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Emma wil leven: ihr Kampf gegen Anorexie

| · 8 Min. Lesezeit

Kürzlich wurde das Anorexie-Special mit der Dokumentation "Emma wil leven" ausgestrahlt. Die Geschichte von Emmas Kampf gegen Anorexie.

Inhaltsverzeichnis

Emma wil leven

Emma beschloss, ihren Kampf gegen Anorexie auf Film festzuhalten. Entweder würde es gut ausgehen und motivierend wirken, oder es würde schlecht ausgehen und Menschen könnten die schrecklichen Folgen dieser Krankheit aus nächster Nähe sehen. Emma starb im April dieses Jahres im Alter von 19 Jahren an den Folgen der Anorexie.

Gestern Nachmittag sagte ich in der Redaktion, dass ich darüber schreiben wolle. Bei Humberto hatte ich am Abend zuvor schon einige Bilder sehen können, und die machten großen Eindruck. Die Sendung selbst noch viel mehr.

Sie rief bei mir Fragen hervor, die regelmäßig auftauchen. Fragen, die Emma wieder zwingend stellen lässt. Ich schreibe diesen Artikel vor allem persönlich und als Vater einer fünfzehnjährigen Tochter.

Auch auf Anne machte es den nötigen Eindruck. Sie wird diesen Artikel daher mit einem final thought abschließen.

'Das perfekte Bild'

Ich bin Fitnessblogger, Fitnesscoach und Fitnessfotograf. Ich arbeite im Büro mit fitten Menschen, ich coache Menschen, die fitter werden wollen, und fotografiere fitte Menschen. In all diesen Funktionen beschäftige ich mich jedoch vor allem mit dem Aussehen des Körpers und viel weniger mit Fitness.

Als Fitnessblogger schreibe ich ständig über Wege, mehr Muskelmasse aufzubauen und weniger Körperfett zu haben. So tief ich dafür auch in Studien zur Physiologie und Biologie eintauchen muss, das Ziel selbst könnte man ziemlich oberflächlich nennen. Manchmal muss ich an die Katze aus dem Film Babe denken, die die Funktionen anderer Tiere beschreibt und dann über sich selbst sagt:

"I'm here to be beautiful...".

Als Fitnessfotograf halte ich wöchentlich Menschen in ihrer besten Form und auf die schönste Weise fest, um das Ergebnis anschließend stolz zu teilen. Ein Teil der Befriedigung entsteht daraus, dass ich meinen Kunden, die hart dafür gearbeitet haben, sich so zeigen kann, wie sie sich selbst sehen wollten. Oder sogar schöner. Die eher persönliche Befriedigung ist wie die eines Kindes, das eine schöne Zeichnung gemacht hat und sie seiner Mutter zeigt. Der Unterschied zu einer Zeichnung ist allerdings, dass Fotos den Eindruck vermitteln, dies sei die Realität. Als wäre es für jeden jederzeit erreichbar. Als wäre es ein Ideal. Es war jedoch nur eine Momentaufnahme unter idealen Umständen. Für manche sind solche Momente einer von mehreren, für andere waren sie einmalig.

Ich stelle mir daher regelmäßig die Frage, inwieweit ich Einfluss auf das Idealbild anderer habe. Sowohl persönlich als auch als Teil einer Zeit, in der jeder Fitnessmodel, Blogger oder Vlogger sein will, um dann zu merken, dass man dadurch den Druck hat, immer in shape zu sein. Eine Zeit, in der motivierende Fitness-Quotes, Trainingsvideos und das Ergebnis dieses Trainings deine Timeline überschwemmen.

"Du solltest jetzt auch im Gym sitzen oder deine Meals preppen", flüstert dir dann so eine nervige Stimme ein.

Ich frage mich auch oft genug, in welchem Maß ein solcher möglicher Einfluss schädlich ist und in welchem Maß positiv. Inwieweit motivierst du Menschen, gesünder zu leben, und inwieweit lässt du sie darin überschießen? Ich legitimiere meine Arbeit mit dem Gedanken, dass die Waage in die richtige Richtung ausschlägt.

Ich höre dazu gerne eure Meinung.

Fitness, eine weniger schädliche Essstörung?

Nun kenne ich persönlich mehrere Menschen, die eine Essstörung durch eine Leidenschaft für Fitness ersetzt haben. In einem Artikel über Muskeldysmorphie nannte ich einige Studien, aus denen hervorgeht, dass dies häufiger vorkommt.

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Anorexie kann mehrere sehr unterschiedliche Ursachen haben. Ursachen, die wir längst nicht alle verstehen. Ein Thema, das gestern Abend mehrfach zurückkam, ist "Kontrolle". Nicht zu essen als eine Möglichkeit, Kontrolle dort zu haben, wo man sie über andere Dinge nicht haben kann.

Kontrolle über die Nahrungsaufnahme ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Fitness. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass dasselbe Bedürfnis nach Kontrolle bei einer Anorexiepatientin durch einen Plan erfüllt werden kann, der auf einen "Fitness-Körper" ausgerichtet ist. Einen Körper, der mehr Muskelmasse erfordert.  Man ist sich bewusster, dass man bestimmte Nährstoffe genauso dringend braucht, wie man andere begrenzt, und trotzdem, oder gerade deshalb, einen Körper hat, mit dem man glücklich ist.

Rosalie will leben

Eine Geschichte, die wir hier früher geteilt haben, ist die von Rosalie. Fitness war für Rosalie ein Bestandteil ihrer Essstörung. Der Wunsch abzunehmen, wenig Essen und viel Training führten mit 18 Jahren zu einem Gewicht von 42 Kilo. Sie nahm einen schwierigen Kampf auf, schaffte es aber, innerhalb von zwei Jahren auf 74 Kilo zuzunehmen. Sie fand sich jedoch weiterhin "dick und schlecht" und fiel in ihr altes Muster zurück. Anschließend lernte sie unter Begleitung, dem Begriff "Fitness" eine andere Bedeutung zu geben. Klinisch ausgedrückt bedeutete das, dass sie eine gesündere Alternative sah, um ihr Ziel zu erreichen.

Das Wichtigste für mich ist, dass ich mich mit diesem Essmuster sicher fühle, deshalb halte ich es jetzt auch durch.

-Rosalie

Wie fit ist Fitness noch?

Es zeigt, dass der Begriff "Fitness" weit gefasst werden muss. Fitness ist sowohl die Methode als auch das Idealbild, das sie schafft.

Es kann eine Methode sein, Kalorien zu verbrennen, die dir ohnehin schon fehlen, aber auch eine Methode, starkes Übergewicht loszuwerden. Es kann eine Möglichkeit sein, ein gesünderes Idealbild zu bekommen und dieses auf gesündere Weise zu erreichen. Es kann jedoch auch ein unerreichbares Ideal schaffen und einen obsessiven Lifestyle fördern.

Wie gesagt, ich behaupte nicht, die Antworten zu kennen. Dafür kann ich auch nicht objektiv genug sein. Ich denke immer, ich sei sehr ausgeglichen, wenn es um mein eigenes Idealbild geht. Neulich hatte ich ein Fotoshooting mit einem Outfit aus einem Game. Ich hatte das Outfit bereits an einem schlanken Model gesehen, einigermaßen vergleichbar mit dem Model, das ich eingeplant hatte. Als ich dann dasselbe Kostüm an einem anderen, volleren Model sah, war meine erste Reaktion: "Das ist als Witz gemeint". Ich fand es jedenfalls sehr lustig. Als ich es jedoch meiner Tochter zeigte und dieselbe Reaktion erwartete, reagierte sie ganz anders. Sie fand es nicht lustig, sondern gerade schöner als das dünnere Model. Sie hatte wenigstens "Rundungen, wo sie hingehören". Geschmäcker sind verschieden, aber der Unterschied zwischen "lächerlich" und "schöner" war doch ziemlich groß.

Food for thought

Fannetiek über Emma wil leven

Mit Tränen in den Augen klappe ich meinen Laptop zu. Ich habe gerade die Dokumentation "Emma wil leven" auf NPO3 gesehen. Emma hat Anorexie. Oder hatte Anorexie. Denn Emma ist tot.

Aus nächster Nähe zeigt die Dokumentation, wie ein fröhliches, hübsches und vor allem junges Mädchen Opfer der tödlichsten psychischen Krankheit wird, die es gibt: Anorexia nervosa. Die Angst vor dem Essen, bei der der Körper buchstäblich ausgehungert wird. Manchmal als Bewältigungsmechanismus, manchmal durch Unsicherheit, manchmal durch ein falsches Selbstbild, manchmal durch mangelndes Selbstvertrauen. Manchmal überleben Patienten die Krankheit. Manchmal auch nicht.

Eine Freundin ruft an. "Puh, heftig, oder?" Sie wusste, dass ich geschaut hatte. "Wie war es für dich, das zu sehen?", fragt sie, wohl wissend um meine Arbeit in der Fitnessbranche, meine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und meine eigene Geschichte mit Ernährung und Diäten. Ich antworte ihr mit ungefähr denselben Gedanken, die Kenneth oben bereits klar dargelegt hat. Nur dass ich nicht durch die Augen meiner 15-jährigen Tochter schaue, sondern durch mein 15-jähriges Ich.

Essstörungen, Body Dysmorphia und anderes gestörtes Essverhalten sind an der Tagesordnung, noch immer. Während Pro-Ana-Websites vor einigen Jahren, neben Size Zero, Hochkonjunktur hatten, ist es im heutigen Zeitalter von Social Media, Photoshop und Filter-Apps nicht viel anders. Täglich werden wir mit allem konfrontiert, was wir nicht sind und wie wir nicht aussehen. Eine glatte, porenlose Haut, Wimpern bis zur Nase, runde Pobacken über durchtrainierten Beinen und in jeder Jahreszeit knallharte Abs.

Scrolle durch Instagram und die perfekten Bilder und Maße fliegen dir um die Ohren. Schaust du anschließend ohne perfekten Winkel und Sepia-Filter in den Spiegel, siehst du plötzlich etwas anderes.

Sind Fotos in unseren heutigen sozialen Medien anders als die Pro-Ana-Websites von damals? Bringen wir andere mit unseren perfekten Fotos zu ungesundem Verhalten? Tragen wir zur Unsicherheit junger und oft anfälliger Teenager bei? Mehr noch: Mache ich das auch, durch mein Online-Verhalten? Verändert dein Blick auf dich selbst sich durch das, was du online siehst?

Viele Fragen, auf die ich nicht direkt eine Antwort finde, aber ich bin froh, dass Dokumentationen wie diese gemacht und ausgestrahlt werden. Lasst uns die Diskussion am Leben halten, wo diese Krankheit das manchmal nicht zulässt, und lasst uns weiterhin laut sprechen und nachdenken.

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Kommentare (1)

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T.W. Huisman

Ik heb gehoord dat men nu meer de brede visie aanhangt in plaats van de beperkte visie van alleen gewicht en eten maar dan zegt de eetstoorniskliniek dat eten de basis is en komen op een hoger gewicht is meer met het gevoel in contact komen. Het voelen en het honger en verzadigingsmechanisme is uit balans en dat dient weer in evenwicht te komen door je weer goed te voelen en het is een wisselwerking want wanneer voelt iemand zich goed en dar wordt in de brede visie ook bij stil gestaan. Dit proces van je goed voelen moet zeker van binnen uit komen. Ook bekijken ze wat er al eerder is gedaan en dat doen ze dan niet weer en herhalen dan niet wat eerder wel eens gebeurde. Nu is er een meer op maat gerichte aanpak dat naar het individu en de persoon de mens kijkt en de mens daar achter. Men wou bewustwording brengen in de verborgen gevaren ervan en wat het is stand kan houden. Een boodschap naar de buitenwereld brengen van dat je ook te ver kunt gaan. Ik heb ook eens iets over de neurowetenschap gehoord en er zijn lezingen over gehouden en congressen over geweest. Bij een laaggewicht zit men al snel vol en heeft niet snel honger en dat vaste voedsel gaat steeds moeilijker omdat men dat niet gewend is. Bij een BMI van 12 of lager komt men onder medisch toezicht te staan vanwege het gevaar op orgaan falen. Het is ingewikkeld. Meestal krijgen ze veel steun van de omgeving en ze hadden het wel anders gewild. .

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