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Forschung

Studie: Hungerzellen im Gehirn gefunden

| · 4 Min. Lesezeit

Forscher der University of Warwick haben eine Funktion von Tanyzyten entdeckt, Hungerzellen in dem Bereich des Gehirns, der Energieniveaus reguliert. Diese Tanyzyten erkennen die Nährstoffe in der Nahrung und versorgen das Gehirn so direkt mit Informationen darüber, was gegessen wurde. Damit wurde ein sehr wichtiger Akteur bei der Bestimmung des Hungergefühls gefunden. 

Hungerzellen: Aminosäure --> Geschmackspapillen --> Tanyzyten

Es gibt 5 Grundgeschmacksrichtungen: salzig, süß, sauer, bitter und herzhaft. Letztere wird auch 'umami' genannt, nach der japanischen Bezeichnung für etwas Herzhaftes. Dieser herzhafte Grundgeschmack wird vor allem durch das Vorhandensein von Aminosäuren wahrgenommen, darunter Glutamat [1].

Aus der Studie der University of Warwick geht hervor, dass Tanyzyten, ein spezifischer Zelltyp im Gehirn, über dieselben Rezeptoren in der Zunge, die den Umami-Geschmack verarbeiten, auf Aminosäuren in gesunder Nahrung reagieren [2].

Diese Tanyzyten reagieren jedoch vor allem auf Arginin und Lysin, die daher auch für ein volleres Gefühl sorgen würden. Diese Aminosäuren finden sich besonders in hoher Konzentration in Lebensmitteln wie Schweineschulter, Huhn, Makrele, Pflaumen, Pfirsichen, Avocados, Mandeln, Sirloin Steak und Linsen. Das Essen dieser Lebensmittel könnte also schneller für ein volleres Gefühl sorgen. Etwas, das wir zufällig diese Woche noch bei Mandeln erwähnt haben.

Die Forscher kamen zu dieser Entdeckung, indem sie konzentrierte Mengen Arginin und Lysin in Gehirnzellen verabreichten, die fluoreszierend gemacht worden waren, um mikroskopische Reaktionen sichtbar zu machen. Sie sahen, dass die Tanyzyten die Aminosäuren innerhalb von 30 Sekunden registrierten und darauf reagierten, indem sie ein Signal an den Teil des Gehirns abgaben, der Appetit und Körpergewicht reguliert.

Sie entdeckten, dass die Signale der Aminosäuren direkt von den Umami-Geschmacksrezeptoren aufgenommen werden. Das fanden sie heraus, indem sie diese Rezeptoren blockierten oder entfernten. Danach sahen sie, dass die Aminosäuren nicht mehr mit den Tanyzyten reagierten.

Aminosäurespiegel im Blut und Gehirn nach einer Mahlzeit sind ein sehr wichtiges Signal, das das Gefühl vermittelt, satt zu sein. Die Erkenntnis, dass Tanyzyten im Zentrum der Gehirnregion, die das Körpergewicht steuert, Aminosäuren direkt wahrnehmen, hat sehr wichtige Folgen für neue Wege, Menschen dabei zu helfen, ihr Körpergewicht in einem gesunden Rahmen zu kontrollieren.

Nicholas Dale, University of Warwick

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Diese Entdeckung könnte neue Möglichkeiten für wirksamere Diäten schaffen. Möglicherweise könnte sie sogar zu Behandlungen führen, die den Appetit unterdrücken, indem diese Tanyzyten direkt aktiviert werden und die Nahrung selbst sowie das Verdauungssystem umgangen werden.

Future Fitness und Hungerzellen

Die Ergebnisse der Studie werden demnächst in Molecular Metabolism veröffentlicht.

Ich schreibe regelmäßig Artikel über solche Studien, bei denen man sich fragen kann, welchen direkten Mehrwert sie haben. Dieser Mehrwert ist im Moment noch nicht vorhanden, kann in Zukunft aber zu revolutionären Entwicklungen führen.

Die heutige Adipositas-Epidemie ist die Folge eines menschlichen Körpers, der nicht schnell genug auf die veränderte Umgebung reagieren kann. Ein Körper, der noch immer darauf ausgerichtet ist, so viel Energie wie möglich zu sammeln und zu sparen, in einer Zeit, in der Energie für viele im Überfluss vorhanden ist. Viele von uns müssen sich ständig sagen, dass sie rational gesehen bestimmte Lebensmittel oder Mengen meiden sollten, während ihr Körper selbst danach verlangt.

Und dann wird eben weiter Diät gehalten und trainiert. Unser Körper ist eine fantastische Maschine, der selbst die klügsten Köpfe nicht annähernd das Wasser reichen können, wenn wir zum Beispiel auf Entwicklungen in der Robotik schauen. Er hat dafür gesorgt, dass wir fast eine halbe Million Jahre auf dieser Erde überleben konnten, oft unter harten Bedingungen. Heute jedoch, in einer Welt voller billiger und energiereicher Nahrung, arbeiten bestimmte Überlebenssysteme gegen uns.

Wir gewinnen immer mehr Einblick in die verschiedenen Aspekte, die bestimmen, wie viel wir essen und wie unser Körper mit dieser Nahrung umgeht. Solche Studien ermöglichen es uns, diesen 'evolutionären Rückstand' aufzuholen. Human Chip Tuning.

Referenzen

  1. Yasuo T, Kusuhara Y, Yasumatsu K, Ninomiya Y (2008-10-01). Multiple receptor systems for glutamate detection in the taste organ. Biol Pharm Bull 31 (10): 1833-7
  2. Greta Lazutkaite, Alice Soldà, Kristina Lossow, Wolfgang Meyerhof, Nicholas Dale. Amino acid sensing in hypothalamic tanycytes via umami taste receptors. Molecular Metabolism, 2017; DOI: 10.1016/j.molmet.2017.08.015

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