Warum du besser keine Gruppenkurse machen solltest
Viele Fitnessstudios setzen auf Gruppenkurse. Jeder kann mitmachen, sie wirken motivierend, und die Begeisterung des Trainers sorgt dafür, dass du dich jedes Mal mit Freude eine Stunde lang ins Schwitzen bringst. Trotzdem ist es nicht die beste Art zu trainieren, und sie wird dir sogar nur wenige bis höchstens mittelmäßige Ergebnisse bringen. In diesem Artikel liest du, warum.
5 Gründe, warum du besser keine Gruppenkurse machen solltest
Wenn ich hier von Gruppenkursen spreche, meine ich Kurse, in denen eine große Gruppe (10+) Menschen auf eine Weise trainiert wird, bei der schnelle Bewegungen ausgeführt werden, mit oder ohne Gewichte.
Denk an die verschiedenen Kurse, in denen schnelle Bewegungen zu antreibender Musik ausgeführt werden, aber auch an "Bauchmuskelviertelstunden".
Bevor wir beginnen: Was meine ich in diesem Fall NICHT mit Gruppenkursen:
Yoga- und Tai-Chi-ähnliche Kurse, bei denen alles ruhig ausgeführt wird, oder Small-Group-Training, bei dem eine Gruppe aus maximal 6 Personen besteht und mehr persönliche Aufmerksamkeit möglich ist.
Übrigens gibt es genug Gründe, doch Gruppenkurse zu machen.
In Gruppenkursen wird in den meisten Fällen mit schlechter Technik trainiert.
Oft ist es haarsträubend, wie ich Menschen in einem Gruppenkurs einen Squat, eine Barbell Row oder einen Deadlift ausführen sehe.
Ein Trainer kann schlicht nicht 20 Menschen gleichzeitig genug Aufmerksamkeit geben und hat deshalb keine Kontrolle über deine Technik.
Die verwendete Range Of Motion (die Größe der Bewegungsbahn) in den Übungen ist außerdem zu klein, wodurch die Gelenke oft unnötig stark belastet werden.
Bewegungen werden häufig mit zu hoher Geschwindigkeit ausgeführt.
Vor allem die schnellen exzentrischen Kontraktionen sorgen für eine hohe Verletzungsanfälligkeit.
Bindegewebe ist gegen ‘ruckartige Bewegungen’ nicht gut gewappnet, und das Verletzungsrisiko steigt deutlich, wenn du auf diese Weise trainierst.
Dadurch, dass du im Takt der Musik bleiben willst, wird der Fokus auf die Technik noch schlechter.
Es gibt nicht genug Overload
Woche für Woche dasselbe Training auszuführen, ohne deine Trainings vernünftig zu periodisieren, sorgt dafür, dass du einen zu geringen Trainingsreiz hast.
Der menschliche Körper passt sich schnell an eine Trainingsweise an, und für gute Ergebnisse brauchst du regelmäßig einen Wechsel des Trainingsplans.
Per Definition kann die Intensität während eines Gruppenkurses außerdem nicht individuell auf jede Person abgestimmt werden.
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Echte Ergebnisse erzielst du, indem du nach deinem eigenen Leistungsvermögen trainierst und dich selbst pushst. Das gelingt oft nicht, wenn die Intensität auf den Durchschnitt oder sogar "die Schwächsten" der Gruppe abgestimmt ist.
Du bekommst nicht genug anabolen Reiz
Vor allem die Typ-IIB-Muskelfasern, auch Fast-Twitch-Muskelfasern genannt, werden während eines Gruppenkurses, bei dem sehr viele Wiederholungen mit leichtem oder mittlerem Widerstand gemacht werden, nicht oder kaum angesprochen.
Wenn du mehr Muskeln aufbauen, Fettmasse verbrennen und einen schöner geformten Körper bekommen willst, brauchst du mehr Gewicht und musst weniger Wiederholungen machen.
Ein Gruppenkurs wird oft eher als geselliger Ausflug statt als Training gesehen.
Die Folge davon ist, dass nach dem Kurs eine Stunde bei Apfelkuchen, kalorienreichen Getränken und jeder Menge Klatsch nachgeplaudert wird. Vor allem Letzteres bringt dir nichts.
Warum erziele ich dann trotzdem Ergebnisse mit Gruppenkursen?
Simpel: Wenn du irgendetwas machst, ist es besser, als auf dem Sofa zu sitzen.
Wenn du von gar keiner Bewegung dazu übergehst, regelmäßig einen Gruppenkurs zu besuchen, wirst du immer Ergebnisse erzielen. Die relative Intensität eines Gruppenkurses ist am Anfang hoch, weil du etwas tust, das du nicht gewohnt bist.
Nach ein paar Wochen nimmt das jedoch ab, und damit sinkt auch dein Fortschritt.
Die relative Intensität eines Gruppenkurses ist am Anfang hoch, weil du etwas tust, das du nicht gewohnt bist. Nach ein paar Wochen nimmt das jedoch ab, und damit sinkt auch dein Fortschritt.
Die Kalorien, die du verbrauchst, helfen dir beim Verlust von Körperfett, und auch deine (Muskel-)Ausdauer wird steigen.
Leider ist der Trainingseffekt nur von kurzer Dauer, weil die relative Intensität schnell abnimmt.
Aber was, wenn mir Gruppenkurse sehr viel Spaß machen und ich trotzdem maximale Ergebnisse erreichen will?
Natürlich kann es sein, dass du Gruppenkurse magst und Freude daran hast.
Ich werde auch der Letzte sein, der sagt, dass du damit aufhören musst, wenn das bedeutet, dass du dann gar nichts mehr machst.
Mein Rat ist, genau hinzuschauen, was dein Ziel ist. Bringt dir ein Gruppenkurs Entspannung und bekommst du einen Kick durch das Gemeinschaftsgefühl, die Begeisterung und die Musik, ohne dass Verletzungen entstehen, dann mach weiter.
Sorge aber für ein gut strukturiertes Krafttrainingsprogramm, das du daneben machst, wenn du echte Ergebnisse anstrebst.
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