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Studie: Vermindertes Geschmacksempfinden lässt süßer essen

| · 2 Min. Lesezeit

Ein vermindertes Geschmacksempfinden würde dazu führen, dass Menschen süßer essen, während Übergewicht wiederum zu einem verminderten Geschmacksempfinden führen würde. Forscher haben möglicherweise einen Teufelskreis des Übergewichts gefunden.

Naschkatze oder vermindertes Geschmacksempfinden?

Forscher der Cornell University haben möglicherweise eine Verbindung entdeckt, die auf das Bestehen eines unangenehmen Teufelskreises bei Adipositas hindeutet. Ihre Ergebnisse wurden im wissenschaftlichen Journal Appetite [1]. veröffentlicht.

Die Forscher entdeckten, dass, wenn die Fähigkeit von Menschen abnimmt, Süße zu schmecken, das Bedürfnis nach mehr Zucker in der Nahrung entsteht. Um die Vermutung zu bestätigen, dass ein solcher Zusammenhang zwischen Geschmacksempfinden und Zuckerbedarf besteht, senkten die Forscher vorübergehend das Ausmaß, in dem Zucker geschmeckt wird. Dafür gaben sie den Studienteilnehmern einen Tee mit drei verschiedenen Konzentrationen eines natürlichen Krauts namens Gymnema Sylvestre. Dieses Kraut ist dafür bekannt, dass es die Fähigkeit, Zucker zu schmecken, unterdrücken kann, indem es vorübergehend die Rezeptoren für Süße blockiert.

Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, ein ziemlich geschmackloses Getränk zu trinken und nach eigenem Geschmack Zucker hinzuzufügen. Das Blockieren der Rezeptoren für süße Stoffe sorgte dafür, dass die Teilnehmer den Zuckeranteil in ihrem Getränk im Durchschnitt von 8 auf 12 Prozent erhöhten.

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Andere haben vermutet, dass Menschen mit Übergewicht eine Verringerung der wahrgenommenen Geschmacksintensität haben können. Wenn eine Person mit Übergewicht oder Adipositas also einen verminderten Geschmackssinn hat, zeigt unsere Forschung, dass sie möglicherweise intensivere Reize sucht, um ein zufriedenstellendes Belohnungsniveau zu erreichen. Das kann ihre Essgewohnheiten beeinflussen, um eine geringere Geschmacksreaktion auszugleichen

Aus der Studie geht hervor, dass Menschen mit einem um 20% verminderten Geschmacksempfinden ihrem Getränk einen zusätzlichen Teelöffel Zucker hinzufügen, bei einem Getränk von 470ml.

Abweichungen im Geschmacksempfinden sollten laut den Forschern daher als Risikofaktor für mögliches Übergewicht betrachtet werden.

Referenzen

  • Corinna A. Noel, Meaghan Sugrue, Robin Dando. Participants with pharmacologically impaired taste function seek out more intense, higher calorie stimuli. Appetite, 2017; 117: 74 DOI: 10.1016/j.appet.2017.06.006

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