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Forschung

Studie: Fortschrittsfotos als Messinstrument und Motivation

| · 8 Min. Lesezeit

Das Teilen von Fortschrittsfotos erweist sich laut einer neuen Studie als nützliches Hilfsmittel, um deine Ziele zu erreichen. Aber was ist nun die beste Art, solche Fotos zu machen?

Fortschrittsfotos als Motivationsmittel

Vor zwei Wochen teilte ich zum ersten Mal Before-and-after-Fotos von mir auf Facebook. Nicht, weil ich 20 Jahre für das After-Foto gebraucht hätte, sondern weil ich zufällig ein paar Before-Fotos gefunden hatte. Wenn ich damit zwanzig Jahre früher begonnen hätte, hätte mir das möglicherweise mehr gebracht. Progress Pics zu teilen ist mehr als Eitelkeit. Laut aktueller Forschung ist es ein legitimes Hilfsmittel.

Dr. Sonya A. Grier, Professorin für Marketing an der American University Kogod School of Business, ist Co-Autorin der Studie "Weight Loss Through Virtual Support Communities: A Role for Identity-based Motivation in Public Commitment". Die Ergebnisse wurden im Journal of Interactive Marketing veröffentlicht. In der Studie untersuchten die Forscher die Rolle virtueller Gemeinschaften und öffentlicher Verpflichtung beim Gewichtsverlust.

Aus der Studie geht hervor, dass deine Identität in sozialen Medien dazu motiviert, deine Ziele zu teilen. Die virtuellen Gemeinschaften können anschließend Unterstützung bieten, die in der echten Welt nicht immer möglich ist.

Nun werden hier die Begriffe Before-and-after-Fotos und Fortschrittsfotos durcheinander verwendet, obwohl es da durchaus einen wichtigen Unterschied geben kann. Before-and-after-Fotos sind vor allem dazu gedacht, zu motivieren, zu inspirieren oder sogar zu imponieren. Und natürlich, um mit deinem Ergebnis anzugeben. Fortschrittsfotos sind vor allem dazu gedacht, dir selbst einen Eindruck von deinem Fortschritt zu geben. Bei Before-and-after-Fotos können einige Mittel eingesetzt werden, um den Unterschied zwischen Anfangs- und Endpunkt optisch zu vergrößern. In meinem Fall wurde dieser Unterschied zum Beispiel dadurch vergrößert, dass ich inzwischen Fitnessfotograf bin und den Einfluss von Licht verstehe. Die zwanzig zusätzlichen Kilo halfen dabei natürlich auch. Andere bekannte Tricks aus der Werbung sind unter anderem eine absichtlich schlechte Haltung auf dem Before-Foto, Muskelpump für das After-Foto, ein paar Liter Unterschied bei der Flüssigkeitsaufnahme, Bauch einziehen oder nicht, Bauchmuskeln anspannen und natürlich Photoshop.

Solange du keine gefälschten Abnehmpillen verkaufen willst, ist das in Ordnung. Es kann das Bild der Person sein, die du sein willst und sein kannst, es sei denn, du übertreibst natürlich mit Photoshop. Dich selbst auf diese Weise zu sehen und schönes Feedback von anderen zu bekommen, kann eine ordentliche Dosis positiver Bestätigung bedeuten. Du bist gut unterwegs, du schmeckst die Früchte deiner harten Arbeit und es macht Lust auf mehr.

Fortschrittsfotos hingegen sollen vor allem ein ehrliches Bild der Ergebnisse zeigen, die du bisher erzielt hast. Ein Fortschrittsfoto ist ein ehrliches Before-and-still-at-work-Foto. Bewusst besseres Licht für ein Fortschrittsfoto zu suchen, ist wie sich zu wiegen, während du das Waschbecken benutzt, um dich ein wenig hochzudrücken.

Fortschrittsfotos als Messinstrument machen

Ein Fortschrittsfoto solltest du daher als Messinstrument sehen, genau wie deinen Körperfettanteil, dein Gewicht und deine Maße. Wenn du vor allem mit Blick auf dein Aussehen trainierst oder Diät hältst, ist das Fortschrittsfoto faktisch das wichtigste Messinstrument.

Für das Fortschrittsfoto gilt wie für andere Messungen, dass du die Umstände für eine möglichst ehrliche Einschätzung so gleich wie möglich halten solltest.

Bei diesen Umständen/Variablen solltest du beim Fortschrittsfoto an Folgendes denken:

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  • Den Zustand deines Körpers
  • Die Haltung deines Körpers
  • Die Position deines Körpers im Verhältnis zur Kamera
  • Die Lichtquelle

Der Zustand deines Körpers

Schon eine einzige Mahlzeit kann einen deutlichen und schnellen Effekt auf das Aussehen deines Körpers haben. Die Menge an Zucker, die als Glykogen in deinem Blut gespeichert ist, die Wassermenge in den Muskeln und unter der Haut. Ein aufgeblähtes Gefühl, vor oder nach einem Toilettenbesuch und sogar der Ausdruck in deinem Gesicht. Die einfachste Art, diese Umstände möglichst gleich zu halten, ist natürlich, Fortschrittsfotos direkt nach dem Aufstehen zu machen. Vielleicht nicht ganz dein fotogenster Moment des Tages, aber wahrscheinlich der konstanteste, was deinen Körper betrifft. Auch bei der Kleidung willst du dies so gleich wie möglich halten. Andere Kleidung kann dein Bild schließlich ebenfalls stark beeinflussen. Nicht jeder möchte Fortschrittsfotos in Unterwäsche machen, zum Beispiel wenn diese mit einem Coach geteilt werden müssen. Wenn du jedoch bedeckendere Kleidung verwendest, ist es wichtig, dass du für jedes Foto dasselbe Outfit verwendest. Ein Unterschied in Größe oder Art der Kleidung kann schließlich einen großen Unterschied im Aussehen deines Körpers machen.

Die Haltung deines Körpers

Was die Haltung deines Körpers betrifft, werden die meisten eine Wahl treffen müssen: optimal oder konsequent. Deine Haltung hat großen Einfluss auf den optischen Effekt deines Körpers. Stehst du eher zusammengesunken oder aufrecht mit den Schultern nach hinten zum Beispiel. Angenommen, deine natürliche Haltung ist anatomisch gesehen nicht optimal. Du machst zum Beispiel Fortschrittsfotos für deinen Coach in unserer FITsociety App in deiner natürlichen Haltung. Das gibt dir und deinem Coach dann möglicherweise ein falsches Bild vom Zustand deines Körpers. Es bietet jedoch die Chance, dass du die Fotos immer in derselben Haltung machst. Du stellst dich einfach jedes Mal so entspannt wie möglich hin. Solche Fotos machen dich allerdings sehr bewusst für deine Haltung. Du selbst, aber auch ein möglicher Coach, können also auch an der Verbesserung dieser Haltung arbeiten wollen. Wenn du dies jedoch für die Fortschrittsfotos tust, besteht die Chance, dass du jedes Mal kleine Unterschiede in deiner Haltung hast, die das Bild beeinflussen. Speziell für ein Fortschrittsfoto eine anatomisch korrekte Haltung einzunehmen, ist daher vielleicht nicht praktisch. Natürlich kannst du aber an deiner Haltung arbeiten. Wenn du darin erfolgreich bist, wird deine natürliche Haltung mit der Zeit von selbst die nötige Verbesserung zeigen und auch dieser Fortschritt ist besser zu beurteilen.

Die Position deines Körpers im Verhältnis zur Kamera

Es versteht sich von selbst, dass dein Körper jedes Mal in derselben Entfernung und im selben Winkel zur Kamera stehen muss. Wähle für beides also eine feste Position, die jedes Mal leicht wiederzufinden ist. Wenn du ein Mobiltelefon verwendest, ist es praktisch, es ganz gerade/vertikal an eine Wand oder einen Spiegel zu stellen. Auch für andere Kameras gilt, dass du die Richtung des Objektivs parallel zum Boden haben möchtest. Dann weißt du sicher, dass der Winkel jedes Mal gleich ist. Außerdem verhinderst du damit, dass du die Kamera oder das Telefon zu niedrig platzierst und nach oben zeigen lässt. Du willst das Foto aus einer natürlichen Blickrichtung machen. Das ist ungefähr ab Augenhöhe. Suche auf dem Boden einen Punkt, auf den du in jeder Position deinen rechten Zeh setzt. Schließlich wirst du neben frontalen Fotos auch Fotos von der Seite und von hinten machen wollen. Indem du jedes Mal deinen rechten Zeh auf denselben Punkt setzt, verhinderst du, dass du im Bild verrutschst. Das ist übrigens weniger störend und weniger verzerrend als ein anderer Kamerawinkel.

Die Lichtquelle

Die am meisten missverstandene Variable ist oft das Licht. Ein Unterschied in der Lichtstärke in verschiedenen Teilen des Fotos und deines Körpers sorgt für Tiefe und Kontrast. Der Grad des Kontrasts zwischen hellen und unbeleuchteten Stellen kann zum Beispiel einen großen Unterschied bei der Muskeldefinition machen. Der Ort der Lichtquelle bestimmt, ob und wo ein solcher Kontrast entsteht. Als Fotograf ist dies mein wichtigstes Instrument, um Muskeln optimal zu zeigen. Für Fortschrittsfotos bedeutet dies schlicht, dass du so viel wie möglich Kunstlicht nutzen und Tageslicht so weit wie möglich begrenzen möchtest. Tageslicht verändert sich schließlich ständig. Ideal wäre es, wenn es draußen dunkel ist, sodass du sicher weißt, dass nur dein künstliches Licht das Bild beeinflusst. Licht, das durch ein Fenster hereinfällt, kann die Schatten, die Muskeldefinition verstärken, einmal stärker auffüllen als ein anderes Mal. Abhängig von der Tageszeit, aber auch von Bewölkung. Was deinen Körper selbst betrifft, wäre morgens direkt nach dem Aufstehen jedoch am besten und dann kann in vielen Fällen bereits Tageslicht vorhanden sein. Versuche dies zu verhindern, indem du einen Ort wählst, an dem du das Tageslicht so gut wie möglich blockieren kannst. Der Blitz deines Handys oder deiner Kamera, der je nach Einstellungen und Stärke deiner Lichtquelle ausgelöst werden kann, kann für eine gewisse Konsistenz sorgen. Es ist eine relativ starke Lichtquelle, die direkt von vorne kommt und Schatten so weit wie möglich auffüllt. Das tut nichts für deine Muskeldefinition und macht also nicht die schönsten Fotos. Auch kann es schwieriger sein, den Grad einer eventuellen Definition zu bestimmen. Nicht die schönste Quelle also, aber sie kann helfen, wenn die Glühbirne in deinem abgedunkelten Zimmer nicht stark genug ist. Viel Erfolg!

Referenzen

  1. Tonya Williams Bradford, Sonya A. Grier, Geraldine Rosa Henderson. Weight Loss Through Virtual Support Communities: A Role for Identity-based Motivation in Public Commitment. Journal of Interactive Marketing, 2017; 40: 9 DOI: 10.1016/j.intmar.2017.06.002

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