Studie: Sport nach der Geburt? Bleib flexibel!
Sport nach der Geburt? Mütter, die nach der Geburt wieder aktiv werden möchten, gehen es am besten flexibel an. Vielleicht wichtiger: Du musst dich nicht schuldig fühlen wegen der Zeit, die du deiner eigenen Gesundheit widmest. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Kansas State University.
Sport nach der Geburt: Flexi-Mama
Du hast vor ein paar Wochen entbunden und möchtest nach der Geburt wieder Sport treiben. Laut neuer Forschung, kürzlich veröffentlicht im Journal of Health Psychology, machst du das besser mit einem flexiblen Ansatz, statt dich auf einen festen Trainingsplan zu konzentrieren.
Ein feststehender Trainingsplan würde eine zu hohe Schwelle darstellen. Um wieder aktiv zu werden, solltest du besser jede verfügbare Form von Aktivität nutzen, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Außerdem ist es wichtig, den Umgang mit praktischen und mentalen Barrieren zu lernen, etwa einem oft genannten Schuldgefühl, wenn du Zeit für dich selbst verwendest.
Sogar Menschen, die vor Kindern wirklich aktiv waren, neigen dazu, ihre körperliche Aktivität nach Kindern zu reduzieren, weil sie die Bedürfnisse des Babys an erste Stelle setzen... In den Workshops sprachen wir gezielt über Schuldgefühle und über die Idee, dass etwas für sich selbst zu tun nicht egoistisch ist. Es könnte dir tatsächlich helfen, geduldiger zu sein oder mehr Energie für deine Kinder zu haben.
- Emily Mailey, Kansas State University
Emily Mailey organisierte als Teil der Studie Workshops für Frauen, die 6 Wochen bis 12 Monate zuvor ein Kind bekommen hatten. Eine Gruppe erhielt allgemeine Beratung zur Steigerung der Aktivität und zum Umgang mit Barrieren. Dabei durften die Mütter selbst jede Form von Aktivität nutzen, einschließlich Übungen mit dem Baby. Eine zweite Gruppe erhielt dieselbe allgemeine Beratung, bekam dabei aber einen Laufplan, der darauf ausgelegt ist, inaktive Menschen schrittweise zum Laufen zu bringen (eine halbe Stunde, 3 Mal pro Woche). Alle Mütter trugen Accelerometer, um die Aktivität zu messen. Außerdem gaben sie nach der Studie an, inwieweit sie mit Barrieren umgehen konnten, die Aktivität im Weg standen.
Mailey erwartete, dass vor allem das Laufprogramm erfolgreich sein würde, weil es eine klare Richtlinie zum Gelingen bietet. Das Gegenteil zeigte sich. Mütter in der flexiblen Gruppe hatten ihre Aktivität stärker gesteigert als die Läuferinnen, obwohl der Unterschied klein war. Alle Mütter gaben an, besser mit möglichen Barrieren umgehen zu können.
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Aus der Studie ging hervor, dass manche schlicht eine Abneigung gegen Laufen hatten. Das kannst du natürlich verhindern, indem du einen Plan zusammenstellst, der besser zu deinen eigenen Trainingsvorlieben passt.
Ein weiterer wichtiger Faktor war der feste Trainingsblock von einer halben Stunde. Dieser erwies sich für viele Mütter regelmäßig als schwer planbar. Bei den 'flexiblen' Müttern war das einfacher. Sie konnten selbst bestimmen, wann, wie und wie lange sie ihre tägliche Bewegung ausfüllten. Während der Workshops wurden mit den Müttern in der flexiblen Gruppe daher die Möglichkeiten besprochen, vor allem angenehme Aktivitäten zu wählen und diese eventuell in drei Blöcke von 10 Minuten statt in einen Block von einer halben Stunde aufzuteilen. Aber auch an diese Zeiten musst du dich nicht festhalten.
Mailey verweist noch auf die 10.000 Schritte (oder 15.000 Schritte?), die als tägliches Ziel genannt werden. Das mag zwar ein schönes Ziel sein, aber vor allem ist es wichtig, realistische Ziele zu haben und deine Aktivität allmählich zu steigern.
Möchtest du mehr Informationen über Training nach einer Geburt? Wir haben früher bereits einen ausführlichen Artikel über dieses Thema geschrieben.
Referenz
- Emily L Mailey, Wei-Wen Hsu. Is a general or specific exercise recommendation more effective for promoting physical activity among postpartum mothers? Journal of Health Psychology, 2017; 135910531668762 DOI: 10.1177/1359105316687627
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