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Training hassen? Es liegt in den Genen

| · 5 Min. Lesezeit

Süchtig nach Training oder eher allergisch dagegen? Es liegt zu einem großen Teil in den Genen.

"Krank am Sporttag?"

Meine Tochter hatte neulich eine schlechte Note in Sport, oder besser gesagt: im Sportunterricht. "Nicht fair", sagte meine Tochter. "Ich war nicht einmal da, weil ich krank war".

"Das hast du von deiner Mutter", denke ich dann. Wenn ich jemals zu krank gewesen wäre, um zur Schule zu gehen, dann sicher nicht an einem Sporttag. Das ist schließlich der schönste Schultag des Jahres. Aber ja, ich war auch so jemand, der im Sportunterricht immer der Beste der Klasse sein wollte.

Das einzige Mal, dass ich eine schlechte Note in Sport bekam, war, als ich mich weigerte, auf dem Außenplatz bei Aerobics mitzumachen.

Mitten zwischen drei Schulgebäuden mit zuschauenden Kindern hatte ich meiner Meinung nach einen viel zu coolen Ruf aufgebaut, um alberne Dance Moves auszuführen.

Was alles andere betraf, war ich jedoch bluternst dabei. Freiwillig an deine Grenzen gehen, schauen, wie weit du kommen konntest, wie schnell du gehen konntest, wie lange du es durchhalten konntest, das fand ich immer schön und sehr befriedigend. Zu wenige Fahrräder, um nach dem Ausgehen alle zusammen nach Hause zu fahren? No problem, nimm meins, ich renne schon.

Ich konnte deshalb nie wirklich etwas von den Kindern verstehen, die sich mit dem bekannten Arztzettel beim Sportlehrer abmeldeten.

"Ich habe nichts mit Sport am Hut"

Vor ein paar Jahren hörte ich eine Kollegin sagen:

"Sport, damit habe ich überhaupt nichts am Hut! Sich ein bisschen ins Schwitzen rennen."

Das konnte ich mir nicht vorstellen. Natürlich ist es nicht seltsam, dass du manche Sportarten nicht magst. Aber Sport im Allgemeinen? Für mich ist das dasselbe, als würdest du sagen, dass du keine Musik magst. Sie sagte es außerdem auf eine Weise, aus der hervorging, dass sie Menschen, die zum Spaß Sport treiben, für verrückt erklärt.

Sich ein bisschen ins Schwitzen rennen." Das konnte ich mir nicht vorstellen. Natürlich ist es nicht seltsam, dass du manche Sportarten nicht magst. Aber Sport im Allgemeinen? Für mich ist das dasselbe, als würdest du sagen, dass du keine Musik magst. Sie sagte es außerdem auf eine Weise, aus der hervorging, dass sie Menschen, die zum Spaß Sport treiben, für verrückt erklärt.

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Dass die betreffende Kollegin nicht aktiv Sport trieb, war keine Überraschung. Als ich später für sie und eine andere Kollegin den BMI berechnete und dies erklärte, erschrak sie doch ziemlich. Wörter wie "Adipositas" und "morbide Adipositas" klangen offenbar nicht so angenehm.

Gene zum Trainieren

Ich dachte immer, es habe etwas mit Erziehung zu tun. Seit meinem fünften Lebensjahr gab es keinen Moment, in dem ich nicht irgendeinen Sport machte. Trotzdem hätte mir auffallen müssen, dass es zum Beispiel im Baseballteam oder Basketballteam immer Jungen gab, die dort mit deutlich weniger Freude zu sein schienen. Jungen, bei denen du immer einen Seufzer aus dem Mund kommen sahst und hörtest, wenn der Coach sagte: "noch eine Runde um das Feld". Forschung aus Georgia bestätigt zum Glück, dass Erziehung nur ein Teil der Geschichte ist.

"Gene, vor allem diejenigen im Gehirn, die Dopamin steuern, spielen möglicherweise eine Rolle in der Neigung einer Person, Training gern zu mögen oder gerade zu vermeiden". So Rodney Dishman von der University of Georgia.

Er präsentierte seine Ergebnisse aus Untersuchungen an Ratten und Menschen in seinem Vortrag "Genetics of Exercise Avoidance" während des Integrative Biology of Exercise 7 Meetings in Phoenix [1].

Laut Dishman haben Untersuchungen an Zwillingen und Familien gezeigt, dass 20 bis 60 Prozent der Variation in körperlicher Aktivität erblich ist. Die genauen Gene, die dazu führen, werden jedoch noch nicht gut verstanden. Es seien jedenfalls vor allem die Belohnungszentren im Gehirn, die dafür sorgen, dass du körperliche Aktivität suchst oder gerade vermeidest, sowohl bei Tieren als auch bei Menschen. Insbesondere die Neuronen im Gehirn, die Dopamin regulieren. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der hilft, die Regionen im Gehirn zu regulieren, die Dinge wie Motivation, Freude und Belohnung steuern.

Dishman hat in seiner Untersuchung auch andere persönliche Eigenschaften berücksichtigt, die zu körperlicher Aktivität beitragen oder gerade dafür sorgen, dass du sie vermeidest. Dinge wie deine Fähigkeit, Ziele zu setzen, Selbstbeherrschung, Fitness und Fähigkeiten. Seine aktuelle Forschung lässt vermuten, dass Dopamin nicht nur einen direkten Effekt auf dein Bedürfnis hat, aktiv zu sein oder gerade nicht aktiv zu sein. Es hätte auch einen indirekten Effekt, indem es zum Beispiel die oben genannten Eigenschaften beeinflusst. Nimm wieder meine Kollegin. In ihrem Fall zeigte sich, dass sie sich nie das Ziel gesetzt hatte, abzunehmen. Würde sie das tun, würde sie anschließend also auch darauf stoßen, dass es ihr viel schwerer fällt, von sich selbst die richtige körperliche Anstrengung zu verlangen.

Wissen heißt trainieren und diäten

Solche Untersuchungen sind vor allem nützlich für Personal Trainer, Fitnesstrainer und also auch Sportlehrer. Oft sind das nämlich Menschen wie ich. Diese übereifrigen Typen, die ständig in der Turnhalle herumhüpften und darauf brannten, ein zitterndes Kind nach dem anderen beim Völkerball durch die Wand zu werfen. Gerade für uns ist es schwer vorstellbar, dass du keinerlei Affinität zu Bewegung und Sport hast.

Doch oft werden es genau diese Kunden sein, die sich bei uns anmelden. Mit dem Verständnis, dass es im Kopf einer solchen Person einfach ganz anders funktioniert, kommst du dann oft ein gutes Stück weiter.

Referenzen

  1. American Physiological Society (APS). (2016, November 4). Hate exercise? It may be in your genes. ScienceDaily. Retrieved November 15, 2016 from sciencedaily.com/releases/2016/11/161104102446.htm

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