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Forschung

Studie: Tanzen verjüngt das Gehirn

| · 4 Min. Lesezeit

Tanzen erweist sich als gute Methode, um das Gehirn stark und gesund zu halten. Aktueller Forschung zufolge hat Tanzen einen größeren Effekt auf das Gehirn als Ausdauertraining.

Dance, dance, dance...

Früher habe ich bereits über Cardio für ein besseres Gedächtnis, Laufen gegen Demenz und das Lernen einer Fremdsprache auf dem Rad geschrieben. Der Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und mentaler Fitness wurde also schon häufiger beschrieben. Vor allem bei älteren Menschen könnte dies vor altersbedingten Schäden im Gehirn schützen. Nicht jeder hat jedoch Lust, im höheren Alter plötzlich gesund zu leben und ein Fitnessstudio-Abo abzuschließen. Auch die verpflichtende Fahrradrunde kann sich bei niederländischem Wetter eher wie eine Pflicht als wie Entspannung anfühlen.

Gute Nachrichten also, wenn sich zeigt, dass Tanzen möglicherweise einen noch größeren positiven Effekt auf das Gehirn hat als zum Beispiel Cardio. Forschende des German center for Neurodegenerative Diseases verglichen die Effekte von Cardio und Tanzen auf das Gehirn [1]. Beide führten zu einer Vergrößerung von Hirnregionen, die mit dem Alter abnehmen, aber nur Tanzen führte zu Verbesserungen der Balance. Die Ergebnisse wurden in Frontiers in Human Neuroscience. veröffentlicht.

Für die Studie wurden Freiwillige mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren ausgewählt. Sie wurden auf zwei Gruppen verteilt, die beide 18 Monate lang eine wöchentliche Aktivität erhielten. Die erste Gruppe bekam Konditions- und Flexibilitätstraining, die andere Gruppe lernte Tanzchoreografien. Insgesamt schlossen 26 Teilnehmende die anderthalbjährige Studie ab. Vor und nach der Studie wurde mithilfe von MRT die Größe des Hippocampus gemessen. Das ist ein Bereich, der mit dem Alter schrumpft und von Erkrankungen wie Alzheimer betroffen sein kann. Der Hippocampus spielt außerdem eine wichtige Rolle bei Gedächtnis, Lernen und Balance.

In beiden Gruppen nahm die Größe des Hippocampus zu, vor allem im linken Teil. Das Tanzen sorgte jedoch für Wachstum in bestimmten Teilen des Hippocampus, auf die Cardio- und Flexibilitätstraining keinen Effekt hatten. Tests nach 18 Monaten zeigten, dass nur Tanzen die Balance verbessert hatte.

Ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Aktivitäten war, dass wöchentlich eine neue Choreografie in verschiedenen Genres gelernt wurde, während das Training repetitiv war. Während der Tanzstunde mussten die Teilnehmenden ständig versuchen, neue Bewegungen und Formationen zu behalten. Eine zusätzliche Herausforderung im Vergleich zum Training, von der die Forschenden glauben, dass sie die Ursache für die Verbesserung der Balance war.

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"Ich glaube, dass jeder so lange wie möglich ein unabhängiges und gesundes Leben führen möchte. Körperliche Aktivität ist einer der Lebensstilfaktoren, die dazu beitragen können, indem sie mehreren Risikofaktoren entgegenwirkt und altersbedingten Abbau verlangsamt. Ich denke, Tanzen ist ein starkes Werkzeug, um Körper und Geist vor neue Herausforderungen zu stellen, besonders im höheren Alter.

Dr Kathrin Rehfeld

In Bewegung bringen und halten

Die Ergebnisse der Studie zeigen ein schönes Mittel gegen den Teufelskreis des Alterns: Bewegung wird schwieriger, also bewegst du dich weniger, wodurch du noch weniger mobil wirst. Tanzen ist jedoch eine niedrigschwellige Aktivität, für die Menschen leicht zu motivieren sind, und bietet ein geringes Verletzungsrisiko, solange du deine eigenen Grenzen kennst. Wir kennen schließlich alle die Fail-Videos von betrunkenen Menschen auf einer Hochzeit, die plötzlich vergessen haben, dass sie nicht mehr 16 sind.

Das Lernen von Choreografien kann außerdem viel Zufriedenheit bringen. Die Zufriedenheit, die jede neue Fähigkeit geben kann. Du kannst etwas, das du heute Morgen noch nicht konntest, und freust dich darauf, mehr zu lernen. Ein kraftvoller Impfstoff gegen das Einrosten, vor allem wenn du die Lautstärke ordentlich aufdrehst.

Referenzen

  1. Kathrin Rehfeld, Patrick Müller, Norman Aye, Marlen Schmicker, Milos Dordevic, Jörn Kaufmann, Anita Hökelmann, Notger G. Müller. Dancing or Fitness Sport? The Effects of Two Training Programs on Hippocampal Plasticity and Balance Abilities in Healthy Seniors. Frontiers in Human Neuroscience, 2017; 11 DOI: 10.3389/fnhum.2017.00305

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