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Interview Sylke Kempe

| · 23 Min. Lesezeit

In der FITsociety App stehen fachkundige Coaches bereit, um dich zu deinen Zielen zu begleiten. Coaches wie Sylke Kempe, Bikini-Fitness-Athletin und Lifestyle-Coach. 

Sylke Kempe

Ich bin Sylke, 24 Jahre alt. Ich wohne mit der Liebe meines Lebens und 2 Katzen im herrlichen Heerhugowaard. Du findest mich 5 Mal pro Woche im Fitnessstudio und ich liebe alles, was mit Ernährung und Fitness zu tun hat. Ich helfe Menschen gern und fordere mich selbst gern heraus, das Beste aus mir herauszuholen. Mir ist es gelungen, mein Leben komplett umzukrempeln, von der Nichtsportlerin zur Bikini-Fitness-Athletin und zum Lifestyle-Coach. 

"Fitness? Das würde ich doch nicht lange durchhalten"

Als ich etwa 15 war, wurde festgestellt, dass ich Arthrose in meinem Hüftgelenk habe und beginnend auch im Knie. Damals hatte ich sehr starke Beschwerden. Ich turnte auf recht hohem Niveau, musste damit wegen der Beschwerden aber leider aufhören. "Du musst lernen, mit dem Schmerz zu leben", hieß es. Unbewusst und bewusst wich ich Bewegung immer mehr aus. Schulsport machte ich nicht mehr, Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß ließ ich aus und wann immer es ging, suchte ich den leichteren Weg. Ich wurde immer als das Mädchen gesehen, das lieber faul war als müde, und als ich erzählte, dass ich mit Fitness angefangen hatte, wurde ich zunächst eigentlich knallhart ausgelacht. Das sei doch nichts für mich und das würde ich doch nicht lange durchhalten.

In meinem noch recht kurzen Leben habe ich schon ziemlich viel erlebt. Es hat mich zu dem geformt, wer ich bin und wer ich sein möchte. Ich habe an verschiedenen Orten gewohnt, immer auf der Suche nach einem Ort, jemandem oder etwas, wo ich passen würde, wo ich dazugehören würde. Auch beruflich konnte ich schwer etwas finden, das mich wirklich glücklich machte. Dadurch hatte ich viele verschiedene Jobs und auch darin war ich bekannt als diejenige, die innerhalb kürzester Zeit wieder etwas anderes hatte. Echte Disziplin und Durchhaltevermögen hatte ich also nicht, und ich floh lieber, um mich anschließend wieder in ein neues Abenteuer zu stürzen.

"Nicht leiden, sondern leiten"

Irgendwann hört das natürlich einmal auf, das Fliehen vor dir selbst. Ich hatte privat ziemlich heftige Dinge erlebt, ich war überarbeitet und geriet in ein schwarzes Loch, eine Form von Depression. Das war mein Wake-up-Call und auch dadurch ist die Liebe zur Fitness eigentlich entstanden. Im Nachhinein bin ich dafür also wirklich sehr dankbar. Es war Zeit, an mir zu arbeiten. Sowohl körperlich als auch mental. Zeit, nicht mehr zu fliehen, sondern mich für mich selbst zu entscheiden. Mein Leben nicht zu erleiden, sondern so zu führen, wie ich es wollte. So habe ich zuerst den körperlichen Teil angepackt. Ich wollte mich wieder wohl in meiner Haut fühlen, stolz sein können und mit einem guten Gefühl in den Spiegel schauen. Also bin ich ins Fitnessstudio gegangen. Ich fand es wahnsinnig beängstigend, die Schwelle war meterhoch, but I did it!

Es gefiel mir so viel besser als erwartet! Körperlich brachte es mir langsam etwas Ergebnis, aber mental hatte ich vor allem ein Ziel, um aus dem Bett zu kommen. Für etwas zu gehen. Ich merkte auch, dass es auf Dauer einen positiven Effekt auf meine Arthrose hatte und endlich eine Sportform war, bei der ich wenig Beschwerden hatte. Ich begann es so toll zu finden, dass ich das ganze Internet nach Informationen durchsuchte, über Training, aber nach einer Weile auch über Ernährung. Ich wollte mehr wissen, alles so gut wie möglich anwenden, um meinen eigenen Körper zu formen und das beste Ergebnis zu erreichen, das in diesem Moment möglich war. Ich dachte immer, dass ich jemand sei, der das nicht kann, der das nicht durchhalten würde, liebte auch wahnsinnig gern gutes Essen, aber trotzdem habe ich einen Weg gefunden, der funktioniert.

Fitnesstrainer

Um noch mehr Wissen über Ernährung und Verhalten zu sammeln, habe ich erfolgreich eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin absolviert. Danach habe ich eigentlich den Karrierewechsel von der Gastro-Tigerin zum Lifestyle-Coach gemacht und seitdem durfte ich bereits sicher 100 verschiedene Menschen zur besten Version ihrer selbst begleiten. Etwas, woraus ich unglaublich viel Erfüllung ziehe.

Bikini-Fitness

Als es bei mir selbst noch stärker kribbelte, das Äußerste aus mir herauszuholen und auf einer anderen Ebene noch mehr dazuzulernen, wollte ich gern einen Bikini-Fitness-Wettkampf machen. So eine Vorbereitung einmal erleben, schauen, ob ich diese Disziplin hätte. Ich selbst habe mir einen Wettkampf-Coach genommen, bin in einem Team gelandet und darauf bin ich inzwischen seit 1,5 Jahren unglaublich stolz.

Ich habe sehr viel von meinem Coach gelernt, im Bereich Training, aber vor allem auch im Bereich Ernährung. Inzwischen habe ich 2 Wettkämpfe gemacht und einen schönen 7. und 5. Platz erreicht. Auch dabei hatte ich jedoch heftige Ups und Downs. Nach meinem 2. Wettkampf bekam ich ein stark gestörtes Verhältnis zur Ernährung, das doch in Richtung Essstörung ging. Jetzt, gut 3 Vierteljahre später, kann ich stolz sagen, dass ich auch das überwunden habe und also weiß, wie ich damit umgehen muss. Inzwischen bin ich wieder voll in der Vorbereitung auf meinen 3. Wettkampf im März. Wieder ein spannender Lernweg.

100% Einsatz

Alles in allem habe ich einen langen Weg zurückgelegt, um dorthin zu kommen, wo ich jetzt stehe. Ich habe mir selbst bewiesen, dass etwas Negatives absolut in etwas Positives verwandelt werden kann. Dass aus dem Leben viel mehr herauszuholen ist.

Ich hätte nie gedacht, dass meine Träume sportbezogen sein würden, aber ich bin unglaublich froh und stolz, dass ich damals diesen Schritt gemacht habe. Ja, es kostet Zeit, aber eine bessere Investition gab es für mich nicht. Meine Stärke ist es, Menschen erkennen zu lassen, dass jeder da sein darf, dass Fehler nicht existieren und dass man aus allem lernen kann. Deshalb werde ich auch immer mein Bestes tun, um irgendwo die positive Seite zu beleuchten. Ich bin eine Stütze, Motivatorin, ein offenes Ohr und der Druck im Rücken und schaue wirklich auf das Individuum. Ich weiß, welche Hindernisse auf dem Weg kommen können, und ich weiß auch, wie du darüber hinwegkommst. Ich setze mich zu vollen 100% ein und werde auch dich pushen, dasselbe zu tun.

Ist es auch für dich time for a change? Zeit, dich selbst anzupacken und Zeit, das Ruder herumzureißen? Dann bist du bei mir absolut an der richtigen Adresse. Ich bin erst zufrieden, wenn wir einen Weg gefunden haben, der für dich funktioniert, wenn du stolz auf dich sein kannst. Bis dahin bin ich da, um dich darin zu unterstützen. ​

Auf zur WBFF

Wer kennt sie nicht, diese wunderschönen Models mit Flügeln. Ich bin sicher, dass einmal im Jahr fast jeder Mann und jede Frau vor dem Fernseher klebt wegen dieser einen bekannten Show. Der Victoria Secret Fashion Show. Wunderschöne Kreationen, mit oder ohne fantastische Flügel, getragen von bildschönen Angels. Einmal dazuzugehören, ist der Traum fast jedes Mädchens. Fast.

Mein Traum ist nämlich, an einer vergleichbaren Show teilzunehmen, aber an einer, die sich in einem sehr großen Punkt unterscheidet, nämlich dem Körper. Fashion meets Fitness.

Und das.. ..findest du nur bei der WBFF!

Klingt bekannt? Für manche vielleicht schon, für andere vielleicht nicht. Kurz gesagt ist dies ein internationaler Verband, der auf der ganzen Welt Wettkämpfe organisiert, bei denen es um eine Kombination aus Fashion und Fitness geht. Eine Show mit lots of glamour & fashion, bei der aber auch der Körper und der Model-Aspekt einen großen Einfluss haben. Die Shows finden an den schönsten Orten statt, die Athleten werden wirklich auf ein Podest gestellt und sie behaupten, das Beste vom Besten zu sein.

WBFF UK Show

Ich habe beschlossen, meinem Traum nachzujagen. Nach 2,5 Jahren, in denen ich mit viel Freude Wettkämpfe bei der IFBB gemacht habe, wechsle ich zur WBFF. Am 27. Mai werde ich an der WBFF UK Show in London teilnehmen. Hier in den Niederlanden ist die WBFF noch nicht so bekannt, weil die Shows bisher nicht in den Niederlanden waren.

Dieses Jahr gibt es jedoch auch eine Show in unserem kleinen Land und deshalb nehme ich euch im Voraus schon auf meinem ganzen Weg zum Wettkampf im Mai mit. Inside Info über den Verband, meinen Weg, alles, was dazugehört, um an so einem Wettkampf teilnehmen zu können, Posieren… ich werde all das in meinen Geschichten mitnehmen.

So.. Let’s get that Pro-card!

Liebe Grüße, Sylke

Ps. Wenn es Dinge gibt, die du gern wissen oder lesen würdest, sag es ruhig.. ich finde das nur schön!

WBFF, London

Noch einige Wochen, dann werde ich meine erste Show in London machen! Ich war noch nie in London, also ist es heimlich schon ziemlich spannend. Trotzdem finde ich es vor allem wirklich cool und schön und ich habe sehr viel Lust darauf. Die Shows der WBFF findet man wirklich auf der ganzen Welt. Es wird auch immer größer und es kommen immer mehr Länder dazu, in denen die WBFF sich zeigt.

So auch die Niederlande, dieses Jahr zum ersten Mal! Am 8. September wird es eine Show in Amsterdam geben, bei der auch Menschen aus anderen Ländern wieder mitmachen können und dürfen. Das macht es in meinen Augen sehr interessant. Es bietet nämlich viele Chancen und du lernst so viele Menschen kennen. Ich habe mich entschieden, zuerst eine Show in London zu machen, um schon Erfahrung zu sammeln und hoffentlich sogar schon meine Pro-Card zu holen. So bin ich dem großen Strom aus den Niederlanden ein kleines Stück voraus und weiß schon, wie es abläuft, falls ich beschließe, an der Show in den Niederlanden teilzunehmen.

Glitter & Glamour

Bevor du mitmachen kannst, musst du eine Menge Dinge regeln. Eines dieser Dinge ist natürlich deine Unterkunft.

Der Verband regelt es immer so, dass es ein festes Hotel gibt, in dem alle Teilnehmer schlafen. Das ist nicht verpflichtend, aber natürlich zu empfehlen. So holst du doch wieder einen kleinen Extrapunkt. In diesem Hotel findet auch die Anmeldung statt und hier ist auch das Tanning, beides am Tag vor dem Wettkampf. Die Hotels und die Locations der Shows sind wirklich die Creme de la Creme. Super luxuriös und schön. Einfach, um wirklich dieses Gefühl von Glamour zu geben. In London ist es ein wunderschönes 5-Sterne-Hotel im Zentrum. Hier ist für die Teilnehmer alles bis ins Detail geregelt. Das Schöne daran ist auch, dass du im Hotel sofort viele Menschen kennenlernst und, glaube ich, gleich eine Art Verbundenheit spürst. Praktisch ist auch, dass du dann einfach zur Anmeldung laufen kannst und mit deinem Tanning keinen Aufwand hast.

Die WBFF ruft natürlich immer, dass sie nur für das Beste vom Besten ist und dass es um Fashion und Fitness geht. Das machen sie auf diese Weise schon wahr. Das folgende Video vom letzten Jahr gibt einen schönen Eindruck.

https://www.youtube.com/watch?v=O-JxR6_gAjs

Dress to impress

Genau wie die Location ist auch die Anmeldung schick und glamourös. Hier sollst du in Abendkleidung erscheinen und dich wirklich herausputzen. Es ist deine ‘erste’ Bekanntschaft mit dem Verband, anderen Athleten und vor allem mit der Jury. Wirklich ihr erster Eindruck von dir, und der muss also komplett on point sein. Dein Partner darf einfach mit, aber auch von ihm wird erwartet, dass er ordentlich und in style gekleidet ist. Etwas, womit du also unbedingt rechnen solltest, auch in der Vorbereitung und beim Aussuchen der Kleidung.

Auch die Location der Show (in diesem Fall indigo at the O2 in London) ist wirklich super. Groß und schick, perfekt passend zu dem, was die WBFF ausstrahlen will. Für hier in den Niederlanden können wir also auch davon ausgehen, dass es an einem der schönsten Orte der Niederlande sein wird. Ein Ort, an dem wirklich die Athleten die Stars der Show sind und auch so behandelt werden. Das liebe ich!

Mein Hotel ist auf jeden Fall schon gebucht, eines der ersten Dinge, die ich erledigt hatte. Dann ist es wenigstens geregelt! Tanning, Haare und Make-up und die Anmeldung sind up next. Langsam fallen die Puzzleteile an ihren Platz und es beginnt wirklich der Countdown.

Beauty is in the skills of the poser

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In diesem Blog nimmt Sylke uns mit ins Posieren für Wettkämpfe der WBFF, inklusive eines Videos von ihren Posingstunden.

Links, rechts, Hände in die Seite, Schultern nach hinten und pose! Eines der wichtigsten Dinge an dem Wettkampf, den ich machen werde, ist doch das Posieren. Es ist wichtig, dass du dich auf die bestmögliche Weise präsentierst. Deine Shape kann unglaublich gut sein, aber wenn du nicht posieren kannst, reicht es leider nicht. Für mich ein Vorteil, denn genau das ist der Teil, der mir am meisten Spaß macht und der mir auch ziemlich gut liegt. Diese Minuten auf der Bühne sind wirklich mein Ding und meine eigenen Posen und Routine zu entwickeln ist, sagen wir mal, 'noch mehr mein Ding'.

https://youtu.be/SFC0rI6dvyY

Bei der IFBB war ich eine bestimmte Art des Posierens gewohnt, feste Posen, die immer wieder zurückkamen und von denen man während der Vergleiche absolut nicht abweichen konnte. Natürlich kannst du auch das ein wenig zu deinem eigenen machen, aber die Basis ist für alle gleich. Beim I-walk kannst du etwas mehr dein eigenes Ding machen, aber auch hier gibt es immer einige Grundposen, die wiederkommen.

Ich selbst hatte eigentlich nie Posingunterricht. Ich habe nur einmal bei einer Clinic des Verbands mitgemacht. Ich wollte den Posen gern meine eigene Richtung geben und dadurch war ich, glaube ich, doch ein bisschen zu stur für echten Posingunterricht von jemand anderem. Zu Hause übte ich schon, mit einem Spiegel im Wohnzimmer war ich doch immer wieder dabei, die Posen durchzugehen und meine Shape zu checken. Meine 'Stage Performance' war zum Glück immer ziemlich in Ordnung, und dafür habe ich zum Glück auch öfter Komplimente vom Verband zurückbekommen. Super schön zu hören und das gibt mir auch wieder Vertrauen für den kommenden Weg.

Posieren für die WBFF

Aber dann kommst du zur WBFF, komplett anders. Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen! Keine festen Posen mehr, alles darfst du einfach selbst bedenken und machen. Alles, um deinen Körper wirklich so schön wie möglich zur Geltung zu bringen. Auf der Suche nach den Posen, die also für deinen Körper funktionieren, und das macht jeden Teilnehmer auf der Bühne einzigartig, I love it! Du hast 2 verschiedene Runden. Auf jeden Fall in Bikini (darüber in einem nächsten Blog mehr) und daneben mache ich eine Runde in Galakleidung. Die erste Runde besteht aus deiner eigenen Routine und danach den Vergleichen mit einem sogenannten Pose Down.

In den Vergleichen hast du zwar die Front-, Side- und Backpose, die du alle durchgehst. Wie diese aussehen, darfst du jedoch vollständig selbst bestimmen. Beim Posedown kommen alle Damen nach vorn und machen in 1 Minute eine Art Battle. Innerhalb dieser Minute musst du deine besten Seiten und Posen zeigen und dafür sorgen, dass genau du diejenige bist, die in der ganzen Gruppe auffällt. Die Galarunde ist mehr eine Art Parade, du läufst in einer Art Halbkreis auf die Bühne, mit etwas Abstand, aber nacheinander. Vorne auf der Bühne nimmst du dann eine Pose ein und dann darfst du weiter. Heimlich also ein Stück einfacher als die Bikini-Runde!

Posingstunden

Inzwischen bin ich schon ein paar Wochen in Prep.. Und ich habe sogar gerade mit meiner finalen Diätphase begonnen. Das bedeutet, dass ich 10 weeks out bin. Posieren war also wirklich ein Punkt, den ich so schnell wie möglich angehen musste. Während manche Athleten manchmal ein Jahr an ihren Posen und ihrer Routine üben, habe ich insgesamt etwa 20 Wochen. In den vergangenen Wochen hatte ich meine ersten Stunden. Bei meinen eigenen Coaches Miquel und Esther von Posing ME Performace und eine Clinic bei WBFF Pro Evelien Nellen.

Auch ich muss daran glauben, denn auf eigene Faust werde ich es dieses Mal, denke ich, nicht schaffen. Wenn ich meine Pro-Card holen will, muss mein Posieren einfach on point sein. Es läuft zum Glück gut, auch weil ich viel geübt habe, aber jetzt geht es wirklich um Details und um die i-Punkte. Alles muss stimmen, die Art, wie dein Bein steht, wie du schaust, was deine Arme tun.. wirklich alles. Interessant, lehrreich und wirklich eine schöne Herausforderung.

Meine Routine habe ich inzwischen zusammengestellt und ab jetzt heißt es ständig alles durchgehen: die Posen, die Transitions, die Art zu laufen, Bewegungsgeschwindigkeit und vor allem das Styling, um die Bewegungen abzurunden. Dabei kommen viele Einflüsse aus der Tanzwelt dazu und das ist für mich ziemlich neu. Zum Glück habe ich meine Coaches, die mich darin unterstützen, und mit ihnen wird das ganz sicher gelingen.

Ich habe vollstes Vertrauen, dass das bis zum 27. Mai gut kommt, und kann es kaum erwarten, auf die Bühne zu dürfen und meine Routine zu zeigen.

Noch 1 Woche bis zur WBFF London!

Und ehe du dich versiehst, sind wieder einige Wochen vergangen. Inzwischen ist noch 1 Woche bis zum Wettkampf und damit ist es mehr als Zeit für ein Update. Nach dem Wettkampf werde ich sicher auch noch einen Blog schreiben, wie es nun gewesen ist und wie ich alles erlebt habe.

Die vergangenen Wochen standen vor allem wirklich im Zeichen von Fokus und Weitermachen. Nicht, dass die Prep selbst per se schwer war, aber leider gab es einige unvorhergesehene Umstände, die es nicht gerade leichter gemacht haben. Daneben fliegen die Wochen vorbei und es war vor allem sehr wichtig, Prioritäten zu setzen. Ich selbst habe den Wettkampf sehr hoch auf meiner Prioritätenliste stehen und dadurch mussten viele andere Dinge weichen.

In the picture

Ich war viel mit meinen Trainings, dem Posieren, aber auch damit beschäftigt, Social Media so gut wie möglich zu nutzen. Sich vor dem Wettkampf nämlich ein wenig in the picture zu spielen, ist ziemlich wichtig. Die WBFF ist eine riesige Organisation, aber auf Social Media sind sie sehr präsent. Das finde ich selbst auch so schön, sie scheinen ihre Athleten wirklich auf ein Podest zu stellen und stolz auf ihre Athleten zu sein. Sogar Athleten, die in Vorbereitung sind, werden ab und zu geteilt.

Ich habe mir daher von der Organisation ein Banner machen lassen. Das kannst du dann als ein Stück Promomaterial nutzen, aber so ist es für sie (und Mitathleten) auch sofort klar, welchen Wettkampf du machen wirst. Schön, also Mitstreiterinnen zu folgen und schön, dich selbst etwas mehr in the picture zu bringen. Für jeden Wettkampf gibt es angepasste Banner und du schickst deine eigenen Fotos ein. Letztlich geht es also eigentlich ein bisschen darum, gesehen zu werden, einfach um schon einen ersten Eindruck zu hinterlassen.

Die letzten Checks

Mit nur noch ein paar Wochen ist es jetzt wirklich wichtig, die letzten Dinge zu regeln. Mein Kleid musste enger gemacht werden, letzte Hand an den Bikini, letzte Einkäufe, Route für London planen, Outfits bereitlegen, Koffer packen und nicht zu vergessen dafür sorgen, dass Haare, Nägel usw. gemacht werden, damit du beim Wettkampf gleich top aussiehst. Zwischendurch die letzten Trainings und Posieren und natürlich.. auch viel ausruhen. Die Tage sind schnell zu kurz, aber auch wieder viel zu lang, denn wie sehr willst du doch, dass es endlich so weit ist.

Um mich herum bekomme ich schon viele Erfolgswünsche und so merkst du doch, dass es erschreckend nah kommt. Die letzten Checks werden gemacht, die Generalprobe mit dem Posingteam war und das Kribbeln beginnt wirklich zu kommen.

So wie die Planung jetzt aussieht, habe ich am Samstag mein Tanning geplant. Dieses muss 8 Stunden einziehen und dann kannst du duschen. Kurz vor der Anmeldung werde ich also duschen können, damit meine Tan im Moment der Anmeldung schön ist.

Dieser erste Eindruck

An diesem Abend heißt es dress to impress und es ist der echte erste Eindruck, der also eigentlich schon perfekt sein muss. Nach diesem Abend schön im Hotel schlafen und dann am nächsten Morgen um 10 Uhr schon mein Make-up und Haare, vor Ort! Das bedeutet, dass ich also schon früh in der O2 bin. Der Wettkampf selbst beginnt erst gegen 6 Uhr und gegen halb 4 gibt es eine Art Meeting auf der Bühne mit letzten Anweisungen und Erklärungen für die Athleten.

Ab diesem Moment heißt es warten, bis der Saal voll ist und die Show beginnen kann. Die Show dauert etwa 4 Stunden und nach deinen 2 Runden hörst du direkt schon das Ergebnis. Alles in allem also kein gigantisch langes Warten, bis du mehr weißt. Backstage bist du nur auf Mitathleten angewiesen, denn Coaches dürfen nicht backstage. Auch keine Matten und Luftmatratzen, sondern Bänke und eher einfach schön mit anderen socializen. Super spannend!

Gas geben!

Natürlich setze ich auf diesen ersten Platz. Trotzdem weiß ich, dass ich einige starke Damen mir gegenüberstehen habe und ich weiß, dass es ein Jurysport ist. Wieder ganz neue Richtlinien, sie suchen vielleicht wieder ganz andere Dinge als ich von der IFBB kenne, und das macht es sehr spannend. Ich kann jedenfalls sagen, dass ich alles getan habe, um mich dort so gut wie möglich zu präsentieren, und ich bin unglaublich gespannt, wie der Tag laufen wird.

Und dann merkst du plötzlich, dass der Wettkampf schon wieder Wochen her war. Auch nach einem Wettkampf fliegt die Zeit. Höchste Zeit also für ein Update und vor allem auch Zeit, meine WBFF-Erfahrung zu teilen!

Tag des Wettkampfs

Am Wochenende vom 26. Mai war es so weit. Endlich mein erster WBFF-Wettkampf in London. Am Freitag flogen wir schon dorthin und am Samstag sollte das ganze Fest offiziell starten. Den Freitag haben wir schön ruhig im Hotel verbracht, um Kräfte zu sparen und uns auf die 2 Tage vorzubereiten, die folgen würden. Am Samstag war es schon früh Zeit, ins Tanning zu gehen. Um 11 Uhr waren die ersten 2 Schichten drauf. Eine schöne tiefe Farbe, die nach 8 Stunden Trocknen ausreichend in die Haut eingezogen sein musste, um duschen zu können. Leider konnte ich vor der Anmeldung noch nicht duschen. Diese war am Samstagnachmittag ab etwa 5 Uhr.

Dress to impress, semi-formal. Das war der Dresscode für diesen Abend. Zuerst waren alle Athleten dran, sich anzumelden, ihre Stage-Fotos zu regeln und die Nummer abzuholen, die du auf der Bühne tragen würdest. Danach sollte es eine Willkommensrede vom großen Boss selbst geben: Paul Dillet. Die Anmeldung lief sehr flott. Gut organisiert und klar. Alle waren sehr schön gekleidet, einige schon im Tanning, andere nicht. Dieser Moment war natürlich sofort dein erster Eindruck. Von anderen Athleten, aber natürlich auch von der Jury. Alles in allem war es ziemlich schnell vorbei. Danach wurden noch einige Fotos gemacht und gegen halb 9 standen wir wieder draußen. Zeit zu essen und rechtzeitig schlafen zu gehen, denn am nächsten Tag war show day!

Show day

Am Sonntagmorgen fuhren wir schon früh zur Showlocation. Coaches dürfen nicht backstage mit, ebenso wenig Familie oder Freunde, also bist du wirklich aufeinander oder auf dich selbst angewiesen. Das war schon spannend, aber dort angekommen merkte ich schnell, dass die ganze Atmosphäre sehr gut und gesellig war. Alle waren sehr hilfsbereit. Um halb 11 hatte ich Haare und Make-up, das wurde von einem Team gemacht, das an die WBFF angeschlossen ist. Auch hier merkst du wieder die enorm herzliche Atmosphäre untereinander. Komplimente fliegen dir wirklich den ganzen Tag um die Ohren. Das gibt einen enormen Boost und macht den Tag wirklich so, dass du dich wie eine kleine Prinzessin fühlst.

Um 12 Uhr kam die letzte Schicht Tanning drauf. Morgens konnte ich einfach duschen, wodurch die Tanning jetzt einen schönen sonnengebräunten Effekt auf der Haut gab. Darüber kam noch ein Top Coat, der eine Art glänzenden Effekt gibt. Wirklich der Finishing Touch. Danach war es Zeit, den Bikini anzuziehen, dafür zu sorgen, dass das richtige Essen hineingeht, zu entspannen und schön um sich herumzuschauen. So unglaublich viele schöne Bikinis, die dort vorbeikamen, jeder ist wirklich einzigartig. Ich fand das sehr schön zu sehen. Wie alle sich so viel Mühe gegeben hatten.

Showtime!

Gegen halb 3 war es Zeit für eine kurze Probe auf der Bühne. Die Eröffnungsparade wurde erklärt und einmal gemacht und wir bekamen Informationen über die Route, die du während deiner eigenen Routine laufen musstest. Schön, diese extra Informationen noch vor der Show. Danach hatten wir noch kurz Zeit, die letzten Dinge zu erledigen, und dann war Showtime!

Zuerst die eigene Routine, danach die Vergleiche und anschließend der posedown im Bikini. Danach gab es kurz eine Pause und dann hatte ich noch meine Galarunde. Anschließend wurde direkt der Preis für das beste Abendkleid verliehen und danach die Preisverleihung der Klasse. Alles in allem dauerte die Show etwa 4 Stunden. Nicht allzu lang und schön schnell das Ergebnis, was sehr angenehm war.

Ich bin mit dem Preis für das schönste Abendkleid nach Hause gegangen (jeej!!) und außerdem mit einem 3. Preis in meiner Kategorie: 'bikini tall'. Über beides bin ich unglaublich glücklich und stolz. Natürlich ging ich mit dem Ziel dorthin, diese Pro-Card zu holen, aber leider war das (jetzt) noch nicht der Fall. Ich habe genug Punkte für mich, an denen ich arbeiten möchte, und diese Pro-Card kommt noch!

Diva

Alles in allem hat mir der Wettkampf sehr gut gefallen. Ich fand die Atmosphäre unglaublich schön, angenehm und gesellig. Ich habe mich den ganzen Tag wirklich wie eine Diva gefühlt, alle waren unglaublich schön und gehörten auch wirklich auf diese Bühne. Die Show war sehr gut organisiert, du bekamst viel Zeit auf der Bühne und eigentlich kann ich nur wenige Minuspunkte nennen. Es ist jedoch wirklich eine teure Angelegenheit, wodurch ich nicht einfach mal eben einen neuen Wettkampf machen kann.

Aber ich komme sicher zurück, um meine Pro-Card abzuholen!

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