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Gesunde Ernährung

Ist die Süßkartoffel gesünder als die normale Kartoffel?

| · 4 Min. Lesezeit
Seit einigen Jahren stehen Süßkartoffeln auf dem Speiseplan von Bodybuildern. Heute kennt fast jeder ernährungsbewusste Mensch Süßkartoffeln als nährstoffreiche Alternative zur ganz gewöhnlichen Kartoffel. Erst recht, seit sogar die große blaue Supermarktkette sie voller Stolz bewirbt. Aber warum? Die fröhlich orangefarbenen Kartoffeln sind von einem Hauch Gesundheit umgeben, aber was ist daran wahr?

Glykämischer Index

Süßkartoffeln werden häufig wegen ihres niedrigen glykämischen Index gewählt, also der Geschwindigkeit, mit der die Zucker im Produkt ins Blut aufgenommen werden. Im Gegensatz zu manchen „normalen“ Kartoffeln ist dieser niedrig, wodurch sie oft als gesündere Alternative gesehen werden. Gesundheit ist ohnehin ein schwer zu erklärender und zu begründender Begriff. Was für die eine Person gesund ist oder sein kann, kann für eine andere Person eine weniger kluge Wahl sein. In vielen Fällen kann eine Süßkartoffel eine gute Alternative zu einer normalen Kartoffel sein, aber nicht immer.

Was isst du nun genau?

Sowohl für eine normale als auch für eine Süßkartoffel gilt, dass du ein Produkt isst, das als Nährstoffspeicher einer Pflanze wächst, ob domestiziert und von Bauern verbessert oder nicht. Beide sind reich an Kohlenhydraten, aber daran ist nichts falsch. Du brauchst Kohlenhydrate, und wenn du viel Sport treibst und schlank bist, sogar mehr als wenn du überwiegend sitzt. Allein einen Vergleich zwischen normalen Kartoffeln und Süßkartoffeln anzustellen, ist kein besonders kluger Plan (ich frage mich daher auch, warum ich diesen Artikel schreibe), weil die Unterschiede sehr klein sind und du beide Produkte nicht isoliert isst. Übrigens sind Kochen oder Dämpfen die besten Zubereitungsarten für beide, weil ihnen dann, im Gegensatz zu Frittieren, Braten oder Grillen, keine Feuchtigkeit entzogen wird. Dadurch steigt die Anzahl Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm Produkt nicht.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Süßkartoffel

Die Unterschiede bei den Nährstoffen zwischen den beiden Kartoffeltypen sind nicht sehr groß. Je nach verwendeter Quelle ist eine normale Kartoffel kohlenhydratreicher als eine Süßkartoffel, aber das hängt davon ab, wie du die Produkte zubereitest, was du als Süßkartoffel definierst und welche normale Kartoffel du für den Vergleich auswählst. Genau das ist das Schwierige: Durch unterschiedliche Zubereitungsarten verändert sich die Zusammensetzung (und die glykämische Last sowie der glykämische Index) der Kartoffeln. Was soll man also miteinander vergleichen? Hinzu kommt, dass sowohl normale Kartoffeln als auch Süßkartoffeln fast nie ohne ein anderes Produkt gegessen werden. Beide sind oft Teil einer Mahlzeit mit etwas anderem. So werden Süßkartoffeln ziemlich häufig in Backwaren verwendet, und Sweet Potato Pie ist in den Vereinigten Staaten ein Begriff. Aber auch in den Niederlanden wird die Süßkartoffel immer häufiger Bestandteil eines süßen Backprodukts. Das ist wegen des relativ großen Zuckeranteils der Süßkartoffel sehr logisch.

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Zum Schluss noch ein kleiner Tipp. Wie die meisten farbigen Lebensmittel (und damit meine ich keine Weingummis, sondern grünes, rotes, violettes und gelbes Gemüse) enthält auch die Süßkartoffel viele verschiedene Arten von Vitaminen und Mineralstoffen. In einer Ernährung, die wenig Vitamine und Mineralstoffe enthält, ist die Süßkartoffel also eine vernünftige Wahl. Dann ist allerdings fast jedes Gemüse- oder Obstprodukt eine gute Wahl.
Normale Kartoffeln enthalten übrigens ebenfalls viele Vitamine und Mineralstoffe, aber hier gewinnt die Süßkartoffel.

Fazit

Sowohl normale Kartoffeln als auch Süßkartoffeln sind in begrenztem Maß eine vernünftige Wahl für nahezu jede Diät, wie es die meisten unverarbeiteten Lebensmittel sind. Der Hype um die Süßkartoffel ist leicht übertrieben. Sie ist kein Superfood und keine bessere Alternative als unsere vertraute alte holländische Kartoffel. Verwende beide Produkte in deiner Ernährung, damit du eine Vielfalt an Nährstoffen aufnimmst. Achte auf die Zubereitung des Produkts (koche oder dämpfe sie vor allem und grille oder brate sie nicht zu oft) und sorge dafür, dass du Kartoffeln zusammen mit anderen Produkten wie mageren Proteinquellen und gesunden Fetten isst. Süßkartoffeln sind, für alle, die das hören möchten, gesund, aber kein Wundermittel. Und dasselbe gilt für normale Kartoffeln.

Referenzen

  • glycemicindex.com/about.php
  • precisionnutrition.com/regular-vs-sweet-potatoes
  • iamafoodie.nl/zoete-aardappel/
  • health.clevelandclinic.org/2013/03/white-potatoes-vs-sweet-potatoes-which-is-healthier/

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