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Forschung

Studie: ACBP-Protein spielt eine wichtige Rolle für deinen Appetit

| · 3 Min. Lesezeit

Forschung an Mäusen hat die wichtige Rolle des Proteins ACBP bei der Regulierung des Körpergewichts gezeigt. 

Gewicht und Appetit

Dein Gewicht wird dadurch bestimmt, wie viel Energie in deinen Körper gelangt und wie dein Körper diese Energie anschließend verbraucht oder speichert.

Ich habe in vielen Artikeln versucht deutlich zu machen, dass du selbst viel weniger Einfluss auf diese Variablen hast, als dir oft erzählt wird. Dich an eine bestimmte Diät zu halten, ist natürlich viel schwieriger, wenn du durch bestimmte Stoffe einen deutlich größeren Appetit hast als andere.

Forscher der University of Montreal untersuchen seit einigen Jahren ein Protein, das eine besondere Rolle bei der Bestimmung des Appetits spielt.

Die Ergebnisse wurden im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht.

Proteine und Neuronen

Die Forscher haben bei Mäusen gezeigt, dass das Protein ACBP (acyl-CoA-binding protein) einen direkten Einfluss auf die Neuronen hat, die Nagetieren, aber auch Menschen ermöglichen, ein gesundes Gewicht zu halten.

2015 zeigte das Team bereits, dass das Protein ACBP Astrozyten ermöglicht, Informationen über Schwankungen in der Menge an Fettsäuren und Lipiden im Blutkreislauf an Neuronen weiterzugeben. Astrozyten sind Stützzellen, die neuronale Funktionen ermöglichen.

Sehr vereinfacht gesagt erhält das Gehirn auf diese Weise Informationen über die verfügbaren Nährstoffe im Körper. Diese Informationen können in Appetit oder eben Sättigung übersetzt werden. Ein Feedbacksystem, das auf diese Weise die Aufnahme von Nahrung und Energie regulieren kann und damit auch das Gewicht.

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Appetit bremsen oder steigern

In einer neuen Studie haben sie nun gezeigt, dass Neuronen, die für die Verringerung der aufgenommenen Nahrungsmenge verantwortlich sind (proopiomelanocortin neurons, POMC neurons), mit Astrozyten kommunizieren, die ACBP in einem bestimmten Teil des Hypothalamus produzieren [1].

Dieses Gebiet im Hypothalamus enthält zwei Gruppen von Neuronen mit gegensätzlichen Funktionen, wenn sie aktiviert werden. Die erste Gruppe sorgt dafür, dass du mehr isst, während die zweite Gruppe dafür sorgt, dass du weniger isst und mehr Energie verbrauchst. Das sind die POMC-Neuronen.

5% abnehmen in 5 Tagen

Laut Thierry Alquier von der University of Montreal können genetische Mutationen 5 bis 10 Prozent der Fälle von Übergewicht erklären. Ein großer Teil davon soll mit einer Störung des sogenannten melanocortin pathway zusammenhängen.

Das Entfernen des ACBP-Gens in Astrozyten in diesem Teil des Hypothalamus fördert Übergewicht. Umgekehrt injizierten die Forscher täglich ACBP in Mäuse, die genetisch so verändert waren, dass sie adipös waren. Das sorgte dafür, dass die Mäuse weniger fraßen und in 5 Tagen 5 Prozent abnahmen.

Von der Maus zum Menschen

Nun ist natürlich die Frage, inwieweit sich diese Ergebnisse am Ende auf Menschen übertragen lassen. Die Forschung befindet sich noch in einem frühen Stadium.

Es ist jedenfalls wieder eine Entwicklung, auf die manche ihre Hoffnung für die Zukunft setzen können.

  1. Khalil Bouyakdan, Hugo Martin, Fabienne Liénard, Lionel Budry, Bouchra Taib, Demetra Rodaros, Chloé Chrétien, Éric Biron, Zoé Husson, Daniela Cota, Luc Pénicaud, Stephanie Fulton, Xavier Fioramonti, Thierry Alquier. The gliotransmitter ACBP controls feeding and energy homeostasis via the melanocortin systemJournal of Clinical Investigation, 2019;
  2. https://www.jci.org/articles/view/123454

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