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Studie: Mehr Übergewicht durch geschädigte Fettzellen

| · 5 Min. Lesezeit

Vielleicht bist du über überschüssiges Körperfett nicht gerade glücklich. Doch auch deine Fettzellen können aus dem Gleichgewicht geraten, wenn sie stärker wachsen müssen, als ihnen lieb ist. Sie können in ihrer Funktion gestört werden, unter Sauerstoffmangel leiden, sich entzünden und Schaden nehmen, wodurch das Abnehmen noch schwieriger wird.

Geschädigte Fettzellen

Dr. Katarine Kos, Dozentin an der Medical School der University of Exeter, untersuchte Fettgewebeproben von Patienten, darunter Menschen, die sich aufgrund von Übergewicht einem chirurgischen Eingriff wie einer Magenverkleinerung unterzogen hatten [1]. Diese Analyse der Gesundheit des Fettgewebes bei übergewichtigen Menschen zeigte, dass ihre Fettzellen in Schwierigkeiten geraten, wenn sie übermäßig wachsen und gewissermaßen an ihrer eigenen Größe ersticken.

Eine erste Reaktion könnte lauten: "Super!" Wenn du mit Übergewicht kämpfst, ist es schließlich nicht ungewöhnlich, diesen lästigen Fettzellen einen unangenehmen Tod zu wünschen. Doch diese Schädigung der Fettzellen ist keineswegs zu deinem Vorteil.

Entzündungen im Fettgewebe

Auch Fettzellen benötigen Sauerstoff, um funktionieren zu können. Wenn Fettzellen zu groß werden, fällt es ihnen zunehmend schwer, genügend Sauerstoff aufzunehmen. Dieser Sauerstoffmangel löst Entzündungen im Fettgewebe aus. Diese Entzündungen bleiben jedoch nicht auf das Fettgewebe beschränkt, sondern gehen in den Blutkreislauf über, wo sie durch eine Blutuntersuchung messbar sind.

Begrenzte Energiespeicherung und verfettete Organe

Geschädigte und beeinträchtigte Fettzellen sind außerdem weniger gut in der Lage, ihre wichtigste Funktion zu erfüllen: überschüssige Energie zu speichern. Wenn das Fettgewebe überschüssige Kalorien nicht speichern kann, kann diese Energie an lebenswichtige Organe wie Herz und Leber weitergeleitet werden. Das wiederum kann zu übergewichtsbedingten Gesundheitsproblemen wie einer Fettleber (Steatose) sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Schwieriger abnehmen durch geschädigtes Fettgewebe

Vielleicht gibt es dennoch Menschen, die denken: "Lieber eine Fettleber als einen dicken Bauch." Für sie ist es wichtig zu wissen, dass diese Schädigung und Vernarbung der Fettzellen außerdem dazu führt, dass das Fettgewebe steifer und unflexibler wird. Dr. Kos verweist daher auf frühere Studien, die gezeigt haben, dass diese Schädigung das Abnehmen erschwert.

Eine Vernarbung des Fettgewebes kann das Abnehmen erschweren. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Vernarbung den Gewichtsverlust unmöglich macht. Regelmäßige Bewegung in Kombination mit einer über längere Zeit etwas reduzierten Energiezufuhr ermöglicht das Abnehmen und trägt dazu bei, dass das Fettgewebe nicht noch stärker überlastet wird.

Unter diesen Umständen ist Abnehmen also nicht unmöglich, aber schwieriger. Du musst daher für ein vergleichsweise größeres Energiedefizit sorgen, um gleich viel Gewicht zu verlieren.

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Dünne Arme, dicker Bauch

Dr. Kos, die die Adipose Tissue Biology Group an der University of Exeter leitet, erklärt, dass die Schädigung der Fettzellen auch die Verteilung des Fettgewebes beeinflussen kann. Geschädigtes Fettgewebe kann somit auch deine Figur verändern.

So kannst du beispielsweise durch eine Zunahme des Fetts in den tieferen Bauchschichten und rund um die Organe einen dicken Bauch bekommen. Arme und Beine können hingegen dünn bleiben, weil sich direkt unter der Haut nur wenig Fett befindet. Obwohl solche Menschen relativ schlank wirken können, kann das Fett also im Bauchraum und in inneren Organen wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Muskeln und Herz gespeichert sein. Fett kann sich außerdem in und um die Arterien ablagern und so Arteriosklerose verursachen. Diese Versteifung der Arterien kann zu Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfällen führen. Laut Dr. Kos wurde auch ein Zusammenhang zwischen geschädigtem Fettgewebe und Diabetes festgestellt. Das erscheint nicht besonders verwunderlich, wenn Fettzellen weniger gut in der Lage sind, überschüssige Glukose aus dem Blutkreislauf aufzunehmen.

Man kann sehr wenig Fett unter der Haut haben und dennoch aufgrund großer Fettmengen im Bauchraum und in den inneren Organen einem Diabetesrisiko ausgesetzt sein.

Ursache für die Schädigung von Fettzellen

Dr. Kos untersuchte das geschädigte Fettgewebe im Bauch übergewichtiger Menschen in der Hoffnung herauszufinden, was genau zu dieser Schädigung führt, abgesehen von einem Kalorienüberschuss.

Dazu untersuchte sie ein Molekül namens Lysyloxidase (LOX). Dieses Molekül fördert die Schädigung des Fettgewebes, indem es dieses steifer macht. Ein Vergleich zwischen übergewichtigen Menschen und Menschen, die durch einen chirurgischen Eingriff abgenommen hatten, zeigte, dass beide erhöhte LOX-Werte aufwiesen. LOX stand in Zusammenhang mit einem höheren BMI und schien vor allem durch Sauerstoffmangel und Entzündungen der Fettzellen aktiviert zu werden.

Diese Erkenntnis ändert jedoch wenig an der Praxis. Geschädigte Fettzellen scheinen kaum zu heilen, weshalb Vorbeugung weiterhin die beste Option ist. Bist du bereits in diesem Stadium angekommen, bleibt dir wenig anderes übrig, als zu akzeptieren, dass du künftig zusätzliche Anstrengungen für ein gesundes Gewicht unternehmen musst. Tut uns leid.

Es gibt Hinweise darauf, dass sich einmal vernarbtes Fettgewebe trotz Gewichtsverlust möglicherweise nicht vollständig erholt. Wir müssen auf unser Fettgewebe achten, denn es kann seine Aufgaben nicht mehr bewältigen, wenn es durch die erzwungene Aufnahme von immer mehr Kalorien überlastet wird. Als Ärztin würde ich zu Bewegung oder zumindest zu einem Spaziergang nach einer Mahlzeit raten, da dies einen großen Unterschied für unsere Stoffwechselgesundheit machen kann.

Quellen

  1. Emilie Pastel, Emily Price, Kajsa Sjöholm, Laura J. McCulloch, Nikolaj Rittig, Neil Liversedge, Bridget Knight, Niels Møller, Per-Arne Svensson, Katarina Kos. Lysyl oxidase and adipose tissue dysfunction. Metabolism, 2018; 78: 118 DOI: 10.1016/j.metabol.2017.10.002

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