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Forschung

Studie: Lebensziele machen gesunde Entscheidungen leichter

| · 4 Min. Lesezeit

Menschen mit klaren Lebenszielen akzeptieren Botschaften, die gesundes Verhalten fördern, leichter. Sie erleben weniger Unentschlossenheit bei Gesundheitsratschlägen. 

Lebensziele

"Lebensziele haben in früheren Studien einen starken Zusammenhang mit Gesundheit gezeigt. Wie Lebensziele ein gesundes Leben fördern können, ist jedoch unbekannt".

Yoona Kang von der University of Pennsylvania.

Für ihre Studie testeten Kang und Kollegen eine Theorie: Entscheidungen für eine gute Gesundheit kosten weniger Mühe für diejenigen, die klarer vor Augen haben, was ihr Ziel im Leben ist.

Laut Kang enthalten Entscheidungen für die Gesundheit immer Entscheidungsstress oder sorgen für widersprüchliche Gefühle. Selbst einfache Entscheidungen wie den Aufzug oder die Treppe zu nehmen. Aber was wäre, wenn Menschen bei solchen Entscheidungen weniger widersprüchliche Gefühle erleben, weil sie einen stärkeren inneren Antrieb haben, der diese Konflikte auflöst?

Widersprüchliche Gefühle

Um diese Idee zu testen, rekrutierten die Forscher inaktive Versuchspersonen, die sich mehr bewegen sollten. Diese Teilnehmer mussten übergewichtig oder adipös sein. Außerdem mussten sie in der Woche vor der Auswahl weniger als 200 Minuten körperlich aktiv gewesen sein.

Die Teilnehmer füllten eine Umfrage mit Fragen zu ihren Zielen im Leben aus. Dabei gaben sie an, inwieweit sie Aussagen wie diesen zustimmten oder nicht zustimmten:

"Ich habe ein Gefühl von Richtung und Zielen in meinem Leben". Oder: "Ich habe keine klare Vorstellung davon, was ich im Leben zu erreichen versuche".

Anschließend bekamen sie Botschaften zu sehen, die körperliche Aktivität fördern. Ihre Reaktionen auf diese Botschaften wurden mit einem fMRT-Scanner gemessen. Dabei wurde auf Regionen im Gehirn geachtet, die normalerweise aktiv sind, wenn Menschen unsicher sind oder widersprüchliche Gefühle erleben.

Konfliktverarbeitung im Gehirn

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Teilnehmer, die bei den Fragen zu Lebenszielen höher abschnitten, stimmten Botschaften über Gesundheit eher zu. Außerdem wurde bei ihnen weniger Aktivität in der Gehirnregion gesehen, die mit der Verarbeitung von Konflikten verbunden wird.

"Wir führen Studien durch, um zu verstehen, wie verschiedene Gesundheitsbotschaften menschliches Verhalten verändern können und warum manche Menschen für diese Botschaften empfänglicher sind als andere. Diese Studie ist ein guter Anfang, um zu erklären, warum Menschen mit stärkeren Lebenszielen mehr von solchen Botschaften profitieren.

Gehirn, Gene und Ziele

In Folgestudien möchte Kang die Wechselwirkungen zwischen Gehirnaktivität, Genen und Lebenszielen untersuchen. So wird sie testen, ob das Vorhandensein bestimmter Gene vorhersagen kann, wie viel Synchronisation zwischen Gehirnregionen besteht, die mit Belohnung und sozialer Sensibilität in Verbindung gebracht wurden. Aber auch, ob Aktivität in diesen Regionen wiederum die Stärke der Lebensziele vorhersagen kann.

Projektartig leben?

Dass du Ziele setzen musst, ist eines der Fitnessklischees. Oft denken wir dabei an relativ kurzfristige Ziele, zum Beispiel 10 Kilo in 6 Monaten abnehmen.

Ziele zu setzen sorgt dafür, dass du weißt, was am Ende das gewünschte Ziel ist. Das Ziel vor Augen zu halten, macht es an jeder Weggabelung leichter zu entscheiden, welche Richtung du einschlagen willst.

Keine Ziele bedeuten keine Richtung. Solche Entscheidungen werden dann ein gutes Stück schwieriger. Schließlich hast du keinen größeren Rahmen, in den du diese Entscheidungen einordnen kannst.

Lebensziele sind oft größer und umfassender, aber auch oft vager und abstrakter. "Ich will glücklich sein", oder: "Ich will erfolgreich sein". Genau wie große Projekte kannst du solche großen Ziele in Teilprojekte unterteilen. Lege für dich selbst objektive und messbare Dinge fest, die dich glücklich oder erfolgreich machen.

Anschließend kannst du dir bei schwierigen Entscheidungen diese konkreten Ziele vor Augen halten.

Referenzen

  1. Yoona Kang, Victor J. Strecher, Eric Kim, Emily B. Falk. Purpose in life and conflict-related neural responses during health decision-making.. Health Psychology, 2019; DOI: 10.1037/hea0000729

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