Bedeutung von Cardio für Bodybuilding
Cardio… Bei manchen Bodybuildern kommt schon beim bloßen Hören dieses Wortes Ärger auf. Und für manche ist es sogar noch härter als ein Beintraining.
Nicht umsonst haben viele Kraftsportler, also nicht nur Bodybuilder, eine große Abneigung gegen Cardio.
Ich selbst gehöre auch dazu.
Und mit „eine große Abneigung“ ist das noch sehr höflich ausgedrückt, denn in Gedanken formuliere ich es anders.
Und na ja, man kann es ihnen auch nicht verübeln. Bei Cardio denkt man schnell an Laufbänder und Crosstrainer.
Todlangweilig, nervig, Zeitverschwendung, und außerdem hast du das Gefühl, dass es überhaupt nichts bringt. Zur Entwicklung von Muskelkraft und Muskelmasse trägt es schon gar nichts bei. Und genau das ist meistens der Grund, warum wir mehrmals pro Woche im Fitnessstudio sind.
Bedeutung von Cardio für Bodybuilding
Warum also trotzdem Cardio? Einfach, weil es dazugehört?
Es ist sogar so: Je länger du trainierst und je weiter du fortgeschritten bist, desto wichtiger wird Cardio (oder das Ausüben einer anderen Sportart neben Bodybuilding).
Denn wie man es auch dreht und wendet: Seien wir ehrlich, Kraftsportarten wie Powerlifting und Bodybuilding haben definitiv Einfluss auf deine Kondition. Und dieser Einfluss ist nicht positiv.
„Na und?“, denkst du vielleicht. „Ich muss doch keinen Marathon laufen?“
Das stimmt. Aber darum allein geht es nicht.
Je mehr Muskelmasse du entwickelst, desto größer wird das Problem, wenn deine Kondition schlecht ist. Außerdem lässt auch deine Beweglichkeit nach, und es kann sogar so extrem werden, dass dir alltägliche Dinge wie Treppensteigen schon schwerfallen. Bei fortgeschrittenen Bodybuildern, die nur mit Gewichten werfen und sonst nichts tun, sieht man deshalb häufig Probleme wie Kurzatmigkeit.
Außerdem bremst dich eine schlechte Kondition im Fitnessstudio nur aus. Denk an große Übungen, vor allem Kniebeugen und Kreuzheben. Klar, du brauchst Kraft, um die Gewichte bei diesen Übungen zu bewegen. Aber dachtest du, das wäre alles? Sie verlangen deinem Körper viel ab, und dann ist es wichtig, dass alles zusammenspielt.
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Wenn du nach jedem Satz Kniebeugen, Kreuzheben und Lunges 10 Minuten Pause machen und nach Luft ringen musst, bevor du mit dem nächsten Satz beginnen kannst, ist es um deine Kondition nicht gut bestellt. Das bremst dich nur aus und wirkt sich negativ auf deine Ergebnisse aus.
Kurz gesagt: Sorge also dafür, dass du in Form bleibst. Und zwar nicht nur, was das äußere Erscheinungsbild betrifft. Auch konditionell. Nicht umsonst machen die meisten IFBB-Pros das ganze Jahr über neben ihren Trainingseinheiten im Fitnessstudio auch ganz normal Cardio. Egal ob Off-Season oder On-Season.
Abgesehen davon, dass Cardio zu einer guten Kondition beiträgt, kannst du es auch perfekt als allgemeines Warm-up nutzen. Es macht deinen Körper bereit und aufmerksam für die Trainingseinheit, die gleich folgt.
Argumente wie: „Damit verschwendest du nur Energie, die du ins Krafttraining stecken könntest, und machst dich nur müde“ stimmen nicht. Natürlich gibt es neben Vorteilen auch Nachteile, aber es kommt eben darauf an, wie du es einsetzt. Wenn du es richtig machst, ist alles in Ordnung und es trägt sogar zu einem positiven Trainingsergebnis bei.
Natürlich ist es auch überhaupt nicht Sinn der Sache, dich schon komplett zu zerstören, bevor du überhaupt mit dem Krafttraining beginnst. Also einfach logisch nachdenken.
Aber ja, wie fängt man damit an? Denn wie ich schon erwähnt habe, finden die meisten Bodybuilder Cardio langweilig und suchen nur allzu gern nach Ausreden, um es zu skippen. In der Bulk-Phase müsstest du durch zusätzliches Cardio zum Beispiel noch mehr essen, um den Verbrauch auszugleichen.
Zunächst einmal: Öffne deine Gedanken ein wenig mehr und sei kreativ. Cardio kann in vielen verschiedenen Formen ausgeführt werden. Du musst dich nicht unbedingt auf Laufband und Fahrrad beschränken. Suche nach einer Form, die dein Interesse weckt und die dir Spaß macht. Boxen zum Beispiel ist hervorragendes Cardio. Es verbessert deine allgemeine Kondition enorm, weil es deine Ausdauer auf mehreren verschiedenen Ebenen fordert.
Auch andere Kampfsportarten und Selbstverteidigung wie Judo, Jiu Jitsu, Karate und Taekwondo sind Formen von Cardio. Oder vielleicht bist du ein großer Musikliebhaber. Wie wäre es mit Tanzen? Auch das ist sehr vielseitig, sodass du in alle möglichen Richtungen gehen kannst.
Vielleicht bist du ja eher philosophisch, spirituell veranlagt und/oder suchst etwas, das relativ anstrengend ist, gleichzeitig aber entspannt. Wie wäre es mit Yoga? Was, Yoga? Ja, genau. Probier es einfach aus. Das wird härter, als du denkst!
Interessierst du dich nur dafür, deine Kraft zu verbessern? Baue hin und wieder ein Strongman-Training ein. Du wirst merken, dass sich auch deine allgemeine Kraft dadurch verbessert, und außerdem macht es als Kraftsportler definitiv Spaß. Da dies ein anderer Zweig des Kraftsports ist, solltest du dafür im besten Fall ohnehin schon ein gewisses Interesse entwickelt haben, und es ist auch mal etwas anderes, als im Gym mit Gewichten zu werfen. Auf jeden Fall einen Versuch wert.
Und wer denkt, Strongman sei nur ein Sport für Männer mit brutaler Kraft, irrt sich. Auch konditionell ist es zermürbend. Du musst also definitiv in Form sein, um in einem Wettkampf mithalten zu können. Sonst schaffst du es nicht, egal wie stark du bist.
Kurz gesagt: Cardio bringt definitiv etwas. Nutze es und baue es in dein Training ein. Hab keine Angst, dass es deinen Ergebnissen im Weg steht. Langfristig wirst du nur davon profitieren.
Es muss auch nicht unbedingt stundenlang dauern, sodass du viel zusätzliche Zeit freimachen musst. Sei kreativ und offen. Es geht nur darum, dass du fit bist, bleibst oder wirst. Du musst keine Kondition entwickeln, die dich zu Leistungen befähigt, mit denen du die Tour de France gewinnst oder so!
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