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Forschung

Studie: Länger leben mit Krafttraining

| · 4 Min. Lesezeit

Krafttraining kann deinem Leben einige Jahre hinzufügen, wie eine große Studie aus Australien zeigt. Auch wenn du kein Fitnessstudio besuchst und nur Bodyweight-Übungen machst. 

Push up, sit up, pull up for your life

Es ist die größte Studie ihrer Art. Forscher der University of Sydney leiteten eine Studie, die Daten der Health Survey for England und der Scottish Health Survey in Kombination mit dem NHS Central Mortality Register nutzte. Dadurch waren die Forscher in der Lage, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Arten von Aktivität und der Wahrscheinlichkeit zu sterben zu suchen. Aus ihrer Untersuchung geht hervor, dass Krafttraining die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes um 23 Prozent senkt. Speziell die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes durch Krebs sank um 31 Prozent. Die Forscher korrigierten so weit wie möglich für andere bekannte Faktoren wie Alter, Geschlecht, Lebensstil, Gesundheit und Bildungsniveau.

Übungen mit dem eigenen Körpergewicht als Widerstand erzielten dabei dasselbe Ergebnis wie Krafttraining in einem Fitnessstudio mit Gewichten und Geräten.

Krafttraining zeigte keinen Effekt auf die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dafür wirst du es also doch von Cardio haben müssen.

"Nicht genug Aufmerksamkeit für Krafttraining"

Laut den Forschern berücksichtigen politische Entscheidungsträger den Wert von Krafttraining nicht genug. Der Schwerpunkt liege vor allem auf Funktionalität, wenn wir älter werden, wie in der Studie, über die ich gestern noch schrieb. Zu wenig Aufmerksamkeit werde dem Zusammenhang zwischen Krafttraining und der Wahrscheinlichkeit zu sterben gegeben.

The study shows exercise that promotes muscular strength may be just as important for health as aerobic activities like jogging or cycling. 

Emmanuel Stamatakis, School of Public Health/Charles Perkins Centre

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Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten Cardio pro Woche, also alles, was die Herzfrequenz erhöht, und zwei Tage, an denen Krafttraining gemacht wird. Laut den Forschern schauen viele Regierungen und Institutionen jedoch nur auf die Menge an kardiovaskulärer Aktivität und nicht darauf, ob Menschen auch die Richtlinie für Krafttraining erfüllen. Sie verweisen dabei als Beispiel auf die Australian National Nutrition and Physical Activity Survey. Laut dieser Umfrage, die nur auf kardiovaskuläre Aktivität schaut, hätten 53 Prozent der Australier zu wenig Bewegung. Berücksichtigst du jedoch auch die Empfehlungen für Krafttraining, dann zeigt sich, dass ganze 85 Prozent der Australier sich zu wenig bewegen. Weniger als 19 Prozent der Australier erfüllen die Richtlinie für die benötigte Menge Krafttraining.

Fitnessstudio vs. Bodyweight-Übungen

Weil die Forscher auch Einblick in die Art des Krafttrainings hatten, konnten sie mögliche Unterschiede im Einfluss verschiedener Krafttrainingsformen auf die Sterbewahrscheinlichkeit betrachten. Daraus zeigte sich, dass Training zu Hause mit dem eigenen Körpergewicht als Widerstand genauso effektiv war wie Sport im Fitnessstudio.

Die Forscher betonen das, weil viele Menschen bei "Krafttraining" automatisch an Training mit Gewichten in einem Fitnessstudio denken, etwas, das viele Menschen nicht anspricht und abschreckt.

Natürlich kannst du im Fitnessstudio auch Bodyweight-Übungen machen und zu Hause auch mit Gewichten trainieren. Je nach Übung können Bodyweight-Übungen auch schwerer sein als Training mit Gewichten oder Geräten. Aber gut, hier geht es um die Wahrnehmung bei Menschen, die wenig Erfahrung mit und/oder Affinität zu Krafttraining haben. Bodyweight-Übungen können dann niedrigschwelliger wirken, zu Recht oder zu Unrecht. Neben Pushups und Situps werden auch Tricep Dips und Lunges als Beispiele genannt.

Genau wie der Artikel von gestern zeigt diese Studie die Bedeutung von Krafttraining. Nicht nur, um muskulös zu werden, auch nicht nur, um im Alter beweglich bleiben zu können, sondern auch, um dieses Alter überhaupt zu erreichen.

Referenzen

  • Emmanuel Stamatakis, I-Min Lee, Jason Bennie, Jonathan Freeston, Mark Hamer, Gary O'Donovan, Ding Ding, Adrian Bauman, Yorgi Mavros. Does strength promoting exercise confer unique health benefits? A pooled analysis of eleven population cohorts with all-cause, cancer, and cardiovascular mortality endpoints. American Journal of Epidemiology, 2017; DOI: 10.1093/aje/kwx345

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Kommentare (1)

C

Clemens Vollebergh

Erg algemeen. Ja, ik ben de eerste om te onderschrijven dat krachttraining ertoe doet bij gezond zijn en blijven. Ik hik een beetje aan tegen 'alles is goed'. Trainen op een machine is body part en verbetert de coördinatie niet. Dus trainen met vrije, zware gewichten, loodrecht verplaatsend op het lichaam is plus voor lichaam en geest. Veel mensen maken van krachttraining cardio: lekker een uurtje kracht gedaan = cardio. Bodyweight is zelden een goed alternatief. Maak onderscheid in het verbeteren van de voorwaarden en trainen van functie. Voorwaarden gaan voor functievragen. Als er onderzoeken komen over kracht wordt vrijwel altijd gekozen voor de apparaatsetting: lekker voorspelbaar, herhaalbaar, standaardiseren, maar in op of aan een apparaat is geheel anders dan trainen met vrije gewichten in de gehele beweegketen.

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