Studie: "Die Gene deines Mitbewohners beeinflussen deine Gesundheit"
Ruiniert die Gesundheit deines Mitbewohners deine eigene Gesundheit? Laut einer aktuellen Studie an Mäusen können die Gene deines Mitbewohners deine Gesundheit in mehreren Punkten beeinflussen.
'Ein Mitbewohner geht zum Arzt'
In der neuesten Ausgabe von PLOSGenetics fand ich einen auffälligen Artikel. Forscher des European Bioinformatics Institute in Hinxton veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung zur gegenseitigen Wirkung der Gene von Mäusen, die gemeinsam in einem Käfig saßen [1]. Sie entdeckten, dass die Gene von 'Käfiggenossen' einer Maus verschiedene Aspekte der Gesundheit dieser Maus beeinflussen können. Noch wichtiger: Bei manchen dieser Aspekte ging man davon aus, dass nur die eigenen Gene der Maus sie beeinflussen könnten. Zum Beispiel, wie schnell sie wächst und wie gut das Immunsystem funktioniert.
Das würde laut den Forschern bedeuten, dass bei der Beurteilung der Gesundheit einer Person auch auf soziale Partner geschaut werden sollte. Den Partner also mit zum Hausarzt nehmen?
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In ihrer Untersuchung identifizierten die Forscher 40 Eigenschaften einer Maus, die durch das genetische Profil einer anderen Maus beeinflusst werden können, mit der sie einen Käfig teilt. Dinge wie Angstgefühle, Funktion des Immunsystems, Körpergewicht und die Geschwindigkeit der Wundheilung sollen zu etwa 10% durch das genetische Profil des Käfiggenossen bestimmt werden. Bei Eigenschaften des Immunsystems lag dieser Anteil sogar bei 30% durch die Gene der anderen Maus.
Gene --> Verhalten --> Gesundheit
Wichtig ist zu wissen, dass hier keine Bluetooth-Verbindung zwischen deinen Genen und denen deiner Mitbewohner besteht. Die Studie behandelt ein relativ neues Forschungsphänomen: 'indirekte genetische Effekte'. Die andere Bezeichnung macht allerdings schon deutlicher, worüber wir sprechen: 'soziale Effekte'.
Das Beispiel, das die Forscher dazu nennen, ist das von zwei Partnern, von denen einer ein Morgenmensch ist, während der andere ein Nachtmensch ist, am liebsten spät schlafen geht und spät aufsteht. Nicht besonders gemütlich, wenn du dann deine eigene biologische Uhr deine Schlafenszeit bestimmen lässt. Die Chance ist also groß, dass der eine später schlafen geht als gewünscht und der andere früher. Das kann anschließend Auswirkungen auf die Gesundheit beider haben, weil das Verhalten auf eine Weise beeinflusst wird, die dem eigenen genetischen Profil oder einer bestimmten Eigenschaft davon widerspricht.
Dass das Verhalten von Mitbewohnern einen Effekt haben kann, ist nicht besonders überraschend. Diese Studie liefert nur eine Ausrede für das nervige Verhalten deines Mitbewohners. Blame it on the genes.
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