Studie: "Dein Twitter-Feed verrät, ob deine Diät gelingt"
Die Wörter, die jemand auf Twitter verwendet, können zu 77% vorhersagen, ob diese Person ihre Diät erfolgreich einhält.
Zusammenhang zwischen Verhalten in sozialen Medien und Diäterfolg
Forscher des Georgia Institute of Technology haben einen direkten Zusammenhang zwischen dem Verhalten einer Person in sozialen Medien und der Chance gezeigt, dass diese Person erfolgreich eine Diät einhält [1]. Sie präsentieren ihre Ergebnisse später in diesem Monat auf der 20. ACM Conference on Computer-Supported Cooperative Work and Social Computing (allein der Name füllt schon einen halben Tweet). Die auf Twitter verwendeten Wörter und Ausdrücke sollen den erfolgreichen Verlauf einer Diät mit einer Genauigkeit von 77% vorhersagen können.
Wir sehen, dass diejenigen, die ihre täglichen Diätziele erfolgreicher einhalten, positivere Gefühle ausdrücken und in ihren sozialen Interaktionen ein stärkeres Erfolgserlebnis zeigen,"
Professor Munmun De Choudhury, Science Daily
Ausdrücke wie "Train smart like a trainer...win like 6 time champion", "If your not failing your not trying hard enough...," und "If we never stumble we never fall. If we never fall we never fail, and if we never fail we never grow!"
Alles Beispiele für motivierende, selbstreflektierende Formulierungen, die vor allem von Menschen genutzt werden, die sich erfolgreich an einen bestimmten Ernährungsplan halten. Ja, genau diese Art Fitness-Quotes, von denen ich kürzlich noch beschrieben habe, dass ich dagegen eine leichte Allergie entwickelt habe.
Nicht ganz überraschend beschäftigen sich dieselben Menschen in sozialen Medien stärker mit Themen wie Gesundheit und Fitness. Sie teilen häufiger Rezepte, Tipps zu Training und Ernährung und natürlich Fortschrittsbilder.
Social-Fitness-Filter und soziale Unterstützung
Du kannst dir vorstellen, dass ich als Fitnessblogger und Fitnessfotograf sowohl privat als auch beruflich ein paar tausend 'Freunde' habe, deren Leben auf Fitness ausgerichtet oder davon besessen ist. Ich sehe also kaum etwas anderes als solche Ausdrücke. Manchmal ist das etwas nervig, obwohl ich natürlich selbst mitmache, indem ich ständig Fotos von Fitness-Fotoshootings teile.
So ein 'Social-Fitness-Filter' dürfte vielen Lesern bekannt vorkommen. Teilweise bewusst und teilweise unbewusst tappst du in die Fitnessfalle von unter anderem Facebook und Instagram, die dir ständig vorschlagen, anderen mit derselben Vorliebe für einen guten Körper und Fitness zu folgen.
Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass dies ein erfolgreiches Support-Netzwerk bildet und deine eigenen Erfolgschancen erhöht. Nicht ganz überraschend. Ich glaube, ich habe schon einmal über das Schuldgefühl gesprochen, das dich zu Unrecht beschleichen kann, wenn an deinem Ruhetag andere Fotos aus dem Fitnessstudio posten. Oder Fotos einer perfekten Mahlzeit, wenn deine letzte Mahlzeit deutlich 'weniger perfekt' war.
Interessante Erkenntnisse also, aber nicht gerade schockierend. Menschen, die online so viel mit Fitness und gesunder Ernährung beschäftigt sind, sind offenbar motivierter. Kein Wunder, wenn sie dann auch disziplinierter wirken.
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Tweets sagen auch die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns voraus
Umgekehrt ist es eigentlich noch interessanter. Menschen, die beim Einhalten einer Diät weniger erfolgreich sind, verwenden auf Twitter offenbar auch einen negativeren, unangenehmeren und ängstlicheren Ton.
Diese Nutzer scheinen ängstlicher zu sein, offenbar wegen mangelnder emotionaler Kontrolle und wegen bestimmter Aktivitäten und Ereignisse des Alltags,
Beispielbeiträge sind: "I'm pretty sure I'm going to lose my mind. Completely lose what little is left. I cry at the thought of stupid things..." und "Feel rough as old boots this morning :/ Ankle hurts, shin hurts, chest hurts, head hurts."
"Also Jammerlappen", würden die meisten in meiner Filterblase sagen.
Das Interessante an dieser Studie ist, dass die Forscher Tweets und Ernährungsgewohnheiten verknüpfen konnten, weil die Teilnehmer ihre Ernährung in einer App festhielten. Sie nutzten die Daten von ungefähr 700 Menschen, etwa 2 Millionen Tweets und ein paar tausend Ernährungseinträge. So konnten sie genau verfolgen, wie viel und welche Lebensmittel die Teilnehmer aufnahmen und welche Aussagen sie zu diesen Zeitpunkten auf Twitter machten. Praktisch, diese Apps, mit denen du deine Ernährung erfassen kannst.
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Indem soziale Medien, Quantified-Self-Messungen und selbstberichtete Angaben zeitlich aufeinander abgestimmt werden, könnten statistische Modelle zum Beispiel die Dynamik von Ereignissen untersuchen, rund um die Frage, wann oder wie bald die Diät einer Person wahrscheinlich scheitert. Dadurch könnten proaktive Maßnahmen ergriffen werden, um positivere Gesundheitsergebnisse zu unterstützen.
Keine Sorge, du musst noch keine Angst haben, dass unsere Coaches deinen Social Feed überwachen, um einzuschätzen, ob du deine Diät einhältst. Dafür schauen sie einfach in der App nach, ob du deine Diät einhältst. Das scheint etwas einfacher zu sein, als deine Tweets zu analysieren.
'Dammit, Jim. I'm a coach, not a doctor!"
Referenzen
- news.gatech.edu/2017/02/21/likelihood-dieting-success-lies-within-your-tweets
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