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Studie: Teufelskreis aus Übergewicht, Schlafapnoe und Schnarchen bei Kindern entdeckt

| · 4 Min. Lesezeit

Übergewicht kann unter anderem zu Schlafapnoe führen. Diese Schlafstörung selbst verstärkt wiederum das Übergewicht und mögliche Folgen davon, wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forscher haben diesen Zusammenhang kürzlich bei Kindern nachgewiesen.

Schlafapnoe und Übergewicht

Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Entwicklung von Schlafapnoe. Diese immer häufiger vorkommende Verengung der Atemwege geht oft mit lautem Schnarchen einher. Bei Kindern soll sie bei 5 bis 10 Prozent der Kinder zwischen 8 und 11 Jahren vorkommen. Obwohl der verschlimmernde Effekt von Schlafapnoe auf Übergewicht nachgewiesen wurde, war dies bei Kindern noch unklar.

In einer Studie von Forschern des Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) wollte man eigentlich wissen, welchen Einfluss das Schnarchen der Mutter auf ein mögliches Schnarchen des Kindes und dessen Stoffwechsel hat. Dabei kann man an den BMI des Kindes und mögliche Insulinresistenz denken. Anlass dafür war die Tatsache, dass dieser Zusammenhang in einigen Tierstudien gezeigt worden war. Zum Beispiel in einer Untersuchung, in der Schlafapnoe bei Ratten simuliert wurde, indem bei hochschwangeren Ratten abwechselnd Sauerstoffmangel verursacht wurde. Abgesehen davon, dass das so beschrieben etwas grausam klingt, erwies es sich als Forschungsaufbau durchaus als wirksam. Die Jungen dieser Ratten mit nachgeahmter Schlafapnoe wogen mehr, aßen mehr, hatten mehr Triglyceride im Blut, erhöhtes Insulin in Ruhe und ein schlechteres Cholesterinprofil. Nun wollten die Forscher diesen Zusammenhang beim Menschen untersuchen.

Dafür führten die Forscher eine groß angelegte und langfristige Untersuchung durch, bei der etwa 1.100 Kinder bis zur Pubertät begleitet wurden. Mit ihrer Studie zeigten sie als Erste den Teufelskreis zwischen Schnarchen und Körpergewicht bei Kindern. Beide Zustände verschlimmern den jeweils anderen. Ihre Ergebnisse wurden in Metabolism veröffentlicht [1].

Übermäßiges Körpergewicht und Schnarchen im Kindesalter sagten sich in dieser Kohorte jeweils gegenseitig voraus und erzeugten einen metabolischen Teufelskreis. Unsere Ergebnisse bestätigen die Existenz einer physiologischen Schleife zwischen zunehmender Adipositas und zunehmender Schlafapnoe, die wiederum zu weiterer Adipositas und einem höheren Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen später im Leben führt.

Mantzoros, Direktor Human Nutrition Unit, Division of Endocrinology, Diabetes, and Metabolism, BIDMC

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Laut den Forschern war dies das erste Mal, dass die Beziehung zwischen dem Schnarchen der Mutter, dem Schnarchen des Kindes und dem Stoffwechsel des Kindes untersucht wurde. Sie nutzten Daten aus Project Viva, einer Studie, für die schwangere Frauen eingeladen wurden, ausgewählt aus einem Netzwerk von 34 Kliniken in Massachusetts zwischen 1999 und 2002. Mütter füllten jährlich einen Fragebogen per E-Mail aus. In Kombination mit Blutproben und Messungen im Alter von 7 und 10 Jahren des Kindes lieferte dies den Forschern wertvolle Informationen. So wurden unter anderem Informationen über Schlafzeiten, wie viel Fernsehen geschaut wurde, wie viel Fastfood gegessen wurde, wie viele zuckerhaltige Getränke getrunken wurden, Körperzusammensetzung und Gewicht, Blutzucker, Cholesterin, Insulinresistenz und Risikofaktoren im Stoffwechsel gewonnen.

Anders als bei den Ratten gab es in dieser Studie keinen Zusammenhang zwischen dem Schnarchen der Mutter und dem späteren Stoffwechsel des Kindes. Sie entdeckten jedoch, dass schnarchende Kinder eine deutlich höhere Chance haben, später als Kind und Jugendlicher Übergewicht zu entwickeln. Auf Basis bestimmter Indikatoren war auch ihre Chance erhöht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Schnarchen stand unter anderem in Zusammenhang mit einem höheren BMI, mehr Bauchfett und höheren Leptinspiegeln (dem Hungerhormon) in späterem Alter.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Kindern frühe Interventionen, darunter gezielte Gewichtsabnahme und angemessene Behandlungen für OSA, entscheidend sind, um diesen Teufelskreis zwischen schlechtem Schlaf und Adipositas zu durchbrechen und chronische Krankheiten später im Leben zu verhindern.

Die Entdeckung dieses Teufelskreises zwischen Übergewicht und Schlafapnoe bei Kindern hätte daher wichtige Implikationen. Unter anderem, weil Diabetes und dessen Folgen ebenfalls früher auftreten können, wenn Übergewicht in jüngerem Alter entsteht.

In Folgestudien wollen die Forscher deshalb testen, welchen Effekt die Behandlung von Schlafapnoe auf Übergewicht zur Prävention von Diabetes und anderen Stoffwechselproblemen hat.

Referenzen

  1. Olivia M. Farr, Sheryl L. Rifas-Shiman, Emily Oken, Elsie M. Taveras, Christos S. Mantzoros. Current child, but not maternal, snoring is bi-directionally related to adiposity and cardiometabolic risk markers: A cross-sectional and a prospective cohort analysis. Metabolism, 2017; 76: 70 DOI: 10.1016/j.metabol.2017.06.008

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