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Forschung

Studie: Das Gehirn verlangsamt die Kalorienverbrennung während einer Diät

| · 4 Min. Lesezeit

Aktuelle Forschung gibt neue Einblicke darin, wie der Körper während einer Diät die Verbrennung senkt. Ein neues Puzzleteil, das erklären soll, warum Abnehmen manchmal so verdammt schwer ist oder immer mehr Mühe kostet.

Kalorienverbrennung verlangsamen: Diätresistenz

Es bleibt schwierig: Um abzunehmen, musst du für ein Energiedefizit sorgen, also für eine negative Energiebilanz. Du musst also weniger essen, als du verbrauchst. Dein Körper reagiert darauf jedoch, indem er den Verbrauch senkt. Du bekommst weniger hinein, also wird dein Körper 'effizienter' und sorgt dafür, dass du auch weniger verbrauchst. Wann genau das passiert und in welchem Ausmaß, kann große Unterschiede darin verursachen, wie Menschen auf eine Diät reagieren. Manche müssen für dasselbe Ergebnis relativ viel mehr tun, weil ihr Körper 'klüger' darin ist, sich an die Umgebung anzupassen.

Ich sage 'effizienter' und 'klüger'. Begriffe, die normalerweise positiv klingen, jetzt aber einen unerwünschten Effekt verursachen. Irgendwann und irgendwo ist es fantastisch, wenn dein Körper weniger verbraucht, sobald weniger Essen hereinkommt. In Zeiten und an Orten, in denen das bedeutet, dass auch weniger Nahrung verfügbar ist. Hier und jetzt jedoch, in einer Zeit, in der es oft mehr Mühe kostet, nicht zu viel zu essen, als genug zu essen, macht es das Abnehmen deutlich schwieriger.

Eine neue Studie der University of Cambridge gibt Einblick in eine Art, wie der Körper diesen Spareffekt erreicht[1]. Wichtige Gehirnzellen wirken dabei als Trigger, wenn Nahrung 'knapp' wird.

"Strategien zur Gewichtsabnahme sind oft ineffizient, weil der Körper wie ein Thermostat arbeitet und die Menge an Kalorien, die wir verbrennen, an die Menge an Kalorien koppelt, die wir essen. Wenn wir weniger essen, kompensiert unser Körper das und verbrennt weniger Kalorien, was das Abnehmen schwieriger macht. Wir wissen, dass das Gehirn diesen Kalorienthermostat regulieren muss, aber wie es die Kalorienverbrennung an die Menge der gegessenen Nahrung anpasst, war lange ein Rätsel.

In ihrer Studie mit Mäusen identifizierten Forschende einen neuen Mechanismus, mit dem der Körper sich an niedrige Kalorienzufuhren anpasst und dadurch Gewichtsverlust begrenzt. Die Forschenden testeten eine Gruppe von Neuronen im Hypothalamus, die sogenannten 'agouti-related neuropeptide' (AGRP)-Neuronen. Diese Neuronen sind für ihre große Rolle bei der Regulierung des Appetits bekannt. Wenn sie aktiviert werden, steigern sie den Appetit. Wenn sie jedoch vollständig ausgeschaltet werden, sollen sie zu Anorexie führen.

Die Forschenden nutzten eine Methode, um die AGRP-Neuronen bei den Mäusen ein- und auszuschalten. Die Mäuse selbst befanden sich in speziellen Kammern, um den Energieverbrauch zu messen. Sensoren wurden implantiert, um die Temperatur zu messen, ein Indikator für Energieverbrauch. Dabei wurden die Effekte unter verschiedenen Bedingungen verfügbarer Nahrung betrachtet.

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Mit ihrer Studie konnte das Team zeigen, dass die AGRP-Neuronen einen wichtigen Beitrag zur Körpertemperatur und dazu leisten, wie diese für Kalorienverbrennung sorgt. Aus ihrer Studie geht hervor, dass die AGRP-Neuronen den Appetit steigern, wenn sie aktiviert werden, aber dafür sorgen, dass die Kalorienverbrennung gesenkt wird, wenn keine Nahrung verfügbar ist. Sobald wieder gegessen wird, wird diese Wirkung der AGRP-Neuronen gestoppt und die Kalorienverbrennung steigt wieder auf ein normales Niveau.

Außerdem entdeckten sie einen Mechanismus, mit dem die AGRP-Neuronen feststellen können, über wie viel Energie der Körper verfügt, um anschließend zu bestimmen, wie viel verbrannt werden soll.

Ein bisschen weniger essen, ein bisschen mehr bewegen

Die Forschenden hoffen, damit mehr Einblick in den Grund zu geben, warum weniger Essen immer weniger Ergebnis bringt. Kleinere Kaloriendefizite in Kombination mit mehr Bewegung wären die beste Herangehensweise.

Außerdem wäre es doch auch schön, wenn wir diesen Neuronen in Zukunft klarmachen könnten, wann das Senken der Kalorienverbrennung nicht effizient, sondern unerwünscht ist.

Referenzen

  1. Luke K Burke, Tamana Darwish, Althea R Cavanaugh, Sam Virtue, Emma Roth, Joanna Morro, Shun-Mei Liu, Jing Xia, Jeffrey W Dalley, Keith Burling, Streamson Chua, Toni Vidal-Puig, Gary J Schwartz, Clémence Blouet. mTORC1 in AGRP neurons integrates exteroceptive and interoceptive food-related cues in the modulation of adaptive energy expenditure in mice. eLife, 2017; 6 DOI: 10.7554/eLife.22848

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