Scan recht teuer ist (für ein Knie etwa zwischen €350 und €450), wird er erst gemacht, wenn frühere Tests dazu Anlass geben. Der Vorteil eines MRT ist, dass es mehr Sicherheit als Tests und Röntgen gibt und weniger Infektionsrisiko als Injektion und Arthroskopie.
Heilung und Rehabilitation bei angerissenem oder vollständig gerissenem vorderem Kreuzband
Was du bei Kreuzbandbeschwerden tun solltest, hängt zuerst von der konkreten Beschwerde ab, aber auch von der künftig gewünschten Aktivitätsintensität. Das Kreuzband teilt seine Funktion nämlich mit anderen Bändern und Ansätzen, die einen Teil der verlorenen Kapazität übernehmen können. Bei einem überdehnten oder angerissenen vorderen Kreuzband reichen Ruhe, Kühlen und Physiotherapie meist aus. Nach zwei Wochen sollte der größte Schmerz verschwunden sein, auch wenn die vollständige Heilung länger dauern kann. Der Physiotherapeut wird das Knie beugen lassen, um die Beweglichkeit zu erhalten und zu verhindern, dass das Knie steifer wird. Außerdem lässt er/sie dich muskelkräftigende Übungen machen, vor allem für die Hamstrings, damit diese den Druck auf das vordere Kreuzband teilweise übernehmen können.
Auch der Quadrizeps wird trainiert, um die Muskeln im Gleichgewicht zu halten. Zur Vorbeugung ist es außerdem sinnvoll, den großen Gesäßmuskel zu trainieren, weil er hilft, nach innen einknickende Knie zu verhindern. Bei einem gerissenen vorderen Kreuzband hat etwa 1/3 der Menschen im Alltag nach einigen Wochen Ruhe keine Beschwerden mehr. 1/3 behält danach Schmerzen im Alltag, und die letzte Gruppe spürt die Beschwerden vor allem bei Aktivitäten wie Sport. Ob du ein vollständig gerissenes Kreuzband operativ wiederherstellen lässt, hängt daher oft von der gewünschten Aktivität ab. Für die meisten Leser dieser Seite gilt wahrscheinlich, dass sie so schnell wie möglich wieder so schwer wie möglich trainieren wollen.
Gerissener Meniskus
In der Abbildung unten siehst du einen (horizontalen) Querschnitt des rechten Knies. Hier kannst du gut die Menisken erkennen, Thema einer weiteren häufigen Kniebeschwerde. Wie oben beschrieben, verteilt der Meniskus die Kraft des Oberschenkels (und des restlichen Körpers, der darauf lastet) auf den Unterschenkel und reduziert Reibung.

In jungen Jahren ist der Meniskus (eine Art Knorpel) recht gummiartig und kräftig. Wenn er dann reißt, liegt das oft an sehr großer Krafteinwirkung, etwa einer Drehung des Knies mit viel Kraft oder einer Überstreckung des Beins beim Sport. Mit zunehmendem Alter werden die Menisken schwächer und können deutlich schneller reißen. Im Kniegelenk befinden sich zwei Menisken: der innere (mediale) und der äußere Meniskus (laterale). Der innere hat vorne, hinten und in der Mitte einen Befestigungspunkt. Der äußere hat nur vorne und hinten einen Befestigungspunkt. Weil der innere fester fixiert ist, wird er häufiger beschädigt als der äußere. Der Meniskus kann auf verschiedene Weise reißen, oft auch durch denselben Auslöser und in Kombination mit einem gerissenen vorderen Kreuzband:
- Die gesamte Basis kann abreißen
- Ein sogenannter bucket-handle tear
- Das Vorderhorn kann einreißen, auch Längs- oder Lappenriss genannt
- Ein Querriss im Hinterhorn
- Ein Papageienschnabelriss
Dies sind nur einige der häufigen Rissformen. In der Abbildung daneben siehst du mögliche Risse.
Symptome eines gerissenen Meniskus
Ein gerissener Meniskus zeigt sich unter anderem durch:
- Bei einem gerissenen Meniskus treten Knieschmerzen auf, manchmal lokal, manchmal im ganzen Knie. Der lokale Schmerz ist in diesen Fällen oft im Gelenkspalt zu spüren, also im Spalt zwischen Ober- und Unterschenkel auf der Seite des gerissenen Meniskus.
- Wenn der Meniskus gerade gerissen ist, ist das oft durch Schmerzen beim passiven und aktiven Strecken des Beins spürbar, während das Knie noch leicht gebeugt ist.
- Ist der Riss so schwer, dass sich Teile des Meniskus lösen, kann es zu Blockadebeschwerden kommen, wenn ein solches loses Stück im Scharniergelenk eingeklemmt wird. Dann gelingt es zum Beispiel nicht, das Bein vollständig zu strecken. Bei geringerer Schädigung kann auch "nur" ein Klick hör- oder fühlbar sein, der zeigt, dass das Gelenk teilweise blockiert wird.
- Bei länger anhaltender Meniskusschädigung kann durch übermäßige Reibung Verschleiß entstehen. Das kann wiederum zu Schwellungen durch Wasser im Knie führen.
- Das Knie fühlt sich geschwächt an, als könne es nachgeben.
Diagnose eines gerissenen Meniskus
Ein Arzt/Orthopäde wird wie bei einem gerissenen Kreuzband zuerst fragen, wie das Problem entstanden ist. Danach beginnt er/sie mit einer körperlichen Untersuchung, bei der unter anderem gesucht/geprüft wird nach:
- Einem hörbaren Klick und/oder einer fühlbaren Blockade
- Vorhandensein von Schmerzen, speziell seitlich am Gelenkspalt
Daneben kann ein MRT-Scan gemacht werden. Dieser kann mögliche Risse in einem Meniskus gut sichtbar machen. Für eine Arthroskopie gilt dasselbe wie beim Kreuzband: Sie bringt zwar ein Infektionsrisiko mit sich (was beim MRT nicht der Fall ist), bietet aber den Vorteil, dass direkt kleine Reparaturen durchgeführt werden können. In beiden Fällen wird auch nach möglichen weiteren Schäden gesucht.
Behandlung eines gerissenen Meniskus
Zunächst wird man schauen, ob die Beschwerden durch Kühlen (gegen die Schwellung) und Ruhe abnehmen. Hilft das nicht, ist oft die Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) die Lösung, indem wie oben erwähnt beschädigte Teile entfernt werden. Ein Meniskus besteht aus einem durchbluteten Abschnitt (der äußere Rand, in der Abbildung daneben rot gefärbt) und einem nicht durchbluteten Abschnitt. Bei einem Riss im durchbluteten Bereich kann dieser oft genäht werden, und auch die Chance ist größer, dass er durch die Zufuhr von Nährstoffen selbst heilt. In einem nicht durchbluteten Abschnitt (nur durch Synovialflüssigkeit versorgt) ist die Chance auf Selbstheilung kleiner und Nähen ist nicht möglich.
Heilung und Rehabilitation eines gerissenen Meniskus
Solange direkt nach der Verletzung durch eine Schwellung oder nach einer Operation Schmerzen bestehen, muss die Belastung zunächst reduziert werden, zum Beispiel durch einen Druckverband und Krücken. Ob und wie lange du auf Krücken gehst, ist von Person zu Person und je nach Behandler unterschiedlich, abhängig vom Schaden und vom Eingriff. In manchen Fällen geht man ohne Krücken aus dem Krankenhaus, in anderen läuft man einige Wochen mit Krücken. Durchschnittlich liegt dies irgendwo zwischen 3-10 Tagen. In dieser Zeit kann Kühlen, dreimal täglich etwa 15 Minuten, die Heilung beschleunigen und mögliche Schmerzen schneller reduzieren. Wichtig ist, danach möglichst schnell zu rehabilitieren, indem die Beweglichkeit des Knies durch unbelastetes Beugen und Strecken verbessert wird, unter Berücksichtigung möglicher Schmerzen. Abhängig von der gewünschten weiteren Aktivität kann die weitere Rehabilitation aus Übungen zur Stärkung von Kraft, Stabilität und Koordination bestehen.
Entzündete Patellasehne, jumpers knee
Die Quadrizepssehne und Patellasehne, oder Kniescheibensehne, sind die wichtigsten Strecker des Beins. Beim Beugen und Strecken, etwa bei Deadlifts und Squats, werden sie stark belastet, vor allem aber bei Sprungaktivitäten. Das kann Reizung und Kollagendegeneration (Abbau des Kollagens, aus dem die Sehne aufgebaut ist) an der Patellasehne verursachen und zu einer Entzündung unter der Kniescheibe führen. Das wird daher auch jumpers knee genannt. Ein jumpers knee entsteht häufig durch Übertraining, besonders durch wiederholte Spitzenbelastungen wie Springen, aber auch durch Sprinten und Krafttraining, und kommt relativ häufig vor: Beim Basketball etwa bei 31% und beim Volleyball bei 44% der Aktiven. Bei Männern kommt es mehr als doppelt so häufig vor wie bei Frauen (14% gegenüber 6%). Konkrete Ursachen können sein:
- Landen auf einem Bein (führt zu einer Spitzenbelastung am Ansatz der Patellasehne).
- Verkürzter Quadrizeps
- Übergewicht
- Verminderte Flexibilität der Patellasehne und des Quadrizeps.
- Unzureichende Kraft und Dysbalance in der Oberschenkelmuskulatur (zum Beispiel stärkere Außenseite, vastus lateralis, als Innenseite, vastus medialis).
- X-Beine, O-Beine und Plattfüße (sorgen für falsche Ausrichtung und höhere Belastung der Patellasehne).
- (Zu) tiefes Einsinken beim Springen und/oder Landen.
- Zu hohe Intensität (Gewicht/Widerstand) und/oder zu hohes Volumen (Anzahl der Wiederholungen) von Übungen.
- Wachstumsschub
Symptome jumpers knee
Eine gereizte Patellasehne kann also eine lokale Entzündungsreaktion verursachen, direkt unter der Kniescheibe. Sie kann sich äußern durch:
- Eine Schwellung
- Überwärmung
- Rötung
- Funktionsverlust
- Schmerz
- Steifheit
Die Entzündung kann in vier Stadien eingeteilt werden:
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- Grad 1: Anfangsstadium, kurz nach dem Sport treten leichte Schmerzen auf.
- Grad 2: Schmerzen beim Beginn des Sports und auch direkt nach dem Sport.
- Grad 3: Schmerzen während der Belastung.
- Grad 4: Schmerzen in Ruhe und Entspannung, konstante Schmerzen. Das Strecken des Unterschenkels gegen Widerstand ist schmerzhaft. Druck auf die Patellasehne ist schmerzhaft, ebenso etwa Treppensteigen. Kann das Risiko für einen Sehnenriss erhöhen.
Diagnose jumpers knee
Ein Arzt, Physiotherapeut oder Hausarzt wird zunächst wieder Fragen zu den Beschwerden stellen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird geprüft, ob Folgendes vorliegt:
- Lokale Schmerzen bei tiefen Kniebeugen und schnellem Strecken des Knies.
- Mehr als sechs Wochen Schmerzen im Knie, besonders unter der Kniescheibe.
- Zunahme der Schmerzen bei belastenden Aktivitäten wie Springen, Treppensteigen, Laufen.
- Knacken/Knirschen beim Abtasten der Patellasehne.
Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen wie ein MRT-Scan oder eine Arthroskopie durchgeführt, um andere Beschwerden auszuschließen.
Heilung und Rehabilitation jumpers knee
Wie bei Meniskusproblemen ist es wichtig, möglichst schnell mit der Rehabilitation zu beginnen. Das kann konservativ (also ohne Operation) oder operativ geschehen. Welche Behandlung gewählt wird, hängt unter anderem vom Schweregrad der Beschwerden ab.
Konservative Behandlung jumpers knee:
Grad 1:
- Belastung reduzieren, um die Reizung zu vermindern, aber weiter trainieren. Weniger schwer und/oder weniger häufig trainieren, falls Übertraining die Ursache ist. Vollständige Ruhe ist nicht zu empfehlen. Die Entzündung kann dann zwar abnehmen, aber auch die Kraft der umliegenden Muskeln, was die Heilung begrenzt.
- Lokal mit Eis nach dem Sport kühlen, um die Entzündungsreaktion zu bremsen, etwa 15 Minuten.
- Ein Patellaband (siehe Abbildung). Das ist ein Band, das du unter der Kniescheibe und um die Patellasehne legst. Die Patellasehne kann beim Anspannen der Oberschenkelmuskeln nach außen ziehen, weil die Außenseite (vastus lateralis) stärker ist als die Innenseite (vastus medialis). Ein Patellaband kann dieses Schiefziehen begrenzen. Das wird die Schmerzen zumindest vorübergehend reduzieren. Es muss eng genug sitzen, damit du beim Beugen weniger Schmerz spürst, aber nicht so eng, dass es durch gebremste Blutzufuhr schmerzhafter wird.
- Exzentrisches Trainingsprogramm ("negative Wiederholungen") durchführen, um die Muskeln zu kräftigen. Zum Beispiel eine Leg Press, bei der du das Gewicht mit beiden Beinen wegdrückst und es dann mit einem Bein langsam zurücksinken lässt. Das geht auch mit Leg Extensions. In beiden Fällen mit niedrigem Gewicht, bei dem viele Wiederholungen möglich sind (mindestens 20).
- Querfriktionsmassage durch den Physiotherapeuten ( lokale Massage, bei der Finger- oder Daumenspitze quer über die Muskelfasern bewegt wird).
Grad 2:
- Erneut die Belastung reduzieren, um die Reizung zu vermindern.
- Nicht mehr sprinten/springen.
- Alternative Belastung zur Erhaltung der Beweglichkeit, etwa Schwimmen.
- Nicht zu viele wiederholte Beuge- und Streckbewegungen.
- Querfriktionsmassage durch den Physiotherapeuten.
Grad 3:
- Die Aktivitäten, die zu den Beschwerden geführt haben, vollständig stoppen.
- Alternative Belastung zur Erhaltung der Beweglichkeit, etwa Schwimmen und Aquajogging, wenn dies schmerzfrei möglich ist.
- Querfriktionsmassage durch den Physiotherapeuten.
Grad 4:
- Mindestens 3 Monate Ruhe
- Querfriktionsmassage durch den Physiotherapeuten
Wenn dies nicht zu einer Verbesserung führt, kann außerdem gewählt werden für:
- Exzentrisches Trainingsprogramm ("negative Wiederholungen") zur Kräftigung der Quadrizepsmuskeln
- Muskelkräftigende Übungen für unterstützende Muskelgruppen wie Waden und Gesäßmuskeln.
- Entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen)
Wenn das oben Genannte nicht das gewünschte Ergebnis liefert, wird gegebenenfalls eine Operation in Betracht gezogen. Bei einem operativen Eingriff gegen jumpers knee wird häufig entweder der entzündete Teil entfernt oder es werden kleine Schnitte an den Seiten der Sehne gesetzt, um den Druck auf den mittleren Abschnitt zu entlasten. Auch danach werden exzentrische muskelkräftigende Übungen durchgeführt. Es gibt jedoch wenig Belege dafür, dass dies mehr bringt als die konservative Behandlung.
Vorbeugung jumpers knee
Da ein jumpers knee meist durch Überlastung verursacht wird, lässt sich dem gut vorbeugen durch:
- Die Belastung schrittweise steigern, sowohl hinsichtlich Intensität als auch Volumen. Trainiere zum Beispiel nicht direkt 3-mal pro Woche Beine und/oder sofort sehr schwer, wenn du zum ersten Mal in einem Fitnessstudio Beine trainierst.
- Ein gutes Warm-up, um für gute Durchblutung, Zufuhr von Nährstoffen und Abtransport von Abfallstoffen zu sorgen.
- Beim Basketball gibt es zum Beispiel das "Einlaufen in Reihen" als Standard-Warm-up vor dem Spiel, bei dem eine Reihe einen Lay-up macht. Bei Amateurvereinen sieht man oft, dass Spieler sofort sehr hoch springen. Bei Profis sieht man häufig, dass sie die ersten Würfe halb gehend und in ruhigem Tempo nehmen.
- Korrekte Sprung-/Landetechnik, beim Landen nicht zu tief einsinken und gut abrollen.
- Gute Schuhe mit stoßdämpfender Sohle, Training auf hartem Untergrund möglichst vermeiden.
- Muskelkräftigende Übungen für alle unterstützenden Muskeln wie Hamstrings, Quadrizeps, Wadenmuskeln, Gesäßmuskeln und (untere) Bauchmuskeln
- Dehnen des Quadrizeps
Gerissene Patellasehne
Die Quadrizeps- und Patellasehne sind also faktisch eine Sehne, die dafür sorgt, dass das Bein gestreckt werden kann. Reißt sie (oberhalb der Kniescheibe: Quadrizepssehnenruptur, unterhalb der Kniescheibe: Patellasehnenruptur), kann das Bein nicht mehr gestreckt werden. Eine gerissene Patellasehne kommt häufiger unter 40 Jahren vor, während über 40 häufiger die Quadrizepssehne betroffen ist. Ursachen einer gerissenen Patellasehne können sein:
- Anabolikagebrauch kann im Allgemeinen je nach Art des anabol-androgenen Steroids schlecht für Ansätze sein. Testosteron könnte zum Beispiel die Kollagensynthese (die Bildung von neuem Kollagen, aus dem der Ansatz aufgebaut ist) um 50%-80% senken. Obwohl die Studien dazu nicht eindeutig sind und einige Anabolika Ansätze sogar stärken können (wie Deca-Durabolin), ist anzunehmen, dass Anabolikagebrauch jedenfalls dadurch, dass Muskeln relativ schneller wachsen als die Ansätze, diese schwächen und eher zu Rissen durch Überlastung führen kann.
- Sturz mit dem Knie auf den Boden.
- Beim Springen aus gebeugter Position mit flachem Fuß auf dem Boden.
- Ein geschwächter Ansatz, etwa durch eine bereits vorhandene Entzündung (jumpers knee besonders in Grad 4).
- Injizierte Kortikosteroide. Sie können verabreicht werden, weil sie eine Entzündung schnell hemmen können, schwächen aber zugleich die Ansätze, weil sie katabol wirken. Aus diesem Grund wird dies bei einer solchen Kniebeschwerde kaum noch gemacht.
- Bestimmte chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus.
Symptome einer gerissenen Patellasehne
Symptome einer gerissenen Patellasehne können sein:
- Ein Reißgefühl, gefolgt von sofortigem Schmerz und Schwellung.
- Das Bein kann nicht mehr gestreckt werden.
- Eine Delle an der Stelle, an der die Sehne gerissen ist.
- Druckempfindlichkeit.
- Verkrampfung.
- Die Kniescheibe kann höher stehen, weil sie durch den Riss nicht mehr am Schienbein fixiert ist (siehe Abbildungen).
Diagnose einer gerissenen Patellasehne
Die Diagnose wird gestellt, indem nach der medizinischen Vorgeschichte gefragt wird, zum Beispiel ob früher bereits Knieverletzungen wie ein jumpers knee vorlagen. Die körperliche Untersuchung besteht vor allem darin, die Fähigkeit zum Strecken des Beins zu prüfen. Das kann Anlass für ein Röntgenbild geben, auf dem deutlich sichtbar sein kann, dass die Kniescheibe nach oben verschoben ist, oder für ein MRT, das auch die Sehne selbst und mögliche Schäden zeigt.
Behandlung einer gerissenen Patellasehne
Eine teilweise gerissene Patellasehne kann noch konservativ behandelt werden, indem eine Orthese und Krücken getragen werden (bis zu etwa sechs Wochen), um die Sehne zu entlasten, sodass sie wieder anwachsen kann. Darauf folgt Physio-/manuelle Therapie, um die Muskelkraft zu erhöhen. Das sind zunächst Kraftübungen mit gestrecktem Bein. Wenn die Orthese entfernt werden darf, kann dies auf andere Übungen erweitert werden.
Von selbst heilen kann eine vollständig gerissene Patellasehne nicht, weil wie bei einem gerissenen Kreuzband die Funktion nicht mehr ausgeübt werden kann und die Sehnenenden dadurch buchstäblich nutzlos sind, weshalb der Körper sie absterben lässt. Dies sollte daher möglichst schnell operativ behoben werden, weil die Enden zunehmend beschädigt werden, ausfransen und kürzer werden. Bei der Operation wird die gerissene Sehne wieder mit dem Schienbein verbunden.
Heilung/Rehabilitation einer gerissenen Patellasehne
Nach einer Operation erfolgt die Rehabilitation in Phasen. Die erste besteht aus Schmerzmanagement und Immobilisation, d. h. durch eine Orthese und Krücken wird das Bein gerade gehalten, um die Heilung zu erleichtern. Daneben werden muskelkräftigende Übungen für den Quadrizeps mit gestrecktem Bein durchgeführt (indem das Bein flach hingelegt und der Quadrizeps angespannt wird). Nach 10-14 Tagen gibt es einen Folgetermin, um den während der Operation platzierten Draht zu entfernen, der die Nähte an Ort und Stelle hält.
In Phase zwei (2-6 Wochen) bleibt das Knie in einer Orthese und du gehst weiter mit Krücken, arbeitest aber langsam daran, die Mobilität durch passive Beugeübungen zu vergrößern (eventuell mithilfe einer dafür entwickelten Maschine), jedoch nicht weiter als 90 Grad. Beim Gehen wird die Orthese verriegelt, damit das Bein auch bei einem möglichen Sturz gestreckt bleibt. Nur beim Hinsetzen und bei Übungen wird sie entriegelt. Daneben machst du weiter mit den muskelkräftigenden Übungen für den Quadrizeps.
Gerissenes mediales/laterales Seitenband
Last but certainly not least (es ist nämlich eine der häufigsten Kniebeschwerden) ist das gerissene Seitenband. Wie gesagt verlaufen die Seitenbänder vertikal vom Femur (Oberschenkel) zum Schienbein (medial, innen) und zum Wadenbein (lateral, außen). So wie die Kreuzbänder verhindern, dass der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberschenkel zu weit nach vorne oder hinten geht, begrenzen die Seitenbänder die seitliche Bewegung. Das kann schiefgehen, wenn eine solche seitliche Bewegung unter großem Druck erfolgt. Denk zum Beispiel an einen Fußballer, der den Ball mit der Innenseite des Fußes schießen will, während jemand anderes den Schuss blockiert, indem er seinen Fuß davorstellt. Der Oberschenkel will dann weiter nach vorne und innen, während der Fuß stehen bleibt. Dadurch entsteht Druck auf das mediale Seitenband, das diese Kraft auffangen muss und dadurch reißen kann.
Andere mögliche Ursachen sind zum Beispiel ein seitlicher Tritt knapp oberhalb des Knies wie der Lowkick u. a. beim Kickboxen, aber auch Skifahren, wenn der Ski in einer Drehbewegung hängen bleibt. Das Seitenband kann überdehnen (Grad 1), teilweise reißen (Grad 2) und vollständig reißen (Grad 3). Geht der Druck nach innen, gerät das innere Seitenband unter Druck, nach außen das äußere Seitenband.
Symptome eines gerissenen Seitenbands
- Die oben bereits häufiger genannte Schwellung und mögliche Blutung im Knie.
- Instabilität auf der Seite des gerissenen Bands. Das Knie kann in diese Richtung "wegknicken".
- Lokale Schmerzen.
Diagnose eines gerissenen Seitenbands
Erneut wird zuerst gefragt, wie die Verletzung entstanden ist. Das gegebene Beispiel des geblockten Tritts gegen den Fußball ist zum Beispiel ein deutlicher Hinweis auf ein beschädigtes mediales Seitenband. Daneben können (lokale) Schmerzen ein Hinweis sein. Vor allem die Instabilität in Richtung des beschädigten Seitenbands ist ein möglicher Hinweis.
Röntgenbilder können betrachtet werden, um mögliche andere Schäden zu sehen, aber auch um auf das gerissene Band hinzuweisen. Obwohl Bänder auf Röntgenbildern nicht sichtbar sind, kann an der beschädigten Seite eine Erweiterung des Gelenkspalts auftreten, wenn das Knie in diese Richtung gedrückt wird. Ein MRT kann schließlich das beschädigte Band selbst zeigen.
Behandlung und Heilung eines gerissenen Seitenbands
Das Seitenband ist die einzige Sehne im Knie, die bei vollständigem Riss selbst heilen kann. Sie wird daher fast nie operativ repariert. Durch eine Orthese wird die Bewegung in Richtung des gerissenen Bands verhindert, ebenso ein Beugen tiefer als 90 Grad, um Druck auf das Band zu vermeiden. Innerhalb des erlaubten Bewegungsraums sollte das Knie gerade in Bewegung gehalten und Muskelkraft aufgebaut werden. Die Heilung dauert etwa 8 Wochen.
Zum Schluss
"Trust me, I'm no doctor"
Kenneth
Sondern nur ein obsessiv interessierter Fitnesslehrer, Kampfsporttrainer und Natural Bodybuilder. Dieser Artikel ist daher nicht als Ersatz für einen Besuch bei einem Arzt oder Physiotherapeuten gedacht. Ich hoffe aber, dass du durch diesen Artikel etwas mehr über die Funktionsweise des Knies verstehst, mehr zur Vorbeugung von Verletzungen tun kannst und sie eventuell erkennst, wenn doch etwas schiefgelaufen ist.
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