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James Corden reagiert auf Fatshaming durch Bill Maher

| · 4 Min. Lesezeit

"Fatshaming muss nicht aufhören, es muss ein Comeback machen" Diese Aussage von Talkshow-Host Bill Maher konnte Kollege James Corden nicht unbeantwortet lassen.

Fatshaming

Der beliebte Talkshow-Host Bill Maher fährt fort: "Some amount of shame is good". Bills Geschichte läuft kurz gesagt darauf hinaus, dass wir in politischer Korrektheit übertrieben hätten. Was soll das Gerede über die Probleme im Gesundheitswesen? Menschen müssen einfach weniger fressen, so stellt er es dar.

James Corden reagiert darauf auf persönliche Weise. Mit Verweis auf seinen eigenen Kampf mit Übergewicht ("good days and bad months") weist er darauf hin, dass Fatshaming nicht funktioniert.

James versteht nicht, wie man behaupten kann, dass Fatshaming ein Comeback machen müsse, weil es nie verschwunden ist. Oder wie LL Cool J einmal sagte: "Don't call it a comeback, I've been here for years".

Ein paar von James' wichtigsten Punkten:

  • Menschen mit Übergewicht müssen nicht noch einmal daran erinnert werden. Daran werden sie nämlich ständig erinnert.
  • "Wir wissen, dass Übergewicht nicht gut für uns ist, das musst du uns nicht erzählen"
  • Fatshaming wirkt kontraproduktiv. Es führt nur zu mehr negativen Gefühlen, wodurch die Chance auf "Comfort Eating" zunimmt. Fatshaming ist Mobbing und Mobbing macht es nur schlimmer.
  • Laut Bill Maher sollte Amerika sich Europa zum Vorbild nehmen. Aber auch dort ist Übergewicht ein wachsendes Problem, auch in den Niederlanden. Mit der nötigen Selbstironie verweist James auf sich selbst als erstes Beweisstück.
  • Übergewicht ist ein komplexes Problem.

Er fasst es zusammen:

"Wenn das Sich-lustig-Machen über dicke Menschen sie abnehmen ließe, gäbe es keine dicken Kinder in der Schule und ich hätte inzwischen ein Sixpack."

https://www.youtube.com/watch?v=Ax1U04c4gaw

Tough love?

Ich verstehe Bill Maher schon. Ich schreibe nun fast 10 Jahre über Übergewicht und in dieser Zeit haben sich meine Standpunkte darüber stark verändert. Auch den Witz, den James Corden über das Sugarcoaten des Problems macht, machte ich vor fünf Jahren. In einem Artikel über Abnehmen, hinter dem ich dank fortschreitender Einsicht nicht mehr vollständig stehen kann.

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Der Artikel hieß sogar "Abnehmen ist einfach". Damit versuchte ich, genau wie Bill Maher, auf provozierende Weise zu erklären, dass unabhängig von der Ursache die Lösung gleich bleibt: Iss weniger. Aber das ist zu simplistisch und ignoriert genetische Faktoren, die nicht nur deinen Appetit teilweise bestimmen, wie schnell du satt bist, sondern auch das Maß an Selbstkontrolle und wie dein Körper anschließend mit Nahrung umgeht. Ich verlinke oben auf vier Artikel, habe hier aber mehr Artikel auf Basis verschiedener Studien gewidmet. Unten in diesem Artikel findest du einige andere relevante Stücke, die ich darüber geschrieben habe.

Ach ja, Studien, die zeigen, dass Fatshaming nicht funktioniert, haben wir hier auch schon beschrieben.

Dass du schlank bist, sagt nichts über die Disziplin eines anderen

Persönlich hatte ich genetisch viel Glück. Ich kann essen, was ich will, ohne an Fettmasse zuzunehmen. Das kann daran liegen, dass ich einen niedrigen Appetit habe, an der Art, wie mein Körper mit dem umgeht, was ich esse, oder an einer Kombination aus beidem. Und wenn ich dann doch etwas mehr esse und trainiere, scheint die zusätzliche Energie nur Richtung Muskelmasse zu gehen. Wenn Menschen wie ich anschließend sagen, dass Menschen mit Übergewicht einfach faul oder undiszipliniert sind, dann ist das nicht besonders fair.

Genau wie Menschen, die reich geboren werden und anschließend behaupten, weniger Begünstigte würden einfach nicht hart genug arbeiten.

Übertrieben

Das Einzige, worin ich mich bei Bills Argumentation wiederfinden kann, ist, dass wir übertrieben haben. Nur meine ich damit nicht, dass der Kampf gegen Fatshaming unberechtigt ist. Meiner Meinung nach haben wir übertrieben, weil wir im Kampf gegen Fatshaming immer häufiger Fit-Shaming zu akzeptieren scheinen.

Denke zum Beispiel an das Verbot des "Bewerbens idealer Körpertypen". Wie die Werbung einer schlanken Frau im Bikini, die aus dem öffentlichen Nahverkehr in London entfernt werden musste. Das Sehen solcher Körpertypen soll weniger schlanke Menschen unsicher und depressiv machen können.

Plus-Size-Models bekommen immer häufiger eine Bühne und Nike präsentierte diesen Sommer Plus-Size-Schaufensterpuppen. Diese Zielgruppe sollte schließlich ebenfalls vertreten sein. Lass uns dann nicht übertreiben, indem wir schlankere Figuren abschießen.

"Live and let live", würde ich sagen.

Quellen

  • fitsociety.nl/afvallen/acbp-eiwit-speelt-een-belangrijke-rol-in-je-eetlust-en-gewicht/
  • fitsociety.nl/afvallen/eiwit-gevonden-dat-omzetting-wit-vet-bruin-vet-remt/
  • fitsociety.nl/afvallen/nieuw-eiwit-ontdekt-de-strijd-tegen-obesitas/

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