Studie: Wissenschaftler entwickeln revolutionäre Abnehmpille
Forscher haben ein neues Molekül entdeckt, das die Effekte von Training simuliert und bei übergewichtigen Mäusen als Abnehmpille wirkt. Am vergangenen Montag veröffentlichten sie ihre Ergebnisse im Journal Chemistry and Biology.
Abnehmpille der Zukunft?
Erst letzte Woche schrieb ich über die Lösungen, die die Wissenschaft für das Problem der Adipositas zu finden versucht. Im Artikel über die FIRKO-Mäuse schloss ich mit der Vorhersage, dass Fitnessstudios in der heutigen Form innerhalb von jetzt und 15 Jahren nicht mehr existieren werden. Dies auf Grundlage der Erwartung, dass Training, wie wir es heute machen, nicht mehr nötig sein wird, wenn es darum geht, den idealen Körper zu erreichen. Eine Woche später kann ich über die neueste Entwicklung schreiben, die diese Zukunftserwartung weiter stärkt.
Compound 14: "Trainingspille"
Forscher der University of Southampton haben am vergangenen Montag die Daten zu einem neuen Molekül veröffentlicht [1]. Dieses Molekül simuliert laut den Forschern die Effekte eines Trainings und lässt die Zellen glauben, dass ihnen Energie fehlt.
Das Molekül namens Compound 14 sorgt für eine Reihe von Aktionen in der Zelle:
- Es blockiert die Wirkung eines Enzyms namens ATIC
- Dadurch steigt ZMP, der wichtigste Regulator des Stoffwechsels in Zellen
- Durch den Anstieg von ZMP denkt die Zelle, dass ein Energiemangel besteht, wodurch der zentrale Energiesensor der Zelle, AMPK, aktiviert wird.
- Die Zellen erhöhen anschließend ihre Aufnahme von Glukose und den Stoffwechsel
Das sind die Aktionen, die wir normalerweise unter Einfluss von Training sehen und die zur Fettverbrennung führen. Deinen Körper denken lassen, dass du auf einem Laufband schwitzt, während du zu Hause vor der Glotze sitzt? Klingt gut.
Übergewichtige Mäuse nehmen ab, keine Wirkung bei normalen Mäusen
Eine erste Sorge, die mir jedoch in den Sinn kommt, ist, dass dies zur Nutzung durch Menschen führen könnte, die extrem definiert sein wollen, mit allen entsprechenden Risiken. Das scheint jedoch kein realistisches Risiko zu sein.
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Die Forscher gaben das Molekül namens "Compound 14" zwei Gruppen von Mäusen. Die eine Gruppe hatte eine normale Ernährung bekommen, die andere eine fettreiche Ernährung, wodurch sie Übergewicht bekommen hatte. Durch die Ernährung und das Übergewicht hatte die zweite Gruppe eine verminderte Glukosetoleranz, ein frühes Zeichen von Diabetes.
Die Forscher gaben beiden Gruppen sieben Tage lang täglich eine Dosierung Compound 14. Bei den übergewichtigen Mäusen sorgte dies dafür, dass sie 5% ihres Körpergewichts verloren. Außerdem normalisierte sich ihr Blutzuckerspiegel. In der Gruppe von Mäusen mit normalem Gewicht hatte Compound 14 jedoch keinen Effekt.
Das Molekül scheint also nur bei übergewichtigen Mäusen Wirkung zu haben.
Langzeiteffekte und Wirkung des "Abnehm-Moleküls"
Die Forscher planen nun, die Langzeiteffekte ihres Moleküls zu untersuchen. Außerdem wollen sie genauer verstehen, wie Compound 14 exakt wirkt. Beides zielt darauf ab, mögliche Nebenwirkungen in den Blick zu bekommen. Dies dient der Untersuchung einer möglichen Anwendung beim Menschen.
Selektive Abnehmpille
Ich sehe ein paar schöne Eigenschaften in Compound 14. Die Effekte eines Trainings zu simulieren, geht zum Beispiel auch mit den bekannten Stackern mit Ephedrin. Der Nachteil dieser Mittel ist, dass sie unter anderem wirken, indem sie deine Herzfrequenz erhöhen. Das bringt allerlei Risiken mit sich, weshalb ihr Verkauf auch verboten ist. Compound 14 wirkt auf zellulärer Ebene, wodurch die Herzfrequenz normal bleiben kann.
Eine andere schöne Eigenschaft ist, dass die Pille nur bei Mäusen und hoffentlich irgendwann Menschen mit Übergewicht zu wirken scheint. Es wirkt, als käme der Körper trotz der Täuschung durch das Molekül nur dann in Aktion, wenn "ausreichend" Fettreserven vorhanden sind. Die Frage für Folgestudien ist daher, neben Nebenwirkungen auch zu untersuchen, bei welcher Form von Adipositas oder bei welchem Körperfettanteil Compound 14 wirkt und in welchem Maß.
Referenzen
- Daniel J. Asby, Francesco Cuda, Maxime Beyaert, Franchesca D. Houghton, Felino R. Cagampang, Ali Tavassoli. AMPK Activation via Modulation of De Novo Purine Biosynthesis with an Inhibitor of ATIC Homodimerization. journal Chemistry and Biology Volume 22, Issue 7, p838–848, 23 July 2015
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