Forschung: Bewegung kann beim Kokainentzug helfen
Sport kann beim Kokainentzug helfen. Dies geht aus neuen amerikanischen Forschungsergebnissen hervor.
Verliebt in die Kokosnuss
Peter Thanos von der University at Buffalo (Forschungsinstitut für Suchterkrankungen und Abteilung für Pharmakologie und Toxikologie) erklärt: „Eine Kokainsucht ist häufig durch Erholungsphasen und Rückfälle mit Stress und negativen Emotionen gekennzeichnet. Dieser Stress und diese Emotionen werden oft durch den Entzug selbst verursacht und sind die Hauptursache für Rückfälle.“
Anhand von Tiermodellen entdeckte Thanos, dass eine Stunde auf dem Laufband das stressbedingte Verlangen nach Kokain reduzierte. Die Übung führte auch zu einer anderen physischen und psychischen Reaktion auf Stress.
Menschen, die von Kokain abhängig sind, haben eine adaptive neuronale, physische und psychische Reaktion auf Stress. Aktuelle Forschungen von Thanos belegen diese Übung mesolimbisches Dopaminsystem Veränderungen im Gehirn. Dieses System funktioniert wie ein Belohnungssystem und verstärkt die Eigenschaften von Drogen wie Kokain.
Darüber hinaus haben frühere Untersuchungen gezeigt, dass Bewegung Stresshormone senkt und die Stimmung verbessert. Dies könnte dazu beitragen, angespannte Erregung und negative Emotionen zu lindern, die oft mit einem Entzug einhergehen.
Von Kokain bis Cardio
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Verschiedene Studien haben bereits die positiven Auswirkungen des Trainings auf die körperliche Gesundheit gezeigt. Wir haben bereits so viel darüber geschrieben, dass ich mich nicht einmal darum kümmere, über neue Forschungsergebnisse zu berichten, die die positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System gezeigt haben [2]. War dort, habe das getan. Das wissen wir jetzt.
Auch die psychologischen Auswirkungen haben wir schon häufiger beschrieben. Beispielsweise im Anschluss an die Erforschung der positiven Wirkung bei Depressionen. Oder die negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, wenn man mit dem Training aufhört.
Laut Thanos wäre (Cardio-)Training im Rahmen eines umfassenden Behandlungsprogramms auch eine gute Strategie, um einen Rückfall in den Kokainkonsum zu verhindern. Ob dies auch für andere Suchtmittel gilt, soll eine Folgeuntersuchung zeigen.
Wenn er nur mit den Fingern schnippen würde, um das ganze Problem zu lösen, wäre das natürlich viel einfacher.
Referenzen
- Lisa S. Robison, Luke Alessi, Panayotis K. Thanos. Chronisch erzwungenes Training hemmt die stressbedingte Wiederherstellung der durch Kokain bedingten Ortspräferenz. Verhaltenshirnforschung, 2018; 353: 176
- Ahmed Elhakeem Rachel Cooper Peter Whincup Soren Brage Diana Kuh Rebecca Hardy. Biomarker für körperliche Aktivität, sitzende Zeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter von 60 bis 64 Jahren. JA, 2018
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