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Forschung

Studie: Yoga gefährlicher als gedacht?

| · 4 Min. Lesezeit

Yoga scheint ein höheres Risiko für Muskelschmerzen zu bergen als erwartet. Die Zahl der Verletzungen durch Yoga scheint zehnmal höher zu sein, als frühere Studien gezeigt haben.

'Yoga, doch nicht so soft'

Yoga verursacht bei zehn Prozent der Praktizierenden Muskelschmerzen und ist damit mit Sport im Allgemeinen vergleichbar. Außerdem verschlechtern sich 21 Prozent bereits bestehender Beschwerden durch Yoga. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der University of Sydney [1]. Nach diesen Erkenntnissen ist das Verletzungsrisiko deutlich höher, als frühere Untersuchungen gezeigt haben.

Einerseits freut man sich darüber als Yoga-Fan natürlich nicht. Yoga wird schließlich oft als relativ sichere Methode empfohlen, um an Mobilität und dem Erhalt der Muskelkraft zu arbeiten. Nun zeigt sich, dass diese Methode doch einige Risiken mit sich bringt und damit möglicherweise nicht sicherer ist als andere Sportarten.

Andererseits kannst du als Yoga-Fan nun überzeugende Daten anführen, die zeigen, dass Yoga doch nicht so 'soft' ist, wie oft behauptet wird.

Yoga, Schmerzen und Verletzungen

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of Bodywork and Movement Therapies. Es soll die erste Studie gewesen sein, bei der Freizeit-Yogapraktizierende über einen längeren Zeitraum, in diesem Fall ein Jahr, begleitet wurden und dabei die Zahl der Schmerzen und Verletzungen erfasst wurde.

Wichtig ist dabei zu betonen, dass "musculoskeletal pain", wie in der Studie genannt, nicht der normale Muskelkater oder delayed onset muscle soreness ist, der nach dem Training auftreten kann. Es geht hier um Schmerzen und Verletzungen, die eine unbeabsichtigte, negative Folge des Trainings sind:

Unsere Studie ergab, dass die Häufigkeit von durch Yoga verursachten Schmerzen bei mehr als 10 Prozent pro Jahr liegt. Das ist vergleichbar mit der Verletzungsrate aller Sportverletzungen zusammengenommen in der körperlich aktiven Bevölkerung. Dennoch halten Menschen Yoga für eine sehr sichere Aktivität. Diese Verletzungsrate ist bis zu 10-mal höher als bisher berichtet.

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Wir stellten außerdem fest, dass Yoga bestehende Schmerzen verschlimmern kann. 21 Prozent der bestehenden Verletzungen wurden durch Yoga schlimmer, insbesondere bereits vorhandene muskuloskelettale Schmerzen in den oberen Gliedmaßen.

Also zehn Prozent Verletzungen und Schmerzen pro Jahr und eine Verschlechterung eines Fünftels der bereits bestehenden Beschwerden. In einem Drittel der Fälle waren die 'neuen' Beschwerden so schwer, dass man länger als drei Monate kein Yoga ausüben konnte. Die meisten neuen Beschwerden betrafen den Oberkörper. Vor allem Schultern, Ellbogen, Handgelenk und Hand erwiesen sich als verletzungsanfällig. Möglicherweise durch Übungen wie den 'herabschauenden Hund'. Dabei werden die Arme über Schulterhöhe platziert und es wirkt insgesamt viel Druck auf die Arme.

Als Schwäche der Studie muss genannt werden, dass 354 Yoga-Praktizierende aus nur zwei verschiedenen Yogastudios teilnahmen. Es ist natürlich fraglich, inwieweit diese beiden Studios für Yoga im Allgemeinen repräsentativ sind, ganz abgesehen von den verschiedenen Stilrichtungen innerhalb des Yoga.

Yoga bringt mehr Verbesserung als Verschlechterung

Die Studie zeigt jedoch auch positive Effekte. Mehr noch: Die Zahl der bestehenden Beschwerden, die durch Yoga behoben oder gelindert wurden, war dreimal höher als die Zahl der Beschwerden, die sich verschlimmerten. 74 Prozent der bestehenden Beschwerden verbesserten sich durch Yoga.

Die Forscher weisen daher darauf hin, dass der Nutzen von Yoga mit dem anderer Aktivitäten verglichen werden sollte, sowohl mit Blick auf die Chance auf Verbesserung als auch auf Verschlechterung von Beschwerden. Außerdem könnten Instruktoren bestimmte Risikobereiche und Risikoübungen berücksichtigen. Wenn dies bei der Programmgestaltung und bei der Aufklärung über mögliche Verletzungen berücksichtigt wird, könnte sich die Balance zwischen 'Nutzen und Kosten' verbessern.

Referenz

  1. Marc Campo, Mariya P. Shiyko, Mary Beth Kean, Lynne Roberts, Evangelos Pappas. Musculoskeletal pain associated with recreational yoga participation: A prospective cohort study with 1-year follow-up. Journal of Bodywork and Movement Therapies, 2017

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