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Cardio

Studie: Training in verschmutzter Luft ist ebenfalls gesund

| · 3 Min. Lesezeit

Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch wenn sie in durch Verkehr verschmutzter Luft stattfindet. Das zeigt eine neue Studie. 

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Ich denke, die meisten Menschen, die regelmäßig in einer belebten Stadt laufen oder Rad fahren, fragen sich das gelegentlich: „Tue ich mir damit nun etwas Gutes oder nicht, wenn ich in dieser Luft so aktiv bin?“ Besonders dann, wenn man am Ende eines intensiven Trainings nach Luft ringt, während ein dicker Diesel vorbeifährt. Draußen zu sein bedeutet mehr Kontakt mit der Luft, und aktiv zu sein bedeutet, dass man mehr davon einatmen muss.

Körperliche Aktivität senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Luftverschmutzung erhöht dagegen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen. Laut einem Team dänischer, deutscher und spanischer Forscher gab es nur wenige Informationen, die deutlich machen, ob schlechte Luftqualität die positiven Effekte von Aktivität aufhebt. Ihre Aufgabe war es, das zu ändern. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im  Journal of the American Heart Association [1].

„Auch in verschmutzter Luft bleibt Aktivität gesund“

Für ihre Studie werteten sie das Ausmaß an Aktivität im Freien aus, etwa Sport, aber auch Radfahren, Spazierengehen und Gartenarbeit. Das stellten sie Daten zur Aufnahme von Stickstoffdioxid aus verkehrsbedingter Luftverschmutzung gegenüber. Abschließend wurde untersucht, wie häufig ein Herzinfarkt auftrat. Sie verfügten über diese Daten von mehr als 50.000 Erwachsenen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren. Über einen Zeitraum von etwa 17,5 Jahren gab es 2.936 erste Herzinfarkte und 324 wiederkehrende Herzinfarkte. Um die Belastung durch verunreinigte Luft abzuschätzen, wurden nationale Daten zur Verkehrsverschmutzung an der Adresse der Teilnehmer genutzt.

Dies waren einige ihrer Schlussfolgerungen:

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  • Höhere Werte der Luftverschmutzung standen mit mehr Herzinfarkten in Zusammenhang. Das Risiko für einen ersten Herzinfarkt war 17 Prozent höher. Das Risiko für einen wiederkehrenden Herzinfarkt war 39 Prozent höher. Das Risiko war jedoch bei den körperlich aktiven Teilnehmern niedriger.
  • Vier Stunden körperliche Aktivität pro Woche (Kombination aller vier Aktivitäten) senkten das Risiko für wiederkehrende Herzinfarkte um 58 Prozent. Unabhängig von der Luftqualität.
  • Die Menschen, die draußen Sport trieben, hatten ein um 15 Prozent niedrigeres Risiko für einen ersten Herzinfarkt. Radfahrer hatten ein um 9 Prozent niedrigeres Risiko für einen ersten Herzinfarkt. In beiden Fällen galt dies wiederum unabhängig von der Luftqualität.
  • Die durchschnittliche Belastung durch Stickstoffdioxid bei Menschen mit einem Herzinfarkt (erstmalig oder wiederkehrend) lag noch nicht einmal bei der Hälfte (18,9 μg/m3) des EU-Richtwerts für Exposition (50 μg/m3).

Einfach weiterlaufen

Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass es sich selbst in Städten mit viel Verkehr und Luftverschmutzung weiterhin lohnt, aktiv zu sein. Dafür muss man nicht einmal besonders aktiv sein.

Man könnte auch schlussfolgern, dass die EU-Richtlinie etwas strenger gefasst werden darf.

Referenzen

  1. Nadine J. Kubesch, Jeanette Therming Jørgensen, Barbara Hoffmann, Steffen Loft, Mark J. Nieuwenhuijsen, Ole Raaschou‐Nielsen, Marie Pedersen, Ole Hertel, Kim Overvad, Anne Tjønneland, Eva Prescot, Zorana J. Andersen. Effects of Leisure‐Time and Transport‐Related Physical Activities on the Risk of Incident and Recurrent Myocardial Infarction and Interaction With Traffic‐Related Air Pollution: A Cohort StudyJournal of the American Heart Association, 2018; 7 (15): e009554
  2. https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.118.009554

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