Mr. Olympia Ergebnisse und Gewinner
Der Mr. Olympia ist die hoechste Buehne im Bodybuilding. Trotzdem frage ich mich, wie relevant "The O" noch bleibt. Eine schmerzhafte Frage fuer einen Fan, aber notwendig, wenn der Sport erhalten bleiben soll.
"Mister wer??
Stell dir vor, du gehst zu deinem lokalen Fussballverein und fragst dort, wer im vergangenen Jahr Landesmeister geworden ist. Wie viele wuerden dann sagen, dass sie nie Fussball im Fernsehen schauen? Einer von zehn vielleicht? Wie viele ambitionierte Hobbyradfahrer wissen nicht, wer den letzten Giro oder die Tour de France gewonnen hat? Sehr wenige, nehme ich an.
Geh danach in dein lokales Fitnessstudio, sprich die Jungs an, die ernsthaft Krafttraining betreiben, und frag, wer den letzten Mr. Olympia gewonnen hat. Die Chance ist gross, dass du ungefaehr auf so ein Verhaeltnis kommst und nur ein Einzelner angibt, Profi-Bodybuilding-Wettkaempfe zu verfolgen.
Das ist ziemlich merkwuerdig. Vor allem angesichts der immer weiter steigenden Popularitaet von Krafttraining. Aus irgendeinem Grund arbeiten weltweit Millionen Menschen taeglich daran, muskulöser und definierter zu werden, aber verhaeltnismaessig nur sehr wenige verfolgen die Leistungen der Top-Bodybuilder.
Das zeigt sich unter anderem daran, dass unsere Berichterstattung ueber den Mr. Olympia jedes Jahr relativ wenig Interesse weckt. In diesem Artikel gehe ich auf einige Faktoren ein, die meiner Meinung nach erklaeren, warum sich viele nicht in den Maennern wiedererkennen, die am vergangenen Wochenende in Las Vegas um den hoechsten Preis im Bodybuilding gekaempft haben. Ich wage sogar zu behaupten, dass Profi-Bodybuilding, as we know it, einige wichtige Veraenderungen durchmachen muss, um relevant zu bleiben.
Der Begriff "Bodybuilding"
Das hat zunaechst wohl damit zu tun, dass viele, die Bodybuilding betreiben, es selbst nicht Bodybuilding nennen, geschweige denn sich selbst Bodybuilder nennen. Ich habe schon öfter ueber das Stigma des Bodybuildings geschrieben. Das falsche Bild, durch das viele glauben, Bodybuilding werde per Definition von 120-Kilo-plus-Massemonstern betrieben, vollgestopft mit Anabolika, Wachstumshormon, Insulin und Synthol als Dessert.
Wie in diesen frueheren Artikeln beschrieben, ist Bodybuilding jeder Einsatz, bei dem du eine Kombination aus muskelaufbauenden und fettverbrennenden Strategien in Ernaehrung und Training nutzt. Nicht mehr und nicht weniger. Niemand hat je gesagt, Bodybuilding bedeute, dass du dich in einen Mutanten verwandeln musst.
Lass He-Man einfach eine Zeichentrickfigur bleiben
Dass Bodybuilding dieses Image hat, ist allerdings nicht so verwunderlich. Seit den 60er-Jahren haben sich die Formen der Top-Bodybuilder von einem Koerper, den fast jeder Mann anstrebt, zu einem Koerper entwickelt, vor dem viele zurueckschrecken.
Persoenlich habe ich dazu gemischte Gefuehle. Einerseits ist es fantastisch, die Muskelpakete meiner als Kind geliebten Zeichentrickhelden an einem lebenden Menschen zu sehen. Keine Ahnung, inwieweit Figuren wie He-Man, Thundercats, G.I. Joe und spaeter X-Men mein Bild davon gepraegt haben, wie ein Mann auszusehen hat. Ich rechne also damit, dass meine Generation (Jahrgang 1976) ein ziemlich ueberzeichnet maskulines Bild von Maennlichkeit hat.
Andererseits frage ich mich, ob Fantasie nicht einfach Fantasie bleiben sollte und Realitaet Realitaet. Fuer viele gilt, dass sie sich ueberhaupt nicht mit Bodybuildern wie Phil Heath und seiner Konkurrenz vom vergangenen Wochenende identifizieren koennen. Frueher liefen duenne Jungs an einem Kiosk vorbei, um sich von den Covern von Magazinen wie Muscular Development inspirieren zu lassen. "So will ich aussehen."
Ich bin selbst ein ziemlicher Geschichtsfan, und das gilt auch fuer die Geschichte des Bodybuildings. Deshalb schaue ich mit einer gewissen Nostalgie auf die Olympia und denke an die Maenner, die den Sport gross gemacht haben. Maenner wie Larry Scott, Sergio Oliva, Frank Zane und natuerlich Arnold Schwarzenegger. Als wir im vergangenen Jahr in Las Vegas dabei waren, dachte ich auch an die legendaere Doku "Pumping Iron" und daran, dass ich 40 Jahre spaeter selbst dort war. Ich war vermutlich begeisterter darueber, mit Schwarzenegger und Franco Columbu in einem Saal zu sitzen, als darueber, den aktuellen Top-Bodybuildern zuzusehen. Maenner aus einer Zeit, in der man sich noch halbwegs vorstellen konnte, zu Recht oder zu Unrecht, selbst so aussehen zu koennen. Eine Zeit, in der Bodybuilding noch mit Gesundheit verbunden wurde (trotz des damals noch jungen Einsatzes von Anabolika).
"Gut so big you could see it from the back"
Und damit kommen wir aus meiner Sicht zum groessten Problem des Mr. Olympia und des Profi-Bodybuildings allgemein: Es wird immer schwieriger, es schoen zu finden, selbst fuer mich.
Mos Def beschreibt im Song 'Miss fat booty' den umfangreichen Hintern einer Frau mit: Ass so fat you could see it from the front"
Heute sehen wir Bodybuilder mit einem so aufgeblaehten Bauch, dass man ihn noch hervorstehen sieht, wenn sie mit dem Ruecken zu einem stehen. Bodybuilder, die beim Posing den Bauch einziehen muessen wie jemand mit Bierbauch beim ersten Date.
Es scheint, als haetten wir das aktuelle Maximum an Muskelmasse erreicht, das man in Kombination mit einem niedrigen Koerperfettanteil haben kann, ohne dass der Bauch dabei aufquillt. Die enormen Mengen an Nahrung, Wachstumshormon und Insulin, die die Maenner offenbar brauchen, um die Groessten zu sein, haben eine aesthetisch sehr unangenehme Nebenwirkung (abgesehen von medizinischen), die zulasten der Popularitaet des Sports geht. Ich frage mich, inwieweit das unvermeidlich ist, je laenger man dabei ist. Ronnie Colemans Bauch war in seinen letzten Jahren auf der Buehne schlicht peinlich.
Das Ideal des Bodybuildings war und ist noch immer, die schoenste koerperliche Version eines Menschen zu zeigen. Das ist natuerlich sehr subjektiv, und deshalb gibt es viele verschiedene Klassen nach Gewicht und Zielsetzung des Koerpers. Die Spitze, die offene Klasse, sollte jedoch das Hoechste sein. Das Nonplusultra der menschlichen Physis.
Kein Monopol mehr auf Muskelmasse
Die Olympia ist allerdings auch nicht gerettet, wenn der Verband am Ende beschliesst, die ganze Klasse mit anderen Anforderungen an den Koerper rigoros umzubauen. Oder sie im Extremfall fallen zu lassen, wie es bei der Bodybuilding-Klasse der Frauen passiert ist.
Bei den Frauen galt dasselbe Problem, nur vergroessert. Es gab fast niemanden mehr, der es schoen fand, waehrend der groesste Teil der Menschen es rundheraus haesslich fand. Selbst wenn man Respekt fuer ihren Einsatz aufbringen und schaetzen konnte, wie viel Muehe dieses Ergebnis kostet. Gleichzeitig nahm die Popularitaet "leichterer" Klassen zu, etwa Bikini Fitness, und man beschloss, ihnen mehr Raum zu geben.
Trotzdem konnte ich im vergangenen Jahr sehen, wie wenig Aufmerksamkeit diese Frauen im Verhaeltnis eigentlich bekommen. Ein grosser Teil der Wettkaempfe fand in demselben Raum statt, in dem gleichzeitig eine grosse Messe lief. Die Maenner in der offenen Klasse bleiben in dieser Hinsicht immer noch die grosse Attraktion. Darum ging es schliesslich einmal: unter all den grossen Champions der verschiedenen Verbaende herauszufinden, wer der Beste war.
Fans von Bodybuildern in leichteren Klassen wie Classic Bodybuilding und Men's Physique ist es oft voellig egal, wie ihre Vorbilder bei Wettkaempfen abschneiden. Sie schaetzen sie wegen ihres Koerpers und ihres (Online-)Images, nicht wegen ihrer Leistungen auf der Buehne.
Bodybuilding-Wettkaempfe, Verbaende und Magazine haben kein Monopol mehr auf muskulöse Vorbilder. Man muss keine Wettkaempfe mehr gewinnen, um in Magazine zu kommen und duenne Jungs am Zeitungskiosk zu inspirieren. Viele Instagram-Models haben eine viel groessere Reichweite als Bodybuilder, die im Wettkampf gut abschneiden. Lazar Angelov war als Wettkampfbodybuilder kaum relevant und hat nie auf hohem Niveau mitgemischt. Trotzdem hat er auf Instagram zum Beispiel mehr als doppelt so viele Follower wie der siebenfache Mr. Olympia Phil Heath.
Eine schmerzhafte Schlussfolgerung ist daher, dass wir gar keinen Mr. Olympia brauchen, um inspiriert zu werden. Viele sehen die Top-Bodybuilder nicht als Vorbild. Social Media bietet ein Auswahlmenue an Koerperformen, an denen man sich orientieren kann. Keine Ahnung, was das fuer die Zukunft des Bodybuildings bedeutet. Es bleibt schliesslich ein Sport, und in jedem Sport will man immer "besser" werden. Bodybuildern zu sagen, sie sollten kleiner werden, wirkt unnatürlich. Einen Laeufer bittet man auch nicht, langsamer zu laufen.
Und du?
Ich habe mir vergeblich Muehe gegeben, daraus keinen langen Essay zu machen. Ich bin mir selbst ganz offensichtlich noch nicht sicher, was ich von dieser Entwicklung halten soll. Zum Abschluss moechte ich deshalb eigentlich nur nach deiner Meinung fragen.
- Schaust du auch mitten in der Nacht einen ruckelnden Livestream, um den Mr. Olympia sehen zu koennen, oder interessiert dich das ueberhaupt nicht?
- Betreibst du selbst ernsthaft Krafttraining und hast die Top-Bodybuilder als Vorbild, oder siehst du dein Erleben von Krafttraining und Ernaehrung gar nicht als Bodybuilding?
- Jeff Seid oder Phil Heath?
Vorschau Mr. Olympia 2017
Natuerlich muss ich beruecksichtigen, dass ich dieses Jahr persoenlich weniger spannend finde, weil ich das gerade in meinem Wohnzimmer sitzend tippe. Letztes Jahr war ich schliesslich in Las Vegas dabei, um das Event live zu erleben. Das fuehlt sich doch anders an.
Aber auch unabhaengig von der persoenlichen Erfahrung merke ich, dass es inhaltlich mehr Muehe kostet, sich fuer diese Ausgabe des Mr. Olympia zu begeistern. Dieses Gefuehl bemerke ich auch bei anderen.
Hauptsaechlich duerfte das am Mangel an Konkurrenz um den ersten Platz liegen. Seit Kai Greene nicht mehr am Mr. Olympia teilnimmt, hat Phil Heath im Grunde freie Bahn, seinen siebten Titel zu holen. Persoenlich sehe ich ihn danach noch dreimal gewinnen, damit er seine zehnte Sandow-Statue in den Trophaeenschrank stellen kann. Er braucht noch zwei Siege, um den Rekord von Lee Haney und Ronnie Coleman einzustellen, hat aber bereits gesagt, dass er zehn Titel anstrebt. Phil konnte auf der gestrigen Pressekonferenz zwar sagen, dass "Kai keine Rolle spielt" und dass es wenig Respekt gegenueber den anwesenden Teilnehmern zeigt, ueber den abwesenden Kai zu sprechen. Das aendert aber nichts daran, dass es fuer das Publikum deutlich weniger spannend ist.
Als ich es im vergangenen Jahr also live sehen konnte, wurde noch deutlicher, warum Phil einsam an der Spitze steht. Er kam beim Pre-Judging als Letzter auf die Buehne. Bis dahin wirkte der Kampf um die Top 5 ziemlich spannend. Als Phil jedoch seine erste Pose einnahm, war meine erste Reaktion: "It's over and done". Es ist schwer zu beschreiben, was ihn besser macht als die anderen: fantastische Proportionen, absurd volle Muskelbaeuche. Ja, dieser Bauch wölbt sich in einem unbewachten Moment auch mal nach vorn, aber das ist heutzutage bei der Masse, die die Herren zeigen, offenbar unvermeidlich.
Phil ist noch relativ jung. Ausserdem trainiert er klug und braucht keine zerstoererischen Einheiten, um seine beste Form zu erreichen. Die Chance, dass er sich kaputttrainiert wie Dorian Yates und Coleman, scheint daher ziemlich klein. Dann bleibt noch die Frage, wie lange sein Koerper all den Stoff, der hineingeht, das hohe Gewicht und die absurden Mengen an Nahrung mitmacht. Ich denke jedoch, dass sein Koerper noch ein paar Jahre durchhalten wird, waehrend andere mit weniger Veranlagung frueher an ihre Grenzen stossen.
Bodybuilding ist jedoch auch Politik. Deshalb rechne ich durchaus mit der Moeglichkeit, dass die IFBB erkennt, dass Phil extrem langweilig ist und fuer einen sechsfachen Titeltraeger relativ wenig zur Promotion des Sports beitraegt. Wie gesagt, ich bin nicht der Einzige, der dieses Jahr wenig erwartet, und moeglicherweise fuerchtet die Organisation eine sinkende Popularitaet des Sports mit Phil als Koenig.
Mir fehlt Spektakel
Man kann allerdings sagen, dass das auch fuer das vergangene Jahr galt und dass mein Blick also tatsaechlich durch die Erfahrung gefaerbt ist, das Ganze in Las Vegas erleben zu duerfen. Im vergangenen Jahr gab es jedoch eine grosse Attraktion: das Comeback von Kevin Levrone. Ein Gaensehautmoment, als er nach 13 Jahren Abwesenheit wieder auf die hoechste Buehne stieg. Ein solcher Publikumsmagnet fehlt dieses Jahr.
Verlust eines grossen Talents
Die grosse Ueberraschung im vergangenen Jahr war allerdings der junge Dallas McCarver, der scheinbar aus dem Nichts bei seinem Debuet eine Top-10-Platzierung erreichte. "Wer ist das?", sagten wir noch, als er auf die Buehne kam. Im Nachhinein beschrieb ich ihn als grosse Hoffnung, und fuer dieses Jahr war meine Aufmerksamkeit deshalb vor allem auf ihn gerichtet.
Bis Ende letzten Monats bekannt wurde, dass der 26-jaehrige Dallas gestorben war, nachdem er an einer Mahlzeit erstickt war. Ein sehr tragisches Ereignis, das nun auch eine der wenigen Attraktionen der Olympia wegnimmt.
Unsere Jungs
Dieses Jahr schaue ich deshalb eigentlich nur aus einem Grund: um zu sehen, wie Roellie Winklaar und William Bonac abschneiden werden. Im vergangenen Jahr belegten sie nach einem spannenden direkten Duell den sechsten beziehungsweise fuenften Platz.
Es waere natuerlich fantastisch, wenn einer von ihnen eine Top-3-Platzierung erreichen wuerde, aber die Konkurrenz in den Top 6 ist mit Maennern wie Shawn Rhoden, Dexter Jackson und Big Ramy gnadenlos.
Heute Abend (Las-Vegas-Zeit) ist das Pre-Judging, bei uns gegen 3 Uhr nachts ueber den Livefeed zu sehen.
Mr. Olympia 2017 Ergebnis
Phil Heath hat vergangene Nacht den Mr. Olympia 2017 gewonnen und damit seinen siebten Titel geholt. William Bonac landete auf dem dritten Platz.
Phil Heath Mr. Olympia 2017
Zum ersten Mal seit Jahren konnte ich nicht live zuschauen, nicht in Las Vegas und nicht auf dem Sofa. Gleich fahre ich fuer ein langes Fotoshooting fuer die Online-Coaching-App nach Almere, deshalb schien es mir nicht klug, die ganze Nacht wachzubleiben. Also lieber frueh raus und schnell alles nachschauen.
Keine schockierenden Nachrichten aus Las Vegas beim Aufstehen an diesem Morgen. Wie erwartet hat Phil Heath seinen siebten Mr.-Olympia-Titel gewonnen. Damit zieht er mit dem groessten Namen im Bodybuilding gleich: Arnold Schwarzenegger. Trotzdem scheinen sich erste Risse bei diesem scheinbar unbesiegbaren Champion zu zeigen.
Wie in der Vorschau beschrieben, gab es im vergangenen Jahr keinen Zweifel daran, wer den Titel gewinnen wuerde. Dieses Jahr wurde jedoch tatsaechlich an seiner Dominanz gezweifelt. Anhand der Callouts wurde deutlich, dass die Jury einige Muehe hatte, zwischen Phil Heath, Big Ramy und William Bonac zu entscheiden.
Am Ende reichte es fuer Phil doch, um erneut den Titel zu holen, aber die Botschaft war klar: Die Zeit, in der wir automatisch davon ausgehen konnten, dass Phil gewinnt, ist vorbei.
Zweiter Platz Big Ramy
No denying, this is the best version of Big Ramy we have ever seen
Das Phaenomen Mamdouh Elssbiay, besser bekannt als Big Ramy, erzielte gestern Abend sein bestes Ergebnis ueberhaupt. Big Ramy ist fuer seine enorme Masse bekannt. Keine Frage, wer der Groesste ist. Die Frage ist jedoch, inwieweit Ramy die beste Balance zwischen Masse, Conditioning und Symmetrie findet.
Mir fiel auf, dass Phil dieses Jahr deutlich angespannter wirkte, als er nur noch mit Big Ramy auf der Buehne stand und auf die erloesenden Worte wartete, auch dieses Jahr wieder ausgesprochen von The Rock, Dwayne Johnson. Als sie dann ausgesprochen wurden, war die Erleichterung bei Phil gross. Das zeigt, dass er selbst durchaus Zweifel an seiner Leistung in diesem Jahr hatte.
Ehrlich ist ehrlich: Die Emotion, die Phil bei der Preisuebergabe zeigte, war schoen zu sehen. Wir sagen oft, dass Phil keine Personality hat. Vielleicht sollten wir diesen Phil öfter sehen.
Dritter Platz William Bonac
William Bonac is here and he has arrived
Das ist von den Kommentatoren nicht uebertrieben. In dieser Nacht sahen wir die beste Version von William.
Der schoenste Moment fuer mich war daher, als William Bonac diese Bronzemedaille um den Hals bekam. Waehrend des ganzen Events hoerte ich die Kommentatoren vor allem ueber Phil und Big Ramy sprechen. Deshalb fand ich es grossartig zu sehen, wie dazwischen der relativ kleine William Bonac entspannt stand, waehrend nacheinander grosse Namen wie Dexter Jackson und Shawn Rhoden ausschieden.
Der ghanaisch-niederlaendische Bodybuilder war in dieser Nacht die Nummer 3 der Welt, keine geringe Leistung. Mit dieser Leistung gehoert William ausserdem zu den drei erfolgreichsten niederlaendischen Bodybuildern aller Zeiten, neben Juliette Berman und Berry de Meij. Bei den Maennern hat kein Niederlaender besser abgeschnitten (Berrys bestes Ergebnis war ebenfalls ein dritter Platz im Jahr 1988).
William, Glueckwunsch und danke fuer diese grossartige Routine!
Ergebnis Mr. Olympia 2017:
1. Phil Heath - 7X Mr. Olympia!
2. Mamdouh Elssbiay (Big Ramy)
3. William Bonac
4. Dexter Jackson
5. Shawn Rhoden
6. Roelly Winklaar
7. Nathan DeAsha
8. Brandon Curry
9. Josh Lenartowicz
10. Cedric McMillan
Mr. Olympia 2016 und das Comeback von Kevin Levrone
Der Mr. Olympia steht dieses Jahr vor allem im Zeichen von "the comeback" von Kevin Levrone. Nach 13 Jahren Abwesenheit betritt dieser Gigant wieder die hoechste Buehne. Und wir sind dabei!
Jeder liebt ein Comeback. Comebacks sind wie eine Zeitkapsel. Sie bringen dich zurueck in Zeiten, von denen du dachtest, sie seien laengst vorbei. Sie geben dir die Chance, alte Zeiten neu zu erleben oder eine zweite Chance auf einen verpassten Moment. Auch im Bodybuilding gibt es solche historischen Comebacks, etwa das von Sergio Oliva, der nach seinem Abschied 1972 im Jahr '84 zur IFBB zurueckkehrte, um wieder auf der Olympia zu stehen. Das bekannteste ist natuerlich das von Arnold, der 1980 nach sechs Jahren Abwesenheit auf die Buehne zurueckkehrte.
Kevin Levrone
Auch der Mr. Olympia 2016 steht im Zeichen eines solchen Comebacks. Am 7. Mai kuendigte Kevin Levrone an, dass er dieses Jahr nach 13 Jahren Abwesenheit wieder auf der Buehne des Mr. Olympia stehen wuerde. Kevin Levrone erhielt seine Profi-Lizenz 1991. Seitdem nahm er an nicht weniger als 67 Profi-Wettkaempfen teil, von denen er 23 gewann. 18 Mal wurde er Zweiter, davon viermal bei der Olympia. Den groessten Titel konnte er nie gewinnen, stand aber auch einigen der groessten Namen des Bodybuildings gegenueber.
Seine erste Teilnahme an der Olympia war am 12. September 1992. Es war ein wichtiges Jahr fuer das Bodybuilding. Der achtfache Mr. Olympia Lee Haney hatte im Jahr zuvor Abschied genommen und die Tuer fuer einen neuen Champion geoeffnet. Kevin und Dorian standen als letzte zwei auf der Buehne. Wuerde sich die Jury fuer Kevins aesthetische Form entscheiden oder fuer das Massemonster Yates, den ersten, vor dem selbst Haney Angst hatte? Die Jury entschied sich fuer die Masse und sollte das noch jahrelang tun.
In den folgenden Jahren musste Kevin gegen Maenner wie Shawn Ray und Flex Wheeler antreten, denen es ebenfalls nicht gelang, Dorian Yates vom Thron zu stossen. Als Yates nach seinem letzten Titel 1997 aufhoerte, schien die Chance endlich da, bis ein gewisser Ronnie Coleman bei seinem zweiten Auftritt beim Mr. Olympia Erster wurde und das anschliessend noch sieben Jahre in Folge tat. Kevin machte Ronnie in dieser ganzen Zeit das Leben schwer und wurde (noch einmal) zweimal Zweiter. 2003 nahm er zum letzten Mal teil.
Er verabschiedete sich nie offiziell. Ein gerissener Meniskus und Schauspielambitionen (kommt einem bekannt vor?) liessen ihn die naechste Olympia verpassen. Und die folgenden zwoelf ebenfalls.
He's back!
Aber jetzt ist er also wieder da. In Pittsburgh kuendigte er an, dieses Jahr wieder an der Olympia teilzunehmen.
Wenn ich es mache, dann mache ich es richtig. CAT-Scan, einige Tage zuvor zurueckbekommen. Die Aerzte konnten nicht glauben, wie gut es aussah. 'Perfekt'. Du hast den Koerper und die Knochen eines 24-Jaehrigen.
Jeder fragt sich, wie er abschneiden wird, und wir sehen bereits die noetigen Videos und Fotos seiner Form vorbeikommen. Ich habe bewusst noch nicht zu viel geschaut. Sogar aktiv weggesehen. Als Redakteur natuerlich nicht ideal, aber jetzt Fotos von ihm zu sehen, ist ein bisschen so, als wuerde man das Ergebnis eines Spiels hoeren, das man aufgenommen hat. Ich will es mit eigenen Augen sehen. Als wir Kevin Anfang des Jahres auf der FIBO herumlaufen sahen, dachte ich noch: "Cool, weisst du noch, als ..." Nicht ahnend, dass er kurz davor stand, seine Rueckkehr anzukuendigen. Nicht ahnend, dass wir dieses Jahr in Texas ebenfalls dabei sein wuerden.
Jetzt, da ich die Gelegenheit habe, es live zu erleben, will ich die echte Comeback-Erfahrung. Um noch ein wenig spueren zu koennen, wie es frueher war, als man als Bodybuilder seine Form noch ein ganzes Jahr lang verstecken konnte (was Yates den Spitznamen "the Shadow" einbrachte). Wenn ich mit Leuten ueber die diesjaehrige Olympia spreche, fragen sie oft zuerst: "Wie denkst du, wird Kevin Levrone abschneiden?" Noch etwas mehr als zwei Wochen, dann sind wir in Vegas, um es herauszufinden und euch natuerlich alles darueber zu berichten.
Knock 'm out L!
Quellen:
- flexonline.com/videos/general-news/kevin-levrone-back
- musculardevelopment.com/contests/pittsburgh-pro/15167-kevin-levrone-olympia-comeback-officially-announced.html#.V8QKHpOLRsM
- bodybuilding.com/fun/other30.htm
Mr. Olympia 2016 Vorschau
Heute Abend sahen wir die grossen Maenner beim Pre-Judging des Mr. Olympia 2016 in Aktion.
Das war fuer mich der wichtigste Grund, hier in Las Vegas zu sein. Natuerlich schaue ich mir auch gern die Frauen an, aber es sind die Herren in der offenen Klasse, die ich seit Jahren verfolge und nun endlich live in Aktion sehen konnte. Ein besonderes Jahr, wie schon geschrieben, durch das Comeback von Kevin Levrone (nach 13 Jahren ohne Buehnenauftritt), aber auch wegen der hoch eingeschaetzten Chancen "unserer Jungs" Roellie Winklaar und William Bonac.
Ein weiterer Grund, ausgerechnet dieses Jahr dabei zu sein, ist, dass der Livestream wirklich mies ist, wie die vielen Beschwerden von Menschen weltweit zeigen, die gar nichts zu sehen bekommen, ein ruckelndes Bild oder schlechten Ton haben. Schade, dass das seit letztem Jahr nicht mehr von Bodybuilding.com gemacht wird.
Heute war das Prejudging, morgen sind die Finals und dann kennen wir das Ergebnis. Wir haben jedoch schon einen guten Eindruck davon bekommen, wer Chancen auf eine hohe Platzierung hat.
Leider durfte meine Profi-Kamera nicht mit in den Saal, und wir konnten deshalb nur Fotos mit der Kamera machen, die Anne hineingeschmuggelt hatte und deren Objektiv die Distanz zur Buehne nicht ueberbruecken konnte. Gluecklicherweise durften wir die Bilder von Jeffrey Suijkerbuijk verwenden, der ebenfalls eine Kamera hineingebracht hatte und deutlich naeher an der Buehne sass, um seinen Freund William anzufeuern.
Gaensehautmoment
Um die Spannung hochzuhalten, war Kevin Levrone einer der Letzten, die ihre Routine zeigen durften. Als er angekuendigt wurde und quälend langsam aus den Kulissen trat, war das wirklich ein Gaensehautmoment. Dann lautet natuerlich die Frage: "Wie war seine Form?"
Um ehrlich zu sein, war sofort klar, dass er keine Chance auf eine hohe Platzierung hatte. Das bedeutet nicht, dass der 52-jaehrige Routinier keine enorme Leistung erbracht hat, indem er diese Form auf die Buehne brachte. Er hatte jedenfalls eine Form, mit der er dort zurecht stand. Vor allem oberhalb der Taille. Was seine Beine betrifft, fiel er meiner Meinung nach jedoch deutlich hinter die Konkurrenz zurueck. Das zeigte sich auch, als er erst im dritten Callout nach vorn gerufen wurde.
Mir konnte das die Freude jedoch nicht verderben. Ich hatte die Chance, eine der Legenden des Bodybuildings nach mehr als einem Jahrzehnt Abwesenheit live in Aktion zu sehen.
Roellie und William
Wir waren supergluecklich, als wir im first callout die Namen von Roellie und William hoerten. Hatten sie es also geschafft, eine Top-5-Position zu erreichen? Ein wenig schwer zu beurteilen, weil sie danach noch zweimal in spaeteren Callouts zurueckgerufen wurden, aber dieser first callout ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen.
Ich fand Williams "klassische" Form selbst grossartig. Bei Roellie hatte ich persoenlich gehofft, dass er den in den vergangenen Jahren hervorstehenden Bauch dieses Jahr haette vermeiden koennen. Vor allem mit Armen, Schultern und Traps machte er seinem Spitznamen "the beast" alle Ehre. Was fuer ein Monster! Trotzdem haette ich es schoener gefunden, wenn die Bauchregion etwas besser unter Kontrolle gewesen waere. Offenbar reichte es jedoch fuer den first callout, und das war natuerlich eine sehr angenehme Ueberraschung.
Phil Heath
In diesem first callout standen neben Roellie und William auch Big Ramy, Shawn Rhoden, Dexter Jackson und der aktuelle fuenffache Mr. Olympia Phil Heath.
Ich habe frueher in einer Vorschau geschrieben, dass ich dachte, ihm koennte der Titel dieses Jahr moeglicherweise genommen werden. Persoenlich sah ich im Vorfeld Dexter Jackson als besten Kandidaten dafuer. Als Phil jedoch als Letzter auf die Buehne gerufen wurde, dachte ich sofort: "Okay, es ist vorbei. Da steht der Mr. Olympia 2016." Auf einen Schlag war wieder klar, warum dieser Mann "the gift" genannt wird. Aus den Callouts scheint hervorzugehen, dass Phil Heath, Dexter Jackson und Shawn Rhoden die ersten drei Plaetze unter sich aufteilen werden, aber persoenlich zweifle ich nicht daran, dass der Titel wieder an Phil geht.
Morgen werden wir es wissen!
(Fotos: Jeffrey Suijkerbuijk)
Mr. Olympia 2016 Ergebnis
Phil Heath hat soeben zum sechsten Mal in Folge den Mr. Olympia gewonnen. William Bonac erzielte mit einem fuenften Platz seine bisher beste Leistung.
Mr. Olympia 2016
Anne und ich sind gerade aus dem Las Vegas Convention Centre zurueck, wo wir gesehen haben, wie Phil Heath seinen sechsten Mr.-Olympia-Titel gewann (und einen Scheck ueber 900.000 Dollar). Es war ein Abend mit vielen Highlights.
Waehrend uns gestern Abend Auftritt und Atmosphaere rund um das Prejudging etwas enttaeuscht hatten, haben wir heute Abend die echte Olympia-Stimmung erlebt. Das Ergebnis war, wie ich gestern anhand des Prejudgings weitgehend vorhergesagt hatte. Der Kampf um den zweiten und dritten Platz spielte sich zwischen Dexter Jackson und Shawn Rhoden ab, obwohl Big Ramy heute Abend stark zurueckkam und, dem Buhen im Saal nach zu urteilen, nach Meinung des Publikums eine hoehere Platzierung als Rang vier verdient hatte. Shawn wurde Zweiter und Dexter landete auf Platz drei.
Wir hatten ebenfalls schon erwartet, dass der Kampf um Platz fuenf und sechs zwischen Roellie Winklaar und William Bonac stattfinden wuerde, die auch heute Abend dicht beieinander lagen. Es war klar, dass die Jury einige Muehe hatte, zwischen den beiden den Besseren zu bestimmen. Eine grossartige Leistung fuer William, der damit sein bislang bestes Ergebnis erzielte (im Vorjahr Achter). Dasselbe gilt fuer Roellie, der sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbesserte. Auch bei Roellie liess das Publikum lautstark von sich hoeren und haette ihn gern hoeher gesehen.
Arnold Schwarzenegger
Wie gesagt, haben wir heute Abend wirklich die Olympia-Atmosphaere erlebt. Ein nahezu voller Saal, ein begeistertes Publikum und ein paar schoene Hoehepunkte. Einer davon war die Routine von Kevin Levrone. Kevin gehoerte eigentlich nicht zu den Top-10-Bodybuildern, die im Finale standen, bekam aber dennoch seinen Moment auf der Buehne. Aus Respekt vor seinen frueheren Leistungen und der Tatsache, dass er nach 13 Jahren Abwesenheit dieses Ergebnis erreichen konnte (und um dem Publikum, das gestern nicht anwesend sein konnte, die Chance zu geben, ihn doch noch zu sehen). Standing Ovations aus dem Publikum und wieder ein Gaensehautmoment.
Ich habe immer gesagt, dass es eigentlich nur einen Bodybuilder gibt, der bei mir Groupie-Verhalten ausloesen kann, und das ist natuerlich Arnold Schwarzenegger. Du kannst dir also vorstellen, wie aufgeregt ich war, als die Kameras waehrend des Posedowns der Final Five ueber die erste Reihe glitten und dort Arnold Schwarzenegger und Franco Columbu ins Bild brachten. Die Tatsache, dass ich mit diesen Maennern in einem Raum war, die mit ihrem Auftritt in Pumping Iron Bodybuilding faktisch auf die Weltkarte gesetzt haben, machte mich (und Anne) ziemlich aufgeregt. Wie gesagt, Groupie-Verhalten. Kuerzlich schrieb ich noch eine Bodybuilding-Bucketlist. Auf Platz 1 stand "Arnold treffen", auf Platz 2 "Zur Olympia gehen". Die koennen wir also streichen. Okay, technisch gesehen haben wir ihn nicht getroffen und haetten kaum weiter von ihm entfernt sitzen koennen, but who cares.
Das Fest war perfekt, als anschliessend Dwayne "The Rock" Johnson auf die Buehne trat, um seine Wertschaetzung fuer den Bodybuilding-Sport auszusprechen und die Preise zu ueberreichen. Ausserdem kuendigte er an, dass der Mr. Olympia 2017 von CBS Sports ausgestrahlt wird. Ein passenderes Medium fuer ein so grosses Event als ein ruckelnder Livestream.
Uns fiel auf, dass sich innerhalb einer Sekunde nach Bekanntgabe des Ergebnisses massenhaft Menschen Richtung Ausgang bewegten. Draussen wussten wir warum: lange Schlangen an den Taxis. Zufaellig hoerte ich jemanden anbieten, mit einem privaten Kleinbus Richtung Strip zu fahren, von wo aus wir weiter zu unserem Hotel laufen konnten. Beim Einsteigen stellte sich heraus, dass es eine Party-Limo war. Ein passender Abschluss fuer einen Topabend!
Damit ist unser Vegas-Olympia-Abenteuer offiziell zu Ende gegangen. Schaut euch auch die Vlogs an, die Anne und ich gemacht haben. Wir hoffen, dass wir euch mit unserer Berichterstattung ein kleines bisschen Olympia-Stimmung vermitteln konnten.
Mr. Olympia 2016 Vorschauen
Holt Phil Heath seinen sechsten Titel oder sorgt Kevin Levrone mit seinem Comeback fuer eine Sensation? Wie werden Roellie und William abschneiden? Hier sind meine Vorhersagen.
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Vegas, here we come!
Am Dienstag fliegen Anne und ich nach Las Vegas, um den Mr. Olympia 2016 live zu besuchen und natuerlich fuer euch zu berichten. Ich will schon seit Jahren zum Mr. Olympia, und dieses Jahr scheint das perfekte Jahr dafuer zu sein. Damit meine ich vor allem das Comeback von Kevin Levrone, das ich bereits ausfuehrlich beschrieben habe. Ein weiterer Grund ist, dass ich dieses Jahr ernsthaft mit einem anderen Sieger rechne als dem aktuellen fuenffachen Mr. Olympia Phil Heath.
In den vergangenen Jahren schien Phil Heaths Position unantastbar. Von Kai Greene hofften viele, aber erwarteten nur wenige, dass er Phil entthronen wuerde. Da Kai wie im vergangenen Jahr nicht teilnimmt, koennte man denken, dass Phil weniger Konkurrenz hat, aber ich glaube, dass die Konkurrenz dieses Jahr groesser ist als je zuvor. Im wahrsten Sinne.
Dexter Jackson
Dexter Jackson nimmt seit 1999 am Mr. Olympia teil. 1999! Seit 2001 landete er in den Top 6. 2008 holte er den Titel und ist damit neben Phil der einzige andere Mr. Olympia auf der Buehne. Im vergangenen Jahr wurde er im Alter von 45 Jahren Zweiter.
'The Blade' Dexter Jackson ist bekannt fuer seine fantastische 'Conditioning', seine Faehigkeit, knochentrocken auf der Buehne zu stehen. Er profitiert von seiner Erfahrung, waehrend sein Koerper offenbar nicht merkt, dass er schon 17 Jahre als Profi dabei ist.
Dieses Jahr scheint der Veteran jedoch etwas Neues auf die Buehne zu bringen. Vor einigen Wochen hatte er einen Gastauftritt. Fuer ihn (und die meisten Bodybuilder) ungewoehnlich, so kurz vorher seine Form zu zeigen. Was er jedoch zeigte, duerfte Phil wahrscheinlich nachdenklich gemacht haben. Ich kann mich nicht erinnern, je einen groesseren Dexter Jackson gesehen zu haben. Wenn Dexter mit dieser Masse auch wieder seine Conditioning hinbekommt, koennte Phil es dieses Jahr ziemlich schwer bekommen.
Kevin Levrone
Der Name, der in aller Munde ist, ist natuerlich Kevin Levrone. Wie wird der 52-jaehrige Levrone bei seinem Comeback nach 13 Jahren Abwesenheit abschneiden? Kevin ist selbst voller Vertrauen, dass er Chancen auf den Titel hat. Er wird jedenfalls auf die Unterstuetzung des anwesenden Publikums zaehlen koennen, einschliesslich uns. Everybody loves a comeback.
Aber so sehr man es ihm auch goennt: Wie realistisch ist ein Sieg in seinem Alter? Zugegeben, die Bilder, die ich kuerzlich gesehen habe, sind beeindruckend. Waehrend Dexter die Zeit anhält, scheint Levrone sie zurueckzudrehen. Weil wir ihn jedoch 13 Jahre lang nicht mehr auf der Buehne gesehen haben, ist schwer einzuschaetzen, welche Form er naechste Woche zeigen wird. Es sieht jedenfalls so aus, als haette er sich koerperlich verdient, dort zu stehen. Und das ist mit 52 schon ein grosser Sieg. Politisch schliesse ich nicht aus, dass er es vielleicht sogar in die Top 6 schafft.
Der Rest der Konkurrenz
Da Dennis Wolf wegen einer Verletzung nicht teilnimmt und Kai Greene aus unbekannten Gruenden fehlt, ist der Weg in die Top 3 fuer mehrere Anwärter offen.
Shawn Rhoden wurde bereits dreimal Dritter bei der Olympia, darunter im vergangenen Jahr. Er scheint eine Decke erreicht zu haben, bleibt aber neben Phil und Dexter der groesste Kandidat fuer eine Top-3-Platzierung.
Big Ramy ist so ein Mutant, bei dem jedes Jahr wieder die Frage aufkommt, warum er noch kein Mr. Olympia ist. Der Grund ist, dass der Groesste zu sein nicht reicht. Wenn es ihm dieses Jahr gelingt, neben seiner ueblichen Hugeness auch shredded auf der Buehne zu erscheinen, ist er sogar Konkurrenz fuer Phil.
Er muss allerdings auch nach hinten schauen, auf die Maenner, die im vergangenen Jahr noch hinter ihm landeten: Roellie Winklaar und William Bonac. Natuerlich hoeren wir ihre Namen am liebsten bei den first callouts. Werden sie dieses Jahr in den Top 6 landen? Ich rechne damit. Im vergangenen Jahr belegten Roellie und William den siebten beziehungsweise achten Platz, aber beide scheinen dieses Jahr gute Fortschritte gemacht zu haben.
Wir muessen noch eine Woche warten. Naechstes Wochenende ist das Finale, und wir sitzen im Saal, um zu hoeren, ob Phil seinen sechsten Titel geholt hat!
Rinaldo Visser
Neben Roellie und William gibt es noch mehr Dutch Muscles auf der Olympia. Der Arnheimer Rinaldo Visser gewann im vergangenen Jahr die Weltmeisterschaft im Powerlifting (World Powerlifting Union) bis 100 Kilo. Inzwischen brach er noch einen Weltrekord im Bankdruecken [1]. Visser ist der erste Niederlaender, der bei der Olympia antreten darf, eine Ehre, die nur den aktuellen Top 5 vorbehalten ist[2].
Um sich fuer die Olympia zu qualifizieren, erzielte Rinaldo beim Irish Pro Invitational eine Gesamtleistung von 885 kg:
Bench 240kg
Squat 330kg
Deadlift 315kg
Zahlen, von denen die meisten Leser nur traeumen koennen. Zum Glueck sind wir zu zweit in Vegas, denn es sieht so aus, als wuerde Rinaldo gleichzeitig mit den Bikini-Fitness-Frauen in Aktion kommen. Also geht Anne zum Arnheimer Kraftpaket, waehrend ich mir die Bikini-Fitness-Frauen anschaue. Alle zufrieden.
Mr. Olympia 2016 Bikini Fitness und Fitness Finals
Heute Abend (Las-Vegas-Zeit) waren wir im Orleans Convention Centre in Las Vegas bei den Mr.-Olympia-2016-Finals in den Klassen Bikini Fitness und Figure. Frueher am Tag hatten wir die Frauen bereits beim Prejudging in Aktion gesehen.
Mr. Olympia 2016 Fitness Finals
Heute Abend war es sehr spannend. Endlich sollten wir die grossen Maenner im Orleans Convention Centre in Aktion sehen. Zuerst waren jedoch die Finals in den Klassen Bikini Fitness und Figure. Leider war es nicht erlaubt, eine professionelle Kamera mit in den Saal zu nehmen, deshalb konnte ich keine allzu schoenen Bilder machen.
Die Fitness-Klasse unterscheidet sich von den anderen Klassen dadurch, dass die Athletinnen neben Posingroutinen auch Routinen zeigen, bei denen es um die Ausfuehrung aerobicaehnlicher Bewegungen geht. Es war ein besonderer Abend fuer die 42-jaehrige Candice Lewis, die seit 2011 jedes Jahr auf der Olympia-Buehne stand. Besonders, weil es ihr letzter Auftritt bei der Olympia sein sollte.
Fuer Anne und mich gab es nach den ersten Bewegungen von Oksana Grishina eigentlich keinen Zweifel, dass sie zum dritten Mal gewinnen wuerde. Ihre Ausfuehrung des Aerobic-Teils war so routiniert, dass sie den Rest deutlich ueberragte. Koerperlich war der Unterschied zur Konkurrenz kleiner, aber nicht klein genug, um uns zweifeln zu lassen. Sie wurde dann auch Siegerin, gefolgt von Candice Lewis, die mit einem zweiten Platz einen schoenen Abschied hatte.
Mr. Olympia 2016 Bikini Fitness
Dieses Jahr gab es nicht weniger als 42 Teilnehmerinnen in der beliebten Klasse Bikini Fitness. In den Finals kaempften am Ende zehn Frauen um den Sieg. Ein kleiner Schock ging durch das Publikum, als die aktuelle zweifache Titeltraegerin Ashley Kaltwasser auf dem vierten Platz landete. Der Titel ging dieses Jahr an Courtney King, die damit ihren ersten Titel holte. Courtney konnte es jedoch nicht lassen, in ihrer Dankesrede zu betonen, dass Ashley ein grosses Vorbild fuer sie gewesen ist.
Mr. Olympia 2015 Vorschau
Heute startet der Mr. Olympia 2015, der wichtigste Bodybuilding-Wettkampf des Jahres. Ohne Kai Greene, aber mit Roellie Winklaar, William Bonac und Favorit Phil Heath.
Pressekonferenz
Wie jedes Jahr wurde gestern eine Pressekonferenz abgehalten, bei der alle Teilnehmer dem Publikum vorgestellt wurden. Im vergangenen Jahr begann der Kampf hier bereits, als die beiden Favoriten Phil Heath und Kai Greene in eine hitzige Diskussion gerieten, die spaeter auf der Buehne fortgesetzt wurde.
Olympia 2015 live verfolgen?
Heute findet das Pre-Judging statt, in dem ein grosser Teil des Kampfes bereits entschieden wird. Morgen finden die Finals statt. Das gesamte Event ist wie in den Vorjahren live per Webcast zu verfolgen. Dieses Jahr allerdings auf Flexonline (beachte, dass Las Vegas neun Stunden zurueckliegt).
Abwesenheit von Kai Greene
Dieser Kampf wird sich dieses Jahr nicht wiederholen. Die gestrige Pressekonferenz begann mit dem Thema, ueber das in den letzten Tagen alle sprechen: die Abwesenheit von Kai Greene. Moderator Bob Cicherillo wiederholte die Worte von Robin Chang (taetig fuer AMI productions und seit zehn Jahren hauptverantwortlich fuer die Organisation des Mr. Olympia), die wir gestern auch hier aufgeschrieben haben. Bob: "Wir haben die Verschwoerungstheorien gehoert, wir haben die Videos gesehen, aber die Wahrheit ist, dass er den Vertrag einfach nicht unterschrieben hat. So simpel ist das."
Fuenfter Sieg fuer Phil Heath?
In den vergangenen drei Jahren drehte sich der Kampf an der Spitze um Phil Heath und Kai Greene. Alle drei Male gewann Phil und Kai wurde Zweiter. Da Kai nicht dabei ist, gibt es nur wenige, die an einem fuenften Olympia-Sieg von Phil Heath zweifeln.
Natuerlich wurde Phil gefragt, was er von der ganzen Aufregung rund um Kai haelt. Fuer Phil natuerlich eine Gelegenheit, gegen Kai auszuteilen: "Er hat die Fans enttaeuscht. Ein bisschen seltsam, auf so vielen Postern zu stehen, aber den Vertrag nicht zu unterschreiben." Anschliessend verweist er auf all die anderen Athleten, die sehr wohl da sind und keine Ausreden haben, nicht teilzunehmen. Er selbst hat seinen Vertrag bereits im April unterschrieben und sagt mit Blick auf die anderen: "These are professionals", womit er andeutet, dass das fuer Kai nicht gilt.
Co-Moderator Dennis James stellt pflichtgemaess fest, dass dies wahrscheinlich die beste Olympia aller Zeiten wird, und macht Witze darueber, dass Phil nun nicht von einem Pferdeschwanz geschlagen werden wird. Niemand kann jedoch die enorme Enttaeuschung darueber leugnen, dass die beiden Favoriten den Kampf nicht direkt untereinander austragen werden.
Meiner Meinung nach liegt der Ball nun bei Kai Greene oder seinem Management, endlich Klarheit zu schaffen. Denn in dieser Hinsicht hat Phil recht. Es ist eine grosse Enttaeuschung, und die Fans verdienen mehr als "Hinter den Kulissen spielt mehr, worueber ich mich jetzt nicht aeussern kann".
Hollaendischer Stolz
Viele habe ich schon sagen hoeren, dass sie wegen Kais Abwesenheit dieses Jahr nicht schauen werden. Das gilt nicht fuer mich. Nicht weil ich fuer die Berichterstattung schauen muss, sondern weil ich vor allem gespannt bin, wie "unsere" Jungs dieses Jahr abschneiden werden.
Waehrend der niederlaendische Fussball miserabel ist und wir selbst auf europaeischer Ebene nicht mehr zu zaehlen scheinen, schneiden "wir" im Bodybuilding deutlich besser ab. Von den 20 besten Bodybuildern der Welt, die teilnehmen duerfen, gibt es gleich zwei, die ihren Koerper in niederlaendischen Fitnessstudios aufgebaut haben. Einer sogar in dem Fitnessstudio, in dem ich selbst einmal angefangen habe.
William Bonac
In diesem letzten Fall spreche ich vom niederlaendisch-ghanaischen William Bonac, der zum zweiten Mal am Mr. Olympia teilnimmt. Vor einigen Wochen hatte ich die Moeglichkeit, ihm waehrend des BC Musclecamp ein paar Fragen zu stellen und sogar ein Fotoshooting mit ihm zu machen. William landete im vergangenen Jahr mit Platz 15 fuer mein Gefuehl (und das vieler anderer) zu niedrig fuer den Koerper, den er auf die Buehne brachte. Ich hoffe daher, dass dieses Jahr zu einem besseren Ergebnis fuehrt.
Roellie Winklaar
Roellie, der fuer Curacao antritt, nimmt seit seiner ersten Teilnahme 2010 zum vierten Mal am Mr. Olympia teil. Seine beste Leistung war ein siebter Platz im Jahr 2013. Im vergangenen Jahr landete er auf Platz 12, nach einem Jahr, in dem er sich von den Folgen eines Motorradunfalls erholen musste. Die Frage ist, was Roellie in dem halben Jahr seit seinem sechsten Platz bei der Arnold Classic Australia im Maerz dieses Jahres verbessern konnte.
Im Namen von Fitsociety.nl wuensche ich beiden sehr viel Erfolg!
Die Konkurrenz
Trotzdem wird Phil es nicht leicht haben. Shawn Rhoden sitzt ihm schon eine Weile im Nacken als Vertreter des Koerpers, den viele gerne sehen (aesthetisch). Dem gegenueber steht das andere Extrem: Big Ramy. Wir haben Ramy kuerzlich noch viel Aufmerksamkeit gewidmet, der bei dieser Pressekonferenz ueberraschte, indem er Englisch sprach. Ramy ist der schwerste Mann auf der Buehne, sagte aber, dass er dieses Jahr auch in fantastischer Conditioning erscheinen werde. Wenn ihm das gelungen ist, darf Phil sich durchaus Sorgen machen.
Natuerlich gibt es noch andere grosse Namen wie den ehemaligen Mr. Olympia und zweifachen Arnold-Classic-Sieger Dexter Jackson, Branch Warren und Dennis Wolf. Dexter ist der einzige andere auf der Buehne mit einer Sandow-Statue auf seinem Kaminsims (2008). Sein Alter hinderte ihn nicht daran, Anfang dieses Jahres die Arnold Classic zum fuenften Mal zu gewinnen. Das war allerdings in Abwesenheit anderer Favoriten wie Dennis und Shawn. Shawn und Big Ramy sind die beiden, von denen ich persoenlich die groesste Konkurrenz erwarte.
Mr. Olympia 2015 Ergebnis
In der vergangenen Nacht gewann Phil Heath seinen fuenften Mr. Olympia in Folge. William Bonac machte mit einem achten Platz grosse Fortschritte, einen Platz hinter Roellie Winklaar.
Top 10 Mr. Olympia 2015
- Phil Heath
- Dexter Jackson
- Shawn Rhoden
- Dennis Wolf
- Mamdouh Elssbiay ("Big Ramy")
- Branch Warren
- Roellie Winklaar
- William Bonac
- Victor Martinez
- Essa Obaid
Olympia 2015
Die Olympia 2015 war eine mit ziemlich viel Dramatik. Die Bodybuilderinnen durften nicht teilnehmen, und Kai Greenes Abwesenheit bleibt vorerst ein grosses Mysterium. Was die Ergebnisse betrifft, war es an der Spitze vor allem ein Jahr der Wiederholung, in dem die aktuellen Champions von sich hoeren liessen.
212-Klasse
In der 212-Klasse holte Flex Lewis erneut den Titel. Flex deutete im vergangenen Jahr noch einen Wechsel in die offene Klasse an, entschied sich aber doch, in der 212-Klasse weiterzumachen. Keine schlechte Wahl, wie mir scheint.
Men's Physique
In der Men's-Physique-Klasse war es erneut Jeremy Buendia, der den besten "Beachboy"-Look hatte. So wie bei den Frauen die Bikini-Fitness-Klasse stark aufkommt, gilt das auch fuer die Men's-Physique-Klasse. Eine grosse Leistung also bei so viel Konkurrenz, auch wenn nicht jeder die bedeckten Beine schaetzen wird oder die Tatsache, dass auch das Aussehen des Gesichts bewertet wird.
Bikini-Fitness
Bei Bikini-Fitness war es Ashley Kaltwasser, die zum dritten Mal in Folge den Titel holte. Janet Layug landete auf dem zweiten Platz, hinter ihr Courtney King und India Paulino auf dem dritten beziehungsweise vierten Platz.
Fitness & Women's Physique
Es war ein Jahr, in dem die amtierenden Champions von sich hoeren liessen. Oksana Grishina gewann in der Fitness-Klasse zum zweiten Mal in Folge. Dasselbe galt fuer Juliana Malacarne, die die Women's-Physique-Klasse erneut gewann.
Mr. Olympia 2013 Ergebnis
Am vergangenen Wochenende, zwischen dem 26. und 29. September, entbrannte in Las Vegas wieder der Kampf um den groessten Bodybuilding-Titel der Welt: den Mr. Olympia 2013. Dieses Jahr stand vor allem der zweifache Sieger Phil Heath im Rampenlicht. Wuerde er den Titel erneut auf seinen Namen schreiben und damit den Hattrick beim Mr. Olympia schaffen?
Jay Cutler
Neben Phil Heath stand der Mr. Olympia 2013 im Zeichen der Rueckkehr seines besten Freundes: Jay Cutler. In den vergangenen Jahren musste Jay Cutler wegen einer schweren Bizepsverletzung aussetzen. Dieses Jahr stand er wieder auf der Buehne, zusammen mit unter anderem Phil Heath, aber auch Dexter Jackson und Publikumsliebling Kai Greene.
Sieger Mr. Olympia 2013
Und auch dieses Jahr ging der Titel an den Sieger der beiden vorherigen Ausgaben: Phil Heath ist Mr. Olympia 2013 und holt damit zum dritten Mal in Folge den Titel. Die Nummer 2 ist wie im vergangenen Jahr Kai Greene. Es sieht so aus, als koenne er diese Rolle als Runner-up angesichts der Historie nicht abschuetteln. Ueberraschend ist, dass der dritte Platz nicht von Shawn Rhoden, sondern von Dennis Wolf belegt wird. Jay Cutler finden wir auf dem sechsten Platz wieder, was doch deutlich macht, dass ihn die Verletzung der vergangenen Jahre etwas Masse gekostet hat. Jay Cutler wird in der Rangliste noch von Dexter Jackson ueberholt, der wieder messerscharf aussah.
Mr. Olympia 2013 Ergebnis
Das vollstaendige Ergebnis des Mr. Olympia 2013 findest du unten. Moechtest du es mit den Ergebnissen von 2011 und 2012 vergleichen? Diese Ergebnisse findest du hier:
1st Phil Heath
2nd Kai Greene
3rd Dennis Wolf
4th Shawn Rhoden
5th Dexter Jackson
6th Jay Cutler
7th Roelly Winklaar
8th Mamdouh Elssbiay "Big Ramy"
9th Branch Warren
10th Lionel Beyeke
(Quelle: bodybuilding.com)
Mr. Olympia 2012 Ergebnis
An diesem Wochenende kamen die besten Bodybuilder in Las Vegas zusammen, um auf der prestigetraechtigsten Buehne der Bodybuilding-Welt zu kaempfen. Das "Joe Weider's Olympia Fitness&Performance Weekend" findet seit 1965 jaehrlich statt und hat seit 1999 einen festen Standort in Las Vegas, Nevada.
Mr. Olympia 2012
Es ist die groesste Expo fuer Fitness und Bodybuilding weltweit. Es werden Wettkaempfe im Powerlifting, Strongman, "Olympia Wrestling", Armwrestling, "amerikanischem Kickboxen" sowie Wahlen zu Ms. Olympia, Ms. Figure, Ms. Fitness, Ms. Bikini und der "212 Showdown" (Bodybuilder bis 212 Pfund) organisiert. Worum sich jedoch alles dreht, ist die Mr.-Olympia-Wahl. 24 Bodybuilder hatten sich qualifiziert, indem sie im vergangenen Jahr einen Pro-Wettkampf gewonnen hatten oder dank des neuen Olympia-Punktesystems. Am Ende waren es 19, die sich in der Lage sahen, in der richtigen Form auf der Buehne zu erscheinen.
Erster Platz: Phil Heath
Es gab einige grosse Namen, die die groessten Erwartungen geweckt hatten und die meiste Aufmerksamkeit bekamen. Allen voran natuerlich Titelverteidiger Phil "the gift" Heath. Im Vorjahr gewann er zum ersten Mal die begehrte Sandow-Statue (benannt nach dem Begruender des modernen Bodybuildings, Eugene Sandow). Damit stiess er seinen Freund und Mentor Jay Cutler vom Thron. Phil hatte sich das ganze Jahr auf die Titelverteidigung vorbereitet und grosse Wettkaempfe wie die Arnold Classic ausgelassen. Das zahlte sich aus. Phil erschien in fantastischer Form und sah noch besser aus als im vergangenen Jahr. Volle Muskelbaeuche, knochentrocken und perfekte Balance.
Zweiter Platz: Kai Greene
Und das war auch gut so, denn die Konkurrenz war gross, obwohl viele es schon als gelaufene Sache sahen. Kai "the predator" Greene, der philosophische Gym-Warrior, ist durch seinen einzigartigen Charakter und seine extravaganten Posingroutinen weltweit ein Favorit. Wenn Phil Heath mit dem Tennisspieler Pete Sampras in dessen Bluetezeit verglichen werden kann, erinnert Kai Greene eher an Andre Agassi. Er gewinnt vielleicht weniger Wettkaempfe als der scheinbar unbesiegbare, perfekte Phil Heath, aber er ist deutlich interessanter.
Kai war an diesem Wochenende in seiner besten Form ueberhaupt, bot wie gewohnt wieder eine fantastische Show, und das fuehrte zu seiner besten Leistung aller Zeiten. Beim Prejudging (in dem das Endergebnis bereits weitgehend bestimmt wird) wurde schnell klar, dass der Kampf um den Titel zwischen Phil und Kai stattfinden wuerde. Es war daher keine Ueberraschung, dass einen Tag spaeter Phil und Kai als letzte zwei auf der Buehne standen. Beide in ihrer besten Form ueberhaupt, und deshalb stellt sich die Frage, ob Kai Phil unter diesen Umstaenden schlagen kann, wenn die Gene das Endurteil bestimmen. Trotz Kais Verbesserungen war es keine Ueberraschung, als The gift seinen Namen als Sieger aufrufen hoerte.
Dritter: Shawn Rhoden
Das ueberraschendste Ergebnis war der dritte Platz. Kein Branch Warren (dieses Jahr Sieger der Arnold Classics), kein Dennis Wolf (dieses Jahr Zweiter bei der Arnold Classic), sondern Shawn "Flexatron" Rhoden. Im vergangenen Jahr noch Elfter beim Mr. Olympia, dieses Jahr Achter bei der Arnold Classic. Es ist also nicht verwunderlich, dass niemand erwartet hatte, dass er die Maenner, die ihn dort geschlagen hatten, nun hinter sich lassen und Bronze gewinnen wuerde (auch wenn er dieses Jahr die Tampa Pro gewann). Vielleicht haben eine Ruhepause und eine Bandscheibenoperation dazu beigetragen. Waehrend Branch und Dennis Wolf bei der Pressekonferenz im Vorfeld noch gegenseitig Trash Talk betrieben, war es der Jamaikaner Shawn Rhoden, der mit dem Bein davonging. Branch und Wolf landeten auf Platz fuenf und sechs.
Vierter Platz: Dexter Jackson
Eine weitere Ueberraschung war der vierte Platz fuer den Mr. Olympia von 2008 und Gewinner der Pro Masters 2011 (fuer Ueber-40-Jaehrige). Der inzwischen 42-jaehrige Dexter "the blade" Jackson, der sowohl messerscharf als auch "voll" war, zeigte vielleicht seine beste Form ueberhaupt. Fuer die meisten schien eine Top-6-Platzierung in diesem Line-up zu hoch gegriffen, und er ueberraschte daher viele, indem er Vierter wurde. Dexter wird im Dezember dieses Jahres seinen Pro-Masters-Titel gegen einige der Maenner verteidigen, die an diesem Wochenende ebenfalls mit ihm auf der Buehne standen, etwa Toney Freeman. Dass er all diese Namen geschlagen hat, verheisst viel Gutes fuer Dexter im Dezember.
Neu in den Top Ten: Evan Centopani und Lionel Beyeke
Neu auf der Buehne waren dieses Jahr Evan Centopani und Lionel Beyeke. Der Franzose Lionel Beyeke fiel vielen zum ersten Mal auf, als er 2009 bei den Amateuren der NPC Arnold Amateur Championships Zweiter wurde und sich damit seine Profi-Lizenz verdiente. Im Jahr darauf wurde er Vierter bei der New York Pro und Zweiter bei der IFBB Toronto Pro Super Show. 2011 gewann er die Flex Pro und wurde Sechster bei der Arnold Classic. Dieses Jahr nahm er zum ersten Mal am Mr. Olympia teil und schaffte es damit (knapp) in die Top Ten. Er hatte Probleme mit der Schaerfe und war nicht trocken genug fuer eine hoehere Platzierung. Da er nur wenige Tage vor seiner Abreise nach Las Vegas Vater einer Tochter wurde, war verstaendlich, dass sein Timing nicht ganz "spot on" war. Seine Masse und der Raum fuer Verbesserung bei der Schaerfe versprechen jedoch einiges fuer die Zukunft.
Evan "the ox" Centopani nahm dieses Jahr ebenfalls zum ersten Mal am Mr. Olympia teil. Evan zeigte sein Potenzial bereits 2006, als er bei den NPC Nationals in der Klasse Super-HeavyWeight Zweiter wurde, und erneut 2007, als er dort den ersten Platz gewann (und Overall Winner wurde) und seine Profi-Lizenz verdiente. Als er anschliessend 2009 die New York Pro gewann und 2011 die Los Angeles Pro, schien sein Status als jemand, mit dem man rechnen muss, bestaetigt. Evan wurde bei seinem ersten Auftritt beim Mr. Olympia Achter.
Nicht dabei: Roelly Winklaar nicht in den Top 10
"Unser eigener" Roelly Winklaar landete leider ausserhalb der Top 10 auf Platz 12. Roelly schafft es einfach nicht, den Weg nach oben zu finden, seit seinem Sieg bei den Arnold Amateurs 2009 und der New York Pro 2010, wo er Maenner wie Toney Freeman, Dennis Wolf und Johnnie Jackson noch hinter sich liess (bei seinem ersten Auftritt beim Mr. Olympia 2010 wurde er anschliessend 14.). Und das, waehrend all diese Maenner Fortschritte machten und dieses Wochenende vor ihm landeten. Dieses Jahr gewann er noch die Nordic Pro, wurde Vierter bei der Tampa Pro und Vierter bei der Europa SuperShow. Und genau hier lief es nach Meinung mancher schief: zu viele Wettkaempfe in einem Jahr. Je öfter du in Wettkampfform auf einer Buehne erscheinen musst, desto weniger Zeit hast du, um aufzubauen und zu wachsen. Moeglicherweise hat ihm das zugesetzt.
Fehlende Namen auf der Buehne
Der groesste fehlende Name war der des vierfachen Mr. Olympia Jay Cutler. Jay verlor seinen Titel im vergangenen Jahr an seinen Freund und "apprentice" Phil Heath. In verschiedenen Interviews sagte er, er sei fest entschlossen, den Titel zurueckzugewinnen. Alle freuten sich auf den Kampf, um zu sehen, ob der Lehrer den Titel vom Schueler zurueckholen koennte. Am 27. August 2012 teilte er jedoch mit, dieses Jahr nicht teilzunehmen. Zu wenig Trainingszeit wegen seiner geschaeftlichen Aktivitaeten war der Grund. Allerdings kuendigte er fuer 2013 ein Comeback an. Viele zweifeln jedoch, ob der inzwischen 39-jaehrige Cutler damit ernsthafte Plaene hat oder ob er dies nur aus marketingtechnischen Gruenden sagt (so wie Ronnie Coleman fast jedes Jahr ein Comeback andeutet).
Geschaetzt wird, dass Jay rund 30 Millionen Dollar wert ist. Um das weiter aufzustocken, ist es praktisch, in der Szene als moeglicher Contender praesent zu bleiben und noch nicht von allen abgeschrieben zu werden. Dann ist man interessanter fuer Magazine, bekommt mehr Einladungen zu Gastauftritten und stellt seine Sponsoren leichter zufrieden.
Der andere grosse fehlende Name war Victor Martinez. Allerdings ist das verstaendlich. Victor gab an, nicht genug trainiert und gegessen (und gespritzt?) zu haben. Das kann man ihm kaum vorwerfen, da er einen grossen Teil des Jahres wegen "Einwanderungsproblemen" im Gefaengnis sass. Victor sass sieben Monate im Kearny , NJ County Correctional Facility. Victor hatte wenig Zeit, seinen Sieg (oder gerade sehr viel) bei der Sheru Classic in Madrid im Oktober 2011 zu geniessen.
Bei seiner Rueckkehr am Flughafen JFK wurde er naemlich wegen einer abgelaufenen green card festgenommen. Im Gefaengnis konnte er nicht essen, was er gewohnt war, und er bekam keine Moeglichkeit zu trainieren. Er verlor waehrend seines Aufenthalts mehr als 60 Pfund. Waehrend andere Bodybuilder zu beschaeftigt mit Geschaeften sind oder Schwierigkeiten haben zu entscheiden, an welchem Wettkampf sie teilnehmen sollten, wirken das wie nichtssagende Problemchen im Vergleich zu dem, was Victor in den vergangenen Jahren erlebt hat. Das vergangene Jahr und dieses Jahr waren eine schlechte Erinnerung, 2009 war durch den Mord an seiner Schwester noch um einiges schlimmer. Es bleibt daher zu hoffen, dass es fuer Victor kuenftig etwas besser laeuft.
Vollstaendiges Ergebnis
- 1. Phil Heath
- 2. Kai Greene
- 3. Shawn Rhoden
- 4. Dexter Jackson
- 5. Branch Warren
- 6. Dennis Wolf
- 7. Toney Freeman
- 8. Evan Centopani
- 9. Johnnie Jackson
- 10. Lionel Beyeke
- 11. Ben Pakulski
- 12. Roelly Winklaar
- 13. Ronny Rockel
- 14. Essa Obaid
- 15. Hidetada Yamagishi
- 16. Baitollah Abbaspour
- 16. Bill Wilmore
- 16. Fred Smalls
- 16. Michael Kefalianos
Mr. Olympia 2011 Ergebnis
Anfang September wurden die Ergebnisse des Mr. Olympia 2011 bekannt. Die Frage war, ob Jay Cutler seinen Titel verteidigen koennte oder ob Dexter Jackson ihn sich sichern wuerde. Hier noch einmal die Gewinner und das Ergebnis:
- Phil Heath
- Jay Cutler
- Kai Greene
- Victor Martinez
- Dennis Wolf
- Dexter Jackson
- Toney Freeman
- Brandon Curry
- Ronny Rockel
- Hidetada Yamagishi
Mr. Olympia Europe
Du willst zum Mr. Olympia, hast aber keine Gelegenheit, nach Las Vegas zu reisen? Jetzt hast du die Chance. Der Mr. Olympia kehrt nach Europa zurueck. Nach Dortmund, Deutschland, um genau zu sein. Am 22. Oktober hast du die Chance, die Top-Bodybuilder der Welt bei unseren oestlichen Nachbarn kaempfen zu sehen.
"Joe Weider´s Olympia Europe is coming back!"
Auf der offiziellen Website wird stolz angekuendigt, dass die "Olympia Europe" zurueck ist. Bodybuilder der alten Schule werden dann schon an die Zeiten zurueckdenken, als sie Lee Haneys zweiten Mr.-Olympia-Sieg in Bruessel sahen. Oder an 1992, als Dorian Yates seine erste Olympia in Helsinki gewann, das letzte Mal, dass "die Olympia" ausserhalb der USA ausgetragen wurde. Ich schreibe "die Olympia" in Anfuehrungszeichen, weil ich fuerchte, dass ich die aufkommende Begeisterung des Lesers hier direkt etwas daempfen muss.
Es ist naemlich nicht "die" Olympia, sondern "eine" Olympia, die nach Deutschland kommt. Dieses Jahr kommt zum ersten Mal neben "der" Olympia, die ganz normal wieder in Las Vegas stattfindet, eine zweite Olympia. So wie es inzwischen mehrere Arnold Classics auf allen Kontinenten gibt, wird es dieses Jahr zwei Versionen des Mr. Olympia geben. Die Mr. Olympia Europe findet genau fuenf Wochen nach dem "main event" in Las Vegas statt.
Noch einmal in kleiner Ausgabe
Dann verliert das natuerlich doch ein wenig seinen Glanz. Erstens, weil es schlicht nicht dieser eine Titel ist, der in etwa einer Weltmeisterschaft in jeder anderen Sportart entspricht. Es ist dort eine zweite Version davon, nicht das Original.
Was den Wettkampf selbst betrifft, koennen wir (abhaengig vom Teilnehmerfeld) bei den Ergebnissen eine Wiederholung der Olympia in Vegas erwarten. Das sehen wir schliesslich öfter bei Wettkaempfen, die kurz nach einem grossen Event stattfinden. Vor allem, wenn es um die Top 3 geht. Denk etwa an Kai Greene, der dieses Jahr alle Arnold Classics gewonnen hat.
Ist Kai dabei?
Bei Kai koennen wir uns uebrigens fragen, ob er dieses Jahr ueberhaupt dabei sein wird. Im vergangenen Jahr durfte/wollte er nicht teilnehmen (Unklarheit ueber einen Vertrag, der angeblich nicht unterschrieben war), und dieses Jahr hat er sich eindeutig auf die Arnold konzentriert. In frueheren Jahren richtete er sich ausschliesslich auf den Mr. Olympia und wurde Zweiter hinter Phil Heath. Inwieweit koennte er seine Chancen dieses Jahr besser einschaetzen? Hat er sich entschieden, mal wieder zu gewinnen und Phil dieses Jahr einfach aus dem Weg zu gehen?
So spekulierte Jay Cutler kuerzlich bei der Arnold Classic Australia noch, Kai werde nie wieder an der Olympia teilnehmen. Er wuerde weiter die Arnolds gewinnen und Phil die Olympia. Kai selbst sorgte nach seinem Sieg bei der Arnold Classic Brazil ebenfalls nicht fuer Klarheit. In einem Interview mit Shawn Ray wurde er direkt gefragt, ob er dieses Jahr an der Olympia teilnehmen wuerde. Kai ging mit keinem Wort auf die Olympia ein und sprach nur darueber, wie stolz er sei, Teil der "Arnold movement" zu sein.
Wie auch immer: Wenn er in Vegas nicht dabei ist, dann ist er auch in Dortmund nicht dabei. Das wuerde bedeuten, dass du den Kampf, den du eigentlich sehen willst, nicht zu sehen bekommst, egal ob es eine Wiederholung ist oder nicht.
Zur Mr. Olympia Europe gehen oder nicht?
Du kannst dich also fragen, ob es sinnvoll ist, nach Dortmund zu reisen. Ich selbst zweifle keinen Moment daran, dass es trotz allem oben Genannten ein Erfolg werden wird.
Denk zuerst an die FIBO-Fans, die jedes Jahr nach Koeln reisen, um ein Foto mit Profi-Bodybuildern zu machen. Wie cool ist es fuer sie, diese Maenner auch tatsaechlich in Aktion zu sehen? Allein schon, um sie einmal alle gleichzeitig in Wettkampfform zu sehen, statt wie waehrend der FIBO oft in der Massephase. Dortmund und Koeln duerften fuer die meisten Niederlaender eine vergleichbare Entfernung sein.
Auch rund um die Wettkaempfe wird es eine Fitnessmesse geben, sodass es neben dem Zuschauen aus dem Saal auch genug Gelegenheit fuer Begegnungen wie auf der FIBO gibt. Ich fand es auf der Bodypower Expo in Birmingham sehr angenehm, abwechselnd den Wettkampf anschauen und ueber die Messe laufen zu koennen. Bodybuilding-Wettkaempfe, so schoen sie sind, koennen oft ziemlich lange dauern. Ausserdem hat jeder seine Vorliebe fuer bestimmte Klassen, daher kann die Abwechslung sehr angenehm sein. Das kennen wir natuerlich auch von Wettkaempfen, die in den Niederlanden an eine Messe gekoppelt sind, aber mit dem Titel und den Teilnehmern der Olympia sprechen wir natuerlich doch ueber ein anderes Niveau. Maenner wie Phil Heath, Dexter Jackson, Dennis Wolf, Shawn Rhoden, aber auch "unser eigener" Roellie Winklaar und William Bonac. Das will ich auf jeden Fall sehen.
Die Mr. Olympia Europe 2016 findet am 21. und 22. Oktober statt.
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