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Gesunde Ernährung

Studie: Pilze als Anti-Aging-Mittel

| · 5 Min. Lesezeit

Pilze enthalten große Mengen von zwei Arten Antioxidantien, die nach Ansicht einiger Wissenschaftler den Alterungsprozess verlangsamen können.

Freie Radikale und Alterung

Wir stecken mitten im Herbst, also kannst du Facebook kaum öffnen, ohne von Fotos von Pilzen überflutet zu werden.  Offenbar kannst du diese Fotos jedoch als eine Art Superfood oder 'Anti-Aging-Mealprep-Fotos' sehen.

Die bekannte Theorie des Alterns durch freie Radikale geht von der vergiftenden Wirkung mancher freier Radikale aus, die als Nebenprodukt bei der Verdauung entstehen. Wenn wir Nahrung in Energie umwandeln, führt dies auch zu sogenanntem oxidativem Stress. Freie Radikale sind Sauerstoffatome ohne gekoppeltes Elektron. Im Körper suchen sie nach Elektronen, mit denen sie sich koppeln können, und können dabei Zellen, Proteine und sogar DNA beschädigen. Diese Schäden werden unter anderem mit verschiedenen Alterskrankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten und Alzheimer in Verbindung gebracht.

Eine der Weisen, auf die der Körper versucht, diese Schäden zu verhindern, ist mithilfe von Antioxidantien wie Ergothionein und Glutathion. Das Auffüllen der Mengen dieser Antioxidantien wäre den Forschern von Penn State zufolge eine gute Möglichkeit, den Körper dabei zu unterstützen.

Antioxidantien in Pilzen

Forscher entdeckten, dass Pilze große Mengen zweier Antioxidantien enthalten, nämlich Ergothionein und Glutathion. Wichtige Antioxidantien laut Robert Beelman, emeritierter Professor für Food Science und Direktor des Penn State Center for Plant and Mushroom Products for Health. Außerdem entdeckten sie, dass die Menge dieser Antioxidantien je nach Pilzart stark unterschiedlich ist. Nach Ansicht der Forscher steht fest, dass Pilze die größte Quelle dieser Antioxidantien in der Ernährung sind und dass manche Pilze wahre Antioxidantienbomben sind. Die Befunde wurden in Food Chemistry veröffentlicht [1].

Die Forscher verglichen 13 verschiedene Pilze. Der porcini, oder Steinpilz (Boletus edulis) , enthielt am meisten Ergothionein und Glutathion. Praktisch, denn dies ist ein beliebter Wildpilz, und in Italien soll das Suchen danach den Forschern zufolge eine Art nationaler Zeitvertreib sein.

Leider essen wir in den Niederlanden vor allem den Agaricus bisporus , besser bekannt als 'Champignon', was einfach der französische Name für 'Pilz' ist. Der weiße Champignon enthielt in der Studie gerade am wenigsten Ergothionein und Glutathion. Aber das ist immer noch mehr als in anderen Arten gesunder Lebensmittel.

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Ergothionein und Glutathion schienen allerdings miteinander zu korrelieren. In Pilzen, in denen das eine Antioxidans in großen Mengen vorkam, galt dies auch für das andere Antioxidans. In allen Pilzen befanden sich die größten Mengen übrigens im Hut des Pilzes und in geringerem Maße im Stiel.

Das Kochen der Pilze schien keinen Effekt auf das Ergothionein zu haben, das hitzebeständig ist. Mir ist unklar, ob dies auch für Glutathion gilt.

Antioxidantien und Alterung

Dennoch steht noch nicht fest, dass diese Antioxidantien in Lebensmitteln tatsächlich einen Effekt auf verschiedene Eigenschaften des Alterungsprozesses haben. Laut Beelman muss Folgestudien daher noch tiefer in die Rolle von Ergothionein und Glutathion beim Risiko eintauchen, Gehirnerkrankungen wie Parkinson und Alzheimer zu entwickeln. Bis jetzt basieren die Annahmen vor allem auf Daten aus Ländern, in denen viel Ergothionein in der Ernährung steckt. Länder wie Frankreich und Italien, wo diese Gehirnerkrankungen offenbar seltener vorkommen als zum Beispiel in den USA, wo viel weniger Ergothionein in der Ernährung steckt. Beim Unterschied musst du an etwa 3 Milligramm pro Tag denken, umgerechnet etwa fünf Champignons.

Ob dieser Zusammenhang kausal ist, ist unbekannt. Der antioxidative Stressschutz von zum Beispiel Ergothionein wurde bis jetzt nur in Reagenzgläsern gezeigt [2-4], während der Effekt beim Menschen noch unbekannt ist [5]. Dass dabei vor allem Ergothionein in der Ernährung betrachtet wird, kann daran liegen, dass der Körper selbst Glutathion aus Glutaminsäure, Cystein und Glycin bilden kann [5]. Glutathion ist daher auch kein 'essenzieller Nährstoff' in dem Sinn, dass es aus der Ernährung aufgenommen werden muss, und es kommt bereits in großen Mengen im Körper vor. Dennoch scheint Glutathion in der Ernährung die Menge im Blut erheblich erhöhen zu können [6]. Etwas, das bei einer Ernährung mit den Vorläufern Glutaminsäure, Cystein und Glycin nicht geschieht. Eine direkte Quelle von Glutathion kann sich also doch als Mehrwert erweisen.

Es gibt jedenfalls genügend Anlass, hierzu mehr Forschung durchzuführen.

Referenzen

  • Michael D. Kalaras, John P. Richie, Ana Calcagnotto, Robert B. Beelman. Mushrooms: A rich source of the antioxidants ergothioneine and glutathione. Food Chemistry, 2017; 233: 429 DOI: 10.1016/j.foodchem.2017.04.109
  • Fahey RC (2001). "Novel thiols of prokaryotes". Annu. Rev. Microbiol. 55: 333–56. PMID 11544359. doi:10.1146/annurev.micro.55.1.333.
  • Pfeiffer, C; Bauer, T; Surek, B; Schömig, E; Gründemann, D (2011). "Cyanobacteria produce high levels of ergothioneine". Food Chemistry. Elsevier. 129 (4): 1766–1769. doi:10.1016/j.foodchem.2011.06.047.
  • Mann T, Leone E (January 1953). "Studies on the metabolism of semen. 8. Ergothioneine as a normal constituent of boar seminal plasma. Purification and crystallization. Site of formation and function". Biochem. J. 53 (1): 140–8. PMC 1198115 Freely accessible. PMID 13032046.
  • Cheah, Irwin K.; Halliwell, Barry (2012-05-01). "Ergothioneine; antioxidant potential, physiological function and role in disease". Biochimica et Biophysica Acta. 1822(5): 784–793
  • C.R. Harington, T.H.Mead  : Synthesis of glutathione  Biochem.J.  29  (7)  pag. 1602 – 1611 (1935)
  • Hagen TM, Wierzbicka GT, Sillau AH, Bowman BB, Jones DP. Bioavailability of dietary glutathione: effect on plasma concentration. Am J Physiol. 1990 Oct;259(4
    Pt 1):G524-9. PubMed PMID: 2221062.

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